Eine Lichtleiterfolie für Folientastaturen wird mit 7 Stellgrößen ausgelegt: LED-Kopplung, Auskoppelstruktur, Maskierung und messbare Leuchtdichte.

Eine Lichtleiterfolie für Folientastaturen verteilt das Licht seitlich angeordneter LEDs in einer dünnen optischen Lage und koppelt es über definierte Strukturen unter den gewünschten Symbolen aus. Gleichmäßigkeit ist jedoch eine Eigenschaft der vollständigen Baugruppe, nicht der LGF allein.
Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026
Eine gleichmäßig hinterleuchtete Folientastatur entsteht nur, wenn LED und Ansteuerzustand, Einkoppelkante, Auskoppelkarte, optische Grenzflächen, Bedienfolie, Sperrdruck, Reflektor, Gehäuse und Prüfverfahren zueinander passen. Dieser Leitfaden verbindet diese Größen mit einer nachvollziehbaren Freigabe an der fertigen Symbolfläche. Einen allgemeingültigen Grenzwert für Tastenfelder gibt es nicht. Der im Beitrag erläuterte Ausgangswert Uo ≥ 0,80 (englische Quellnotation: 0.80) ist ausschließlich eine vorläufige RFQ-Größe. Er ist weder Normgrenze noch Zertifizierungsanforderung noch ein verifiziertes JASPER-Ergebnis. Für die Freigabe zählt nur die projektspezifisch vereinbarte und unter benannten Bedingungen gemessene Anforderung.
Wie eine Lichtleiterfolie für Folientastaturen Licht verteilt
Eine Lichtleiterfolie transportiert LED-Licht seitlich und gibt gezielt Anteile unter den vorgesehenen Symbolen ab. Sie erzeugt weder die elektrische Schaltfunktion noch ist sie bloß ein Diffusor. Die Leiterbahn schließt den Kontakt, die LGF führt das Licht, Auskoppelstrukturen lenken es zur Bedienoberfläche, und Bedienfolie sowie Sperrdruck bestimmen das sichtbare Ergebnis. Deshalb muss der Aufbau einer hinterleuchteten Folientastatur als eine kontrollierte Baugruppe freigegeben werden.
ams OSRAM gliedert ein Lichtleitersystem in Einkopplung, Transport und Auskopplung. Strahlen, welche die Bedingungen der Totalreflexion erfüllen, laufen im Lichtleiter weiter. Gedruckte Punkte, aufgeraute Bereiche oder Mikrostrukturen stören diese Bedingung und lenken Licht aus der Folie heraus (ams OSRAM, Light Guides, AN072).
Bediener oder Leuchtdichtemessgerät
↓
Bedienfolie: Textur, Druckfarben, Symbolöffnungen, Deadfront-Flächen
Sperrdruck und optionaler Diffusor
Lichtleiterfolie mit kontrollierter Auskoppelkarte
Reflektor und optische Lichtabschottung
Distanzlage / Schaltung / seitlich abstrahlende LEDs / Anschlussfahne
rückseitiger Klebstoff und Seriengehäuse
Dieses Bild beschreibt Funktionen, keine universelle Schichtfolge. Schnappscheibenhöhe, Schaltungsträger, Prägung, LED-Gehäuse und optisches Herstellverfahren können Lagen verschieben, trennen oder zusammenfassen. Für die technische Prüfung müssen deshalb vier Aufgaben sauber auseinandergehalten werden:
- Auskopplung entnimmt dem Lichtleiter an einer festgelegten Stelle einen Lichtanteil.
- Diffusion verteilt austretendes Licht über Winkel und kann Punktquellen oder Auskoppelstrukturen optisch beruhigen.
- Maskierung sperrt Licht in Bereichen, die dunkel bleiben müssen.
- Reflexion führt Licht zurück, das sonst über Rückseite oder Kante verloren ginge.
Keine dieser Funktionen ersetzt unbemerkt eine andere. Ein dichterer Sperrdruck kann einen hellen LED-Fächer verbergen, korrigiert aber nicht das Lichtfeld in der LGF. Ein stärker streuender Diffusor kann ein Feld glätten und zugleich die Leuchtdichte in Blickrichtung verringern. Ein Reflektor kann die nutzbare Lichtmenge erhöhen und gleichzeitig Lichtleckage sichtbar machen, wenn die Abschottung unvollständig ist.
Sieben Stellgrößen bestimmen die Gleichmäßigkeit einer LGF-Folientastatur
Die Gleichmäßigkeit einer LGF-Folientastatur hängt von sieben gekoppelten Entscheidungen ab. Die Auskoppelkarte lässt sich erst sinnvoll abstimmen, wenn die übrigen sechs Größen hinreichend stabil sind. Sonst verändert jede mechanische, grafische oder elektrische Revision genau das Lichtfeld, das die Karte ausgleichen sollte.
| Stellgröße | In der Freigabe festzulegen | Typischer Fehler bei Änderung | Aufzubewahrender Nachweis |
|---|---|---|---|
| LED-Quelle und Position | Hersteller, Typ, optische Achse, Abstrahlcharakteristik, Raster, Farbe und Sortierklassenregel | helle Fächer, wechselnde Hell-Dunkel-Zonen, Farbunterschiede | LED-Datenblatt, Stückliste, Bestückungszeichnung, Bin-Nachweis |
| Einkopplung | Kantenqualität, LED-Ausrichtung, mechanischer Bezug und Eingabespalt | geringe Lichtausbeute oder ungleiche Kopplung mehrerer Quellen | Schnittzeichnung, Bezugssystem und Montageaufnahmen |
| Auskoppelkarte | Verfahren, Merkmalskarte, Zonengrenzen und Revisionsstand | helle Symbole nahe der Quelle, dunkle entfernte Symbole, sichtbares Punktraster | freigegebene Druck-, Laser- oder Werkzeugdatei |
| Optische Grenzflächen | Klebstofffenster, beabsichtigte Luftgrenzen, Diffusorkontakt, Sauberkeit und Verpressung | Flecken erst nach Laminierung oder Einbau | Stanzkontur, Schichtzeichnung und Handhabungskriterien |
| Bedienfolie und Sperrdruck | Druckaufbau, Symboltransmission, lichtdichte Trennungen, Register und Deadfront-Ziel | Halos, Geisterbilder, Pinholes, unruhige Symbolkanten | farbseparierte Grafik und Registertoleranz |
| Reflektor und Gehäuse | Reflektormaterial, Kantenbehandlung, Gehäusefarbe und -textur, Rippen und Auflagen | Randverluste, lokale Überhöhung, gehäuseabhängige Flecken | Werkstoff und Oberfläche des Gehäuses sowie eingebautes Muster |
| Ansteuerung und Temperatur | Gleichstrom oder PWM-Einschaltstrom, Tastgrad, Frequenz, Versorgung, Dimmzustände und Stabilisierung | veränderte Balance beim Dimmen oder Aufwärmen | Controller-Revision, Stromprotokoll, Temperatur und Leuchtdichtekarte |
LED-Positionen beginnen mit der Abstrahlcharakteristik
Die quellnahe Mischzone hängt von Abstrahlcharakteristik, LED-Raster, Lichtleitergeometrie und Werkstoff ab. Nach ams OSRAM kann auch die Art der Einkopplung diese Zone verlängern (AN072, Seiten 5 und 8). Optische LED-Achse, Lichtleiterkante und erstes zulässiges Leuchtsymbol gehören deshalb in dieselbe kontrollierte Schnittzeichnung. Ein universeller Rücksprung oder ein allgemeines LED-Raster wäre fachlich nicht belastbar.
Eine glatte Einkoppelfläche und ein kleiner, kontrollierter Luftspalt unterstützen in den in AN072 beschriebenen Konfigurationen die Einkopplung. Das Wort klein ist jedoch kein Zeichnungsmaß. Die Serienkonstruktion braucht einen Bezug und eine Toleranz, die aus dem gewählten LED-Typ, der Lichtleiterfolie und dem Montageverfahren abgeleitet und am Muster bestätigt werden.
Die Auskoppelstruktur muss Licht gezielt verteilen
Jedes Auskoppelmerkmal entnimmt Licht, das danach nicht mehr weitertransportiert wird. Ein überall gleiches Punktraster beleuchtet daher häufig den Eingangsbereich zu stark und weiter entfernte Bereiche zu schwach. ams OSRAM beschreibt variierende Punktgrößen oder -dichten; 3M beschreibt eine geringere Auskopplung nahe der Quelle und eine stärkere Auskopplung mit zunehmender Entfernung (ams OSRAM AN072, Seiten 6-7; 3M Optical Lighting Film 2405).
Unregelmäßige Symbole, Ausschnitte, mehrere Einkoppelkanten oder getrennt schaltbare Zonen benötigen gewöhnlich eine zweidimensionale Auskoppelkarte. Eine kopierte lineare Verlaufsstruktur kann weder einen Gehäuseausschnitt noch einen dunklen Sperrdrucksteg oder eine unabhängig geschaltete Nachbarzone ausgleichen.
Diffusor, Sperrdruck und Gehäusereflexion werden gemeinsam abgestimmt
Ein Diffusor kann Mikrostrukturen verdecken und einen Hotspot mildern. Streuwinkel, Dicke, Oberflächentextur und Abstand zur Lichtquelle verändern aber sowohl die Homogenisierung als auch die abgegebene Leuchtdichte. Die Beleuchtungsfolien-Beispiele von Covestro zeigen, dass Quellabstand und Diffusorkonstruktion die Hotspot-Unterdrückung beeinflussen. Die dortigen Werte gelten für die benannten Makrofol-Folien, nicht pauschal für Folientastaturen (Covestro, Lighting Technology with Makrofol Specialty Films).
Die Druckdaten müssen transparente, transluzente, getönte, Deadfront- und lichtdichte Flächen trennen. Danach werden Reflektor und Seriengehäuse Teil des optischen Systems. Eine weiße Fläche, eine glänzend dunkle Wand, eine Stützrippe oder ein lokaler Druckpunkt kann die Leuchtdichtekarte verändern. Auch ACRYLITE weist bei kantenbeleuchteten Lichtleitern darauf hin, dass Kontakt, Verunreinigung und Befestigung die Auskopplung beeinflussen (ACRYLITE 3735D). Freigegeben wird deshalb die eingebaute Baugruppe, nicht ein lose beleuchteter Folienstapel.
Der Ansteuerzustand gehört in die optische Spezifikation
LEDs, die bei einem Strom gemeinsam sortiert wurden, können bei einem anderen Betriebsstrom auseinanderlaufen. ams OSRAM nennt hinterleuchtete Schalter und Displays ausdrücklich als betroffene Anwendungen (ams OSRAM, AN043). Nichia dokumentiert ebenfalls, dass eine Änderung des Vorwärtsstroms sowohl Lichtausgabe als auch Farbort beeinflussen kann. PWM hält den Einschaltstrom konstant und verändert den Tastgrad, muss aber in der fertigen Anwendung geprüft werden (Nichia, Controlling Luminous Intensity of LEDs).
Eine optische Freigabe nur bei maximaler Helligkeit reicht daher nicht aus. Gemessen werden alle Ansteuerzustände, die das Produkt tatsächlich verwendet, jeweils nach einer festgelegten Stabilisierung und im vorgesehenen Einbauzustand.

Hotspots in Lichtleiterfolien entlang des Lichtpfads diagnostizieren
Hotspots in Lichtleiterfolien sind ein Symptom und keine einzelne Fehlerart. Die Diagnose beginnt an der Einkopplung und folgt dem Licht bis zur sichtbaren Symbolfläche. Pro Versuch wird nur eine kontrollierte Größe geändert. Ein zusätzlicher Diffusor kann einen instabilen Aufbau optisch beruhigen, ohne seine Ursache zu beheben.
LED-Typ / Sortierklasse / Ansteuerung
→ Einkoppelkante und Ausrichtung
→ Transport und Auskoppelkarte
→ Diffusor und Sperrdruck
→ Reflektor und Gehäuse
→ Betrachtungs- oder Messgeometrie
| Sichtbares Fehlerbild am Muster | Zuerst zu prüfende Ursachen | Aussagekräftiger kontrollierter Versuch |
|---|---|---|
| Fächer, Sichel oder heller Punkt an einer LED | Symbol liegt in der Mischzone; LED-Achse oder Raster passt nicht zur Eingabekante | nur die aktive Öffnung verschieben oder genau eine alternative LED-Position vergleichen; übrigen Stapel unverändert lassen |
| Nahe Symbole hell, entfernte Symbole dunkel | Auskoppelstärke kompensiert den vorherigen Lichtentzug nicht | gemessene Karte mit dem Auskoppelstand vergleichen und den Verlauf ohne Diffusorwechsel neu abstimmen |
| Punkte oder Wolkigkeit im Symbol | Auskoppeltextur bleibt durch den verfügbaren optischen Abstand und die Bedienfolie sichtbar | genau einen Diffusorkandidaten oder eine emittierende Oberfläche ändern; Leuchtdichte und Gleichmäßigkeit neu messen |
| Nicht angesteuertes Symbol glimmt | gemeinsame optische Zone, offene Maskierung, Kantenleckage oder Klebstoffspalt | Zonen einzeln einschalten und jede Nachbarregion messen; pro Versuch nur einen Leckpfad schließen |
| Fleck erscheint erst nach Laminierung | Klebstoffbenetzung, Verunreinigung, Kratzer oder Druck erzeugt unbeabsichtigte Auskopplung | lose und laminierte Karte bei identischer Ansteuerung und Messgeometrie vergleichen |
| Fleck erscheint erst im Gehäuse | Rippenkontakt, Reflektoränderung, Kantendruck oder Gehäusereflexion | lose und eingebaute Baugruppe kartieren; Differenzbild mit den Gehäusemerkmalen abgleichen |
| Balance ändert sich mit Dimmung oder Temperatur | LED-Sortierklassen laufen abseits des Sortierstroms auseinander; Ausgabe ist nicht stabilisiert | dieselben Symbol-ROI in jedem Serienzustand nach dokumentierter Stabilisierung wiederholen |
Die Fehlerbilder sind Diagnosekategorien aus dem freigegebenen technischen Ausgangstext, keine veröffentlichten JASPER-Messergebnisse. Ihre Aussage entsteht erst durch den Vergleich unter identischen Randbedingungen. Werden etwa Diffusor und Auskoppelkarte gleichzeitig geändert, lässt sich nicht mehr feststellen, welche Änderung die Verbesserung bewirkt hat. Eine optische Änderungsliste und die unveränderten Rohkarten gehören deshalb zur Musterakte.
Gleichmäßige Ausleuchtung einer Folientastatur messbar spezifizieren
Die gleichmäßige Ausleuchtung einer Folientastatur wird als Leuchtdichte an der fertigen Symboloberfläche spezifiziert. Eine Beleuchtungsstärkemessung auf dem Labortisch beschreibt eine andere photometrische Größe. Radiant Vision Systems führt für hinterleuchtete Zeichen unter anderem Symbolleuchtdichte, Farbort, lokale Extremwerte, Unterschiede zwischen Tasten und Lichtleckage aus definierten Bildregionen auf (Radiant Vision Systems, Backlit Panels & Characters).
Die CIE-Definition lautet:
Uo = Lmin / Lavg
CIE e-ILV 17-29-154 aus CIE S 017:2020 definiert die Leuchtdichtegleichmäßigkeit als Verhältnis der minimalen zur mittleren Leuchtdichte einer Oberfläche. Sie definiert weder die Form der Symbol-ROI noch Randausschlüsse, Messraster, Betrachtungswinkel oder einen zulässigen Grenzwert für Tastenfelder.
| Messgröße | Berichtsform | Beantwortete Frage | Grenze |
|---|---|---|---|
| mittlere Symbolleuchtdichte | Lavg in cd/m² | Ist das Symbol im angegebenen Zustand ausreichend hell? | erfordert eine symbolförmige ROI und einen Betriebszustand |
| CIE-Leuchtdichtegleichmäßigkeit | Uo = Lmin/Lavg | Wie tief liegt der dunkelste Punkt gegenüber dem ROI-Mittelwert? | CIE liefert die Definition, nicht den Abnahmewert |
| Minimum-Maximum-Verhältnis | Lmin/Lmax | Wie groß ist die gesamte lokale Spannweite? | projektspezifisch; nicht als Uo bezeichnen |
| Symbol-zu-Symbol-Balance | niedrigstes Symbol-Lavg / höchstes Symbol-Lavg | Stimmen getrennte Legenden untereinander überein? | getrennt von der Gleichmäßigkeit innerhalb eines Symbols führen |
| Lichtleckage | Leuchtdichte in einer definierten dunklen ROI oder benanntes Hell-Dunkel-Verhältnis | Beeinflusst eine geschaltete Zone ihren Nachbarn? | geschaltete Zonen und Umgebungszustand angeben |
| Farbunterschied | vereinbarte Farbortkoordinaten und bei Bedarf Δu′v′ | Verschieben sich Symbole oder Dimmzustände farblich? | CIE TN 001:2014 liefert methodische Hinweise, keine Tastenfeldtoleranz |
Messbedingungen vollständig festlegen
Ein Prozentwert ohne Bedingungen ist nicht vergleichbar. Das Abnahmeverfahren muss mindestens festhalten:
- Revisionsstände von Bedienfolie, Sperrdruck, LGF, Reflektor, Klebstoff, Schaltung, LED, Controller und Gehäuse;
- Versorgung, Gleichstrom oder PWM-Einschaltstrom, Tastgrad, Frequenz und alle freizugebenden Dimmzustände;
- Stabilisierung, Einbaulage, Umgebungstemperatur und Gehäusetemperatur;
- Umgebungslicht, Messgerät, Kalibrierstatus, Abstand, Fokus oder Blende, Lage des Bedienfelds und Betrachtungswinkel;
- Regeln der symbolförmigen ROI einschließlich geglätteter Kanten, lichtdichter Striche, Prägeübergänge und Deadfront-Ränder;
- Ausgabe von Lmin, Lavg, Lmax, Uo, Lichtleckage und vereinbarten Farbgrößen;
- Stückzahl, Losauswahl, Entscheidungsregel, Freigabeverantwortung und aufzubewahrende Rohdaten.
CIE 244:2021 behandelt die räumliche Leuchtdichteaufnahme und regionenbezogene Auswertung mit bildgebenden Leuchtdichtemessgeräten. ISO/CIE 19476:2014 behandelt Leistungsmerkmale von Beleuchtungsstärke- und Leuchtdichtemessgeräten. Keine der beiden Veröffentlichungen zertifiziert eine LGF-Folientastatur oder legt deren Grenzwert fest.
Uo ≥ 0,80 bleibt ein vorläufiger RFQ-Ausgangspunkt
| Feld | Vorläufige Definition |
|---|---|
| Messfläche | fertige, symbolförmige ROI auf der eingebauten Bedienfolie |
| Formel | CIE Uo = Lmin/Lavg |
| Ausgangswert | Uo ≥ 0,80 |
| Pflichtnachweis | Lmin, Lavg, Lmax, Ansteuerzustand, Temperaturzustand, Blickrichtung, Messgerät sowie Revision von Schichtaufbau und Gehäuse |
| Geltung | nur als ausdrücklich vorläufige RFQ-Größe; nicht als Norm, Zertifizierungsgrenze oder verifiziertes JASPER-Ergebnis |
Warum 0,80? 3M veröffentlicht für DF100L und Luminit für EUT jeweils eine Panelgleichmäßigkeit von über 80 Prozent für das eigene kantenbeleuchtete Produkt (3M DF100L; Luminit EUT). Die öffentlichen Datenblätter weisen jedoch nicht nach, dass dieser Prozentsatz mit CIE Uo oder einer Symbol-ROI einer Folientastatur berechnet wurde. Die Zuordnung von 0,80 zur genannten CIE-Formel ist deshalb eine transparente Planungsableitung, kein Beleg für die Gleichheit zweier Messverfahren.
Trübung und Transmission nach ASTM D1003-21 können bei der Qualifizierung einer transparenten Folie helfen, ersetzen aber nicht die Leuchtdichtekarte der eingebauten Baugruppe. Werkstofftransmission, Symbolhelligkeit und Symbolgleichmäßigkeit beantworten verschiedene Fragen.
Muster kontrolliert aufbauen, prüfen und freigeben
Ein belastbares Musterprogramm fixiert die wirkungsstarken Grenzflächen früh und gibt die optische Konstruktion erst nach der Messung im Seriengehäuse frei. Die Reihenfolge trennt Ursachen, statt ein zufällig gutes Einzelmuster nachträglich zu erklären.
Symbolgrafik und Beleuchtungszustände
→ optischen, elektrischen und mechanischen Aufbau festlegen
→ erstes Einkoppel- und Auskoppelmuster
→ Leuchtdichtekarte und Fehlerdiagnose
→ optische Revisionen mit jeweils nur einer Änderung
→ Einbauprüfung und Umweltwiederholungsprüfung
→ freigegebener Datensatz und Referenzmuster
| Prüfzustand | Konstant zu halten | Aufzuzeichnen und zu entscheiden |
|---|---|---|
| Nennbetrieb | Seriencontroller, Versorgung, LED-Regel, Schichtaufbau und Gehäuse | Karte je Symbol; Lmin, Lavg, Lmax, Uo; Lichtleckage und sichtbare Fehler |
| minimale und maximale Dimmung | Serien-PWM oder Gleichstromverfahren | gleiche Größen je ausgeliefertem Zustand; Farbort, wenn vertraglich gefordert |
| stabilisierte Ausgabe | Einbaulage und angegebene Umgebung | Stabilisierungszeit, Temperaturen und wiederholte Karte |
| normale und ungünstigste Bedienrichtung | Messgeometrie und Lage des Bedienfelds | Leuchtdichte, Gleichmäßigkeit und Erkennbarkeit je vereinbartem Winkel |
| jeweils nur eine Zone aktiv | alle Nachbarzonen aus | optisches Übersprechen und Kantenleckage in jede unbeleuchtete ROI |
| ein- und ausgeschaltet | festgelegte Dunkel- und Raumlichtbedingungen | Deadfront-Geisterbild, Pinholes, Register und vollständige Symbolkontur |
| lose und eingebaut | identische optische und elektrische Baugruppe | Differenzkarte für Druck, Rippen, Reflektor oder Gehäuseeinfluss |
| Wiederholung oder Losprüfung | freigegebenes Verfahren | Streuung, Ausreißer, Entscheidung, Revisionsstände und Freigebender |
Gehören Temperaturwechsel oder Feuchte zum Einsatzprofil, werden Schärfegrad und Dauer aus der Anforderung des fertigen Produkts ausgewählt. Danach wird die optische Karte erneut aufgenommen. IEC 60068-2-14:2023 und IEC 60068-2-78:2025 stellen Verfahren für Temperaturwechsel und konstante feuchte Wärme bereit; sie liefern weder einen allgemeinen Schärfegrad noch ein optisches Passkriterium für Folientastaturen.
Zur Freigabeakte gehören Rohkarten, benannte Prüfbedingungen, Fotos, Stückliste und LED-Sortierklassenregel, Grafik-, Auskoppel- und Schichtrevision, Gehäuse- und Controllerrevision, Entscheidung sowie das unterzeichnete Referenzmuster. Eigentümer und Wiederholungsanlässe werden in der Prüf- und Validierungsplanung festgehalten.
Wann eine Lichtleiterfolie die falsche Beleuchtungsarchitektur ist
Eine LGF eignet sich gut, wenn eine dünne Baugruppe Licht über mehrere Symbole oder eine breitere Fläche verteilen muss. Sie ist nicht automatisch die einfachste oder risikoärmste Lösung. Die Architektur folgt der Lichtaufgabe, nicht einem pauschalen Qualitätsurteil.
| Architektur | Geeigneter Einsatz | Nicht ohne Prüfung wählen, wenn | Schwerpunkt der Freigabe |
|---|---|---|---|
| Rand-LED plus LGF | dünne, verteilte Beleuchtung mehrerer Symbole oder Zonen | keine Mischzone verfügbar ist oder jedes Symbol streng optisch getrennt und farblich unabhängig sein muss | Einkopplung, Auskoppelkarte, Übersprechen und eingebaute Gleichmäßigkeit |
| Direkt-LED plus lokaler Diffusor | ein oder wenige getrennt schaltbare Anzeigen | eine große dünne Fläche durchgehend wirken soll oder die Bauhöhe Punktquellen sichtbar macht | LED-Höhe, Öffnung, Diffusorabstand und lokaler Hotspot |
| Elektrolumineszenz-Flächenquelle | weiches Flächenlicht bei akzeptiertem Treiberkonzept | Treiber, elektrische Integration oder anwendungsbezogene Alterungs- und Umweltprüfung nicht in das System passen | Treiber, Helligkeit im Betrieb, Umgebung und Änderung über die Nutzungszeit |
| entfernte LED plus Voll- oder Faserlichtleiter | Wärme oder Elektronik vom sichtbaren Bedienbereich getrennt werden müssen | Führung, Biegung, Enden, Kopplungsverlust oder Servicezugang die Baugruppe dominieren | Wegführung, Biegeradius, Endkopplung, Einbauverlust und Wartung |
Die Hinterleuchtungsoptionen für Folientastaturen sollten verglichen werden, bevor Grafik und Gehäuseplatz auf LGF festgelegt sind.
RFQ- und Zeichnungscheckliste für ein aussagekräftiges Erstmuster
Hell, gleichmäßig und ohne Lichtleckage sind Kommentare, aber keine Freigabekriterien. Ein RFQ benötigt kontrollierte Eingaben, damit Angebote und Muster auf derselben Konstruktion beruhen.
| Eingabe | Mindestinhalt |
|---|---|
| Symbolgrafik | Vektorgeometrie, Farben im ein- und ausgeschalteten Zustand, Opazitätsklasse, Deadfront-Flächen und gleichzeitig aktive Zustände |
| Optischer Aufbau | Druckaufbau der Bedienfolie, Diffusor, LGF-Verfahren und Auskoppelrevision, Sperrdruck, Reflektor, Klebstofffenster und beabsichtigte Luftgrenzen |
| LED und Ansteuerung | Hersteller und Typ, optische Ausrichtung, Sortierklassenregel, Strom oder PWM-Einschaltstrom, Tastgrad, Frequenz und Dimmzustände |
| Mechanische Integration | Schnitt und Bezüge, Ausrichtung zwischen LED und Lichtleiter, erstes aktives Symbol, Gehäusewerkstoff und -oberfläche, Rippen, Auflagen und Verpressung |
| Betrachtungsbedingungen | Umgebungszustände, normale und ungünstigste Winkel, Betrachtungsabstand und Stabilisierung |
| Abnahmeverfahren | Messgerät, Kalibrierung, ROI-Regel, Formeln, ausdrücklich vorläufige oder freigegebene Grenzen, Stückzahl und Freigabeverantwortung |
| Freigabenachweis | Rohkarten, Fotos unter benannten Bedingungen, unterzeichnete Ergebnisse, Referenzmuster, Stückliste und Revisionshistorie |
Symboltransmission und Sperrdruck werden mit dem Bedienfoliendruck abgestimmt; LED- und Controllerdaten gehören in das Schaltungsdesign für Folientastaturen. Die Fallstudie zu hinterleuchteten Bedienfeldern mit LED-Anzeigen zeigt den angrenzenden Anwendungskontext. Alle drei deutschsprachigen Routen waren bei der Lokalisierungsprüfung erreichbar und selbstkanonisch.
Symbolgrafik und Abnahmeverfahren gemeinsam übergeben
Das brauchbarste Startpaket enthält die Symbolgrafik und das Verfahren zur Helligkeitsabnahme im selben Revisionsstand. Danach folgen LED- und Ansteuerdefinition, optischer Aufbau, Gehäuseschnitt, Betrachtungsbedingungen und Freigabeverantwortung. JASPER kann diese Unterlagen im Rahmen einer technischen Entwicklungsprüfung bewerten. Die Freigabe bleibt an die gemessene Konstruktion und den unterzeichneten Datensatz gebunden, nicht an eine allgemeine LGF-Aussage.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Lichtleiterfolie für Folientastaturen?
Eine Lichtleiterfolie für Folientastaturen ist eine dünne optische Lage, in die LEDs Licht über eine Kante einkoppeln. Die Folie transportiert das Licht seitlich; definierte Auskoppelstrukturen lenken es durch ausgewählte Symbole der Bedienfolie. Die LGF übernimmt die Beleuchtung, während gedruckte Kontakte und die taktile Struktur die Schaltfunktion erzeugen.
Was verursacht Hotspots in einer Lichtleiterfolie?
Häufige Ursachen sind Symbole innerhalb der LED-Mischzone, eine ungenau ausgerichtete Einkoppelkante, eine für einen anderen Schichtaufbau abgestimmte Auskoppelkarte, sichtbare Mikrostrukturen, unvollständiger Sperrdruck, unbeabsichtigter Klebstoffkontakt, Gehäusedruck oder eine LED-Ausgabe, die sich mit dem Ansteuerzustand ändert. Die Diagnose folgt dem Lichtpfad und ändert pro Versuch nur eine Größe.
Wo werden LEDs bei einer LGF-Folientastatur angeordnet?
Die optische LED-Achse wird an einer kontrollierten Eingabekante ausgerichtet; aktive Symbole bleiben außerhalb der gemessenen Mischzone. Einen universellen Rücksprung oder ein allgemeines Raster gibt es nicht. Abstrahlcharakteristik, Gehäuseform, Lichtleiterwerkstoff, Folienkontur, Einkopplung und benachbarte LEDs bestimmen die nutzbare Geometrie.
Wie wird die Gleichmäßigkeit einer hinterleuchteten Folientastatur berechnet?
Eine belastbare Kennzahl ist die CIE-Leuchtdichtegleichmäßigkeit Uo = Lmin/Lavg innerhalb einer definierten, symbolförmigen ROI. Zusätzlich werden Lmin, Lavg und Lmax angegeben. Verwendet ein Projekt Lmin/Lmax, Symbol-zu-Symbol-Balance, Lichtleckage oder eine Hotspot-Kennzahl, erhält jede Größe einen eigenen Namen und eine eigene Formel.
Sind 80 Prozent Gleichmäßigkeit ein Industriestandard für LGF-Tastenfelder?
Nein. Uo ≥ 0,80 ist in diesem Beitrag nur ein vorläufiger RFQ-Ausgangspunkt. CIE definiert Uo; 3M und Luminit veröffentlichen für benannte Produkte jeweils mehr als 80 Prozent Panelgleichmäßigkeit, weisen aber nicht dieselbe Tastenfeld-ROI oder Formel nach. Der Wert ist daher keine allgemeine Norm und kein JASPER-Prüfergebnis.
Kann ein Diffusor eine ungleichmäßige LGF-Hinterleuchtung korrigieren?
Ein Diffusor kann Auskoppelstrukturen verbergen und ein Lichtfeld glätten. Er korrigiert jedoch weder eine schlechte Einkopplung noch ein Symbol in der Mischzone, einen offenen Lichtpfad im Sperrdruck oder druckbedingte Auskopplung. Außerdem kann er Leuchtdichte und Kontrast in Blickrichtung verändern. Jede Diffusorrevision wird am vollständigen Aufbau neu gemessen.
Muss das optische Muster im Seriengehäuse geprüft werden?
Ja, sofern das Gehäuse den optischen Stapel berührt, abstützt, verpresst, maskiert oder reflektiert. Ein loses Muster zeigt möglicherweise weder Rippendruck noch Kantenverlust, Reflektoränderung oder Gehäuseblendung. Lose und eingebaute Leuchtdichtekarten werden deshalb bei identischer Ansteuerung und Messgeometrie verglichen.
Welche Daten benötigt ein Hersteller vor dem ersten LGF-Muster?
Benötigt werden die Vektorgrafik der Symbole, ein- und ausgeschaltete Zustände, Absicht von Bedienfolie und Sperrdruck, vollständiger optischer Schichtaufbau, LED- und Ansteuerdaten, Gehäuseschnitt, Betrachtungsbedingungen und Verfahren zur Helligkeitsabnahme. Das Verfahren benennt ROI, Messgrößen, Grenzen, Messgerät, Stabilisierung, Dimmzustände, Stückzahl und Freigabeverantwortung.
Zeichnung und Anforderungen prüfen lassen
Senden Sie Zeichnung, Einsatzbedingungen und Jahresmenge für eine technische Prüfung.