Kundenspezifische PCAP-Touchpanels: Leitfaden für Deckglas, Sensor, FPC, Controller, Verklebung, Wasser, Handschuhe und Serienfreigabe.

Kundenspezifische PCAP-Touchpanels gelingen nur dann zuverlässig, wenn das eingebaute Gesamtsystem die Anforderungen vorgibt, nicht allein die Bedruckung des Deckglases. Vor dem Werkzeugstart müssen OEM-Teams Sicht- und Tastbereich, Elektroden- und Controllerkonzept, Deckglas- und Klebeaufbau, Druckrand, FPC-Anschlussfahne, Display, Masseführung, Handschuh- und Wasserzustände sowie die Freigabenachweise gemeinsam festlegen. Dieser Leitfaden richtet sich an Konstruktion, Elektronik, Firmware, Qualität und Einkauf. Er liefert keine universelle Sensorstruktur und verspricht weder eine IP-Schutzart noch ein EMV-, Handschuh-, Wasser- oder Medizinprodukteergebnis für einen ungeprüften Aufbau.
Stand: 30. Juli 2026
1. Das eingebaute PCAP-System ist die Ausgangsbasis
Ein projiziert-kapazitives Touchpanel ist eine Signalkette. Der Finger oder ein freigegebener Handschuh koppelt durch eine dielektrische Front in eine Elektrodenmatrix oder einen diskreten Sensor ein. Eine FPC-Anschlussfahne führt Rohsignale oder eine bereits verarbeitete digitale Schnittstelle weiter. Der Touchcontroller misst und klassifiziert das Ereignis; erst die Host-Software entscheidet, welche Gerätefunktion daraus entsteht. Display, Ladegerät, Metallrahmen, Massebezug, Klebeaufbau, Flüssigkeit, Handschuh und Gehäuse verändern diese Kette.
Finger / freigegebener Handschuh / Wasser- oder Reinigungskontakt
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Oberflächenbeschichtung + Deckglas + dekorativer Druckrand
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Klebeschicht oder definierter Luftspalt + PCAP-Sensorelektroden
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FPC-Anschlussfahne + Steckverbinder + Masse-/Schirmkonzept
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Touchcontroller + Konfiguration + Firmwarestand
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Display + Versorgung + Gehäuse + Host-Logik + Bedienrückmeldung
Der 74-seitige QTAN0080 maXTouch Sensor Design Guide von Microchip behandelt Elektrodenmuster, Raster, Trägermaterial, Frontplatte, Schirmung und Leitungsführung als zusammenhängende Entscheidungen. Das Infineon-Whitepaper Industrial Capacitive Touchscreen Design Made Simpler ergänzt Controllerwahl, Signal-Rausch-Verhältnis, Displaystörungen und die Integration industrieller Aufbauten. Eine optisch überzeugende Deckglaszeichnung reicht deshalb nicht zur Freigabe des eingebauten Bediengeräts.
Auch der Lieferumfang muss eindeutig sein. Kundenspezifische kapazitive Touchpanels von JASPER kommen als eine mögliche Lösung infrage, wenn eine projektspezifische Front, Sensorik, FPC, Klebung, Dichtung, Beleuchtung oder Baugruppenprüfung benötigt wird. Im Angebot muss trotzdem stehen, ob JASPER, der Controllerhersteller, ein anderer Integrator oder der OEM die Elektrodenauslegung, Controllerwahl, Abstimmung, Firmware, Displayverklebung, Gehäuseabdichtung und Validierung des Endgeräts verantwortet.
Ein PCAP-Sensor über einem Display ist nicht die einzige Architektur. Diskrete kapazitive Tasten, Schieberegler und Drehräder können hinter einer opak bedruckten Front liegen und Elektroden auf Leiterplatte oder FPC nutzen. Eine reine Deckglaslieferung bildet eine weitere, deutlich kleinere Systemgrenze. Zeichnung und Angebot müssen die tatsächlich gelieferte Variante benennen.
2. Zehn Designfreigaben für kundenspezifische PCAP-Touchpanels
Die folgenden zehn Freigabepunkte machen das PCAP-Design prüfbar. Ein Lieferant sollte jeweils eine benannte Zeichnung, Konfiguration oder Prüfaufzeichnung vorlegen können. Die Aussage, eine Option sei grundsätzlich verfügbar, genügt nicht.
| Nr. | Freigabepunkt | Belastbares Signal | Warnsignal |
|---|---|---|---|
| 1 | Umfang und Verantwortungen | Angebot und Zeichnungen nennen die Eigentümer von Deckglas, Sensor, Controller, Firmware, Display, Klebung, Dichtung und Validierung | „Touchpanel enthalten“ ohne Systemgrenze |
| 2 | Geometrie und Bezüge | Ein Ursprung koordiniert Außenkontur, Sichtfeld, Tastbereich, Ziele, Maske, Klebung, Blende und FPC | „Aktiver Bereich“ bezeichnet in verschiedenen Dateien unterschiedliche Flächen |
| 3 | Sensor und Controller | Controllerfamilie, Matrix- oder Kanalbelegung, Elektrodenquelldaten, Abstimmzugriff und Randverhalten werden gemeinsam geprüft | Elektrodenlayout wird vor Controller und Schichtaufbau eingefroren |
| 4 | Deckglas und Druck | Substrat, Dicke, Beschichtung, Druckaufbau, Rand, Fenster, Dead-Front-Wirkung und Prüfung sind festgelegt | Die Front ist nur als „Glas“ oder „Kunststoff“ beschrieben |
| 5 | Dielektrischer Aufbau und Klebung | Jede Beschichtung, Druck-, Klebe-, Spalt-, Sensor- und Stützlage besitzt Sollwert, Toleranz und Verantwortlichen | Druckstufen, Blasen, Luftspalte oder Materialwechsel bleiben ungeregelt |
| 6 | FPC und Controllerposition | Pinbelegung, Kontaktseite, Biegebereich, Gegenstecker, Roh-/Digitalsignalgrenze, Masse, Schirm und Zugentlastung stimmen überein | Die Anschlussfahne wird erst nach dem Sensor ergänzt |
| 7 | Display und Störquellen | Leiter-/Störquellenplan und ungünstigste Betriebszustände gehören zur Validierung | Nur ein freier Sensor auf dem Labortisch wird abgestimmt |
| 8 | Wasser, Handschuhe und Rückmeldung | Benannte Eingaben und Flüssigkeiten besitzen Annahme-, Sperr-, Fehler- und Erholungszustände | „Funktioniert nass“ bleibt eine ungeprüfte Sammelforderung |
| 9 | Blende, Dichtung und Gehäuse | Die Prüfgrenze umfasst Gehäuse, Klebung oder Dichtung, Öffnungen, Befestiger und FPC-Austritt | Eine plane Glasfront wird als wasserdicht bezeichnet |
| 10 | Freigabe und Änderungen | Muster-IDs, Revisionen, Nachweise, Streuung, Abweichungen und Ersatzmaterialien werden gelenkt | Ein optisch gutes Einzelmuster wird zum „Golden Sample“ |
Freigabe 1: Lieferbaugruppe und technische Zuständigkeiten festlegen
Die Systemgrenze lässt sich am klarsten mit Hauptwörtern beschreiben: bedrucktes Deckglas, Deckglas mit Sensor, Sensor-Controller-Modul, displayverklebte Baugruppe oder vollständige HMI-Front. Danach folgen die Verantwortungen. Wer erstellt die Elektrodengeometrie? Wer wählt und programmiert den Controller? Wer besitzt Abstimmdatei, Produktionskonfiguration, Diagnoseschnittstelle, Host-Zuordnung, Gehäuseprüfung und Nachweis gegen die anwendbare Gerätenorm?
Eine belastbare Verantwortungsmatrix verwendet im Lastenheft, Angebot, Zeichnungssatz, in der Stückliste, im Firmwareprotokoll und im Validierungsplan dieselben Begriffe. Widersprüche stoppen die Freigabe. Wenn ein Anbieter eine „komplette Touchlösung“ anbietet, Host-Verhalten und Prüfung im Endgerät aber ausschließt, muss genau dieser Ausschluss in der Schnittstellenzeichnung stehen.
JASPER ist anhand der Nachweise für den konkreten Umfang neben anderen qualifizierten Integratoren zu bewerten. Elo Touch Solutions und New Vision Display veröffentlichen ebenfalls PCAP-Integrations- und Anpassungshinweise. Deren Controller-, Displaybonding- oder Supportmodell kann besser zu einer abweichenden Projektgrenze passen. Kein Herstellername ersetzt die Zuordnung der technischen Verantwortung.
Freigabe 2: Außenkontur, Sichtfeld, Tastbereich, Zielzone, Maske und Blende trennen
Eine PCAP-Zeichnung braucht mehr als Länge und Breite. Mindestens sechs Geometrien können sich überlagern:
- Außenkontur des Deckglases;
- Sichtbereich und aktiver Bildbereich des Displays;
- aktiver oder garantierter Erfassungsbereich des Touchsensors;
- Zielbereich für Symbol, Taste, Schieberegler oder Geste;
- transparentes Fenster sowie Dekor- oder Schwarzdruckrand;
- Gehäuseöffnung, Blendenüberdeckung, Kleberand und Routingzone des Sensors.
Die Montagehinweise von Fannal unterscheiden unter anderem Außenmaß, Sichtbereich, aktiven Bereich, Tastenbereich, Blendenöffnung und FPC. Weil Lieferanten die Kürzel nicht einheitlich verwenden, muss die Zeichnungslegende jedes Kürzel definieren. AA gleichzeitig für den aktiven Displaybereich und den aktiven Touchbereich einzusetzen, ist eine Einladung zum Registrierfehler.
Ein Hauptbezug und ein Koordinatenursprung müssen Deckglas, Sensor, Symbolmittelpunkte, Druck, Kleber, Gehäuseöffnung und FPC-Austritt steuern. Displayausrichtung sowie X- und Y-Richtung gehören ebenfalls in die gemeinsame Zeichnung. Eine gespiegelte Sensordatei kann für sich genommen fehlerfrei sein; erst die überlagerte Baugruppenzeichnung legt den Systemfehler offen.
Belastbares Signal: Der Lieferant überlagert alle freigegebenen Ebenen im Maßstab 1:1 und protokolliert ihre Lage zum gemeinsamen Bezug.
Warnsignal: Mechanik-CAD, Druckdaten und Controllerzuordnung verwenden drei nicht dokumentierte Ursprünge.
Freigabe 3: Elektrodenmuster, Controller und Frontaufbau gemeinsam auslegen
Das sichtbare Symbol ist keine Elektrodenspezifikation. Koordinaten-PCAP verwendet typischerweise sich kreuzende Sende- und Empfangsstrukturen; diskrete Tasten können nach Eigenkapazität oder Gegenkapazität arbeiten. Elektrodenraster, Zwischenraum, Randverhalten, Leitungsführung, parasitäre Last und Messverfahren des Controllers beeinflussen einander.
Microchip QTAN0080 beschreibt mehrere maXTouch-Musterfamilien und behandelt Frontplatte sowie Sensoraufbau als Eingaben für das Muster. Der CapTIvate Design Guide von Texas Instruments verbindet Deckmaterial, Elektrodengeometrie, Routing, Masse, Störungen, Feuchtigkeit und Abstimmung. Diese herstellerspezifischen Leitfäden sind keine Freigabe, eine einzelne Rautenform, Tastengröße oder Schirmlösung auf eine andere Controllerfamilie zu übertragen.
Gemeinsam einzufrieren sind:
- Controllerbaustein oder freigegebene Familie;
- Sensorarchitektur und Quelldatei der Elektroden;
- Matrix- oder Kanalzuordnung;
- Revision von Deckglas, Druck, Klebung und Sensor;
- Verhalten an Kanten und Ecken;
- Controllerkonfiguration und Firmwarestand;
- Rohdaten- oder Diagnosezugriff für die Validierung;
- Verantwortlicher für Änderungsfreigaben.
Belastbares Signal: Das Sensorreview nennt die Revision der Controllerdokumentation und den seriennahen Frontaufbau.
Warnsignal: Ein generischer Sensor wird bestellt und die Firmware soll später jede mechanische oder elektrische Abweichung kompensieren.
Freigabe 4: Das Deckglas als elektrische Geometrie behandeln
Zur Deckglasauslegung gehören Substrat, Nenndicke und Toleranz, Beschichtung, Ebenheit oder Krümmung, Kantenbearbeitung, Drucksystem, Sichtfenster, Dead-Front-Druck, metallische Dekore, Klebefläche und Produktionsstreuung. Microchip AN2934 beschreibt die Wirkungsrichtung: Mit wachsendem dielektrischem Abstand nimmt die Kopplung ab; Elektroden- und Empfindlichkeitsauslegung müssen darauf reagieren. Daraus folgt keine allgemeingültige Maximaldicke für Glas oder Kunststoff.
| Frontvariante | Typischer Ausgangspunkt | Vor Freigabe zu prüfen |
|---|---|---|
| Verstärktes Glas | Steife optische Front, harte Oberfläche, rückseitiger Druck | Kanten und Bohrungen, Festigkeitsziel, Druck, Beschichtung, Ebenheit, Klebespannung, optischer Aufbau |
| PMMA/Acrylglas | Bearbeitete oder bedruckte transparente Kunststofffront | Kratzschutz, Chemikalienliste, Temperatur/UV, Ebenheit, Klebstoffverträglichkeit |
| Polycarbonat | Schlagbeanspruchte Kunststofffront oder Formteil | Hartbeschichtung, Spannungsrissbildung, optische Vorgabe, Druck und Maßstabilität |
| Bedruckte Folie auf Träger | Dünne dekorierte Oberfläche mit separater Tragstruktur | Trägerebenheit, Kleber, Randabdichtung, Fensterklarheit, Schutzliner und Montagehandhabung |
Der Druckrand erfüllt eine Funktion. Eine dicke schwarze Maske erzeugt eine Stufe für optischen oder strukturellen Klebstoff. Leitfähige Metallicfarben können das Feld verändern. Ein Dead-Front-Symbol verändert lokal den optischen Aufbau. Druckreihenfolge, ausgehärtetes Dickenprofil an kritischen Stellen, Registertoleranz, Einschränkung leitfähiger Farben sowie Prüfung im beleuchteten und unbeleuchteten Zustand gehören in den Datensatz.
Freigabe 5: Den gesamten dielektrischen Aufbau und den Klebeprozess beherrschen
Der kapazitive Aufbau umfasst jede Schicht zwischen Bediener und Elektrode, nicht nur das Deckglas:
Bedienkontakt
-> Oberflächenfinish / Entspiegelung / Anti-Fingerprint
-> Deckglas
-> Dekordruck / Schwarzdruck / Dead-Front- oder Logoschichten
-> OCA, LOCA, Haftkleber, Füllstoff oder definierter Luftspalt
-> Sensorträger und Elektroden
-> optionaler Schirm / Displayabstand / Displaymodul
-> mechanische Abstützung und Gehäuse
Texas Instruments nennt Etiketten, Farben, Klebstoffe, Übergangsmaterialien und Luftspalte als mechanische und elektrische Eingaben. Eine unkontrollierte Luftblase verändert den dielektrischen Pfad und kann über die Fläche variieren. Ein geplanter Abstand zwischen Sensor und Display kann zulässig sein; ein unbeabsichtigter Hohlraum zwischen Sensor und Deckglas ist dagegen ein Prozessfehler, sofern die freigegebene Konstruktion nichts anderes festlegt.
Die technischen OCA-Unterlagen von 3M erklären, dass Stufenüberdeckung von Steifigkeit und Anpassungsfähigkeit des Klebstoffs abhängt. Das Datenblatt der Familie CEF28XX/OCA 802XX nennt nominale Varianten von 100 bis 350 µm. Dieser Bereich beschreibt genau diese 3M-Produktfamilie. Er beweist weder die Überdeckung einer bestimmten Druckstufe noch einen bei JASPER eingesetzten Werkstoff oder Prozess.
Eine Klebezeichnung sollte Flächen-, Rand- oder Punktklebung, Materialcode, Nennmaß und Toleranz, Oberflächenvorbereitung, Liner, Montagereihenfolge, Blasen- und Partikelkriterien, Ebenheit, Nacharbeit und Prüfverfahren enthalten. Die Formulierung „optisch verklebt“ ohne Klebstoff, Druckstufe, Prozessfenster und Annahmekriterium ist nicht freigabefähig.
Freigabe 6: FPC, Steckverbinder und Controllergrenze zusammen definieren
Rohsignalleitungen des Sensors sind Teil des analogen Messnetzes. Länge und Nachbarschaft der Leiter, Biegungen, Steckverbinder, Schirmung, Chassisnähe und Displayleitung beeinflussen parasitäre Kapazitäten und eingekoppelte Störungen. Microchips MXTAN0208 Layout Guide behandelt FPC-Routing, Masse, Guard, Driven Shield, Lagenaufbau und Biegezonen als elektrische Auslegungsgrößen.
Controller auf OEM-Leiterplatte:
Elektroden -> FPC -> Steckverbinder -> Controller auf Host-PCB
Controller am Panel:
Elektroden -> naher Controller/COF/COB -> digitale Schnittstelle -> OEM-Host
Die erste Grenze hält aktive Elektronik vom Panel fern, setzt die Rohsignale aber FPC, Steckverbinder, Hostlayout und eingebauten Störungen aus. Die zweite verkürzt empfindliche Pfade, verlagert jedoch Versorgung, Programmierung, Firmware, Diagnose, Schnittstelle, Lebenszyklus und Änderungslenkung in die Panelbaugruppe.
Eine freigegebene FPC-Zeichnung zeigt Träger und Lagenaufbau, Leiterfunktionen, Pinnummern, Kontaktseite, Gegenstecker, Versteifung, Biege- und Sperrzonen, einmalige oder dynamische Biegung, Masse- und Schirmmerkmale, Abdichtung am Austritt, Zugentlastung und Prüfpunkte. Auch der P-CAP Design Guide von Nelson Miller verlangt beim Projektstart Ort und Faltung der FPC.
Freigabe 7: Display, Masse, Schirm, Metall und Störquellen abbilden
Ein Sensor, der frei auf dem Labortisch funktioniert, ist im Produkt noch nicht validiert. Ein gemeinsamer Systemplan sollte mindestens enthalten:
- LCD- oder OLED-Kontur, Abstand zum Touchsensor, Display-FPC und Treiberelektronik;
- Schaltregler, Ladegeräte, LED- oder Hintergrundbeleuchtungstreiber, Motoren, Relais, Heizungen, Funkmodule und Antennen;
- Metallblende, Chassis, Befestiger, Metalldekor und leitfähige Beschichtungen;
- Sensor, Rohsignalleitungen, Controller, Masse, Guard, Driven Shield und Kabelschirme;
- ESD-zugängliche Kanten, Fugen, Steckverbinder und FPC-Austritte;
- Versorgung, Bildwiederholrate, Funk, Laden, Sleep, Start und Fehlerzustand.
Infineon beschreibt Displaystörungen, Deckglasaufbau, Signal-Rausch-Verhältnis des Controllers, Erdung und Schirmung als gekoppelte PCAP-Variablen. Ein nützliches Ergebnis ist ein Leiter- und Störquellenplan, in dem jedes Element als Störer, Opfer, Referenz oder Barriere gekennzeichnet ist. „Mehr Masse“ ist keine Methode: Nahe Masseflächen können Kopplung reduzieren, aber auch das Nutzfeld umformen.
IEC 61000-4-2:2025 ist die dritte Ausgabe des ESD-Störfestigkeitsverfahrens für elektrische und elektronische Geräte. Die Norm beschreibt Prüfpegel, Impulsform, Aufbau, Durchführung, Kalibrierung und Messunsicherheit. Anwendbare Produktnorm und Risikoplan legen weiterhin Pegel und Annahmekriterien fest. Ein loser Sensor oder eine Durchgangsprüfung ist kein Gerätenachweis nach IEC 61000-4-2.
Freigabe 8: Wasser, Handschuhe, Reinigung und Rückmeldung als Zustände spezifizieren
„Mit Handschuhen bedienbar“ lässt Material, Dicke, Passform, Nässe, Verschleiß, Temperatur, Berührkörper, Ziel und Controllermodus offen. „Nass bedienbar“ unterscheidet weder Tropfen von Film oder Pfütze noch leitfähige Verschmutzung, Einschaltzustand, Wischbewegung, Sperre, Erholung und zulässige Fehlauslösungen.
| Eingabe oder Zustand | Geforderte Reaktion | Aufzubewahrender Nachweis |
|---|---|---|
| Freigegebener Finger, trocken | Gültige Ziele annehmen, ausgeschlossene Zonen ablehnen | Roh-/Prozessdaten, Host-Ereignis, Muster und Revision |
| Benannter trockener Handschuh | Festgelegte Ziele und Gesten annehmen | Handschuh-ID und -Zustand, Frontaufbau, Controllerkonfiguration |
| Benannter nasser oder verschmutzter Handschuh | Projektspezifisch annehmen, ablehnen oder sperren | Flüssigkeits-/Schmutzdefinition, Wiederholungen, Erholungsprotokoll |
| Tropfen oder dünner Film | Kein unsicheres Ereignis; definierter Betrieb oder Sperre | Aufbringmethode, Ausrichtung, Dauer, Host-Protokoll |
| Flüssigkeitsansammlung am Rand | Definierte Ablehnung, Entwässerung, Sperre oder Fehleranzeige | Gehäusezustand, Ort, Menge/Methode und Erholung |
| Reinigungs- oder Desinfektionstuch | Definierter Reinigungsmodus und Erholung danach | Chemikalie, Tuch, Zyklen, Einwirkzeit und Sichtprüfung |
| Ärmel, Handballen, Werkzeug, Sperrzone | Ablehnen oder durch benannte Logik behandeln | Eingabeobjekt, Koordinaten und Ereignisprotokoll |
Der Controller erkennt ein Signal; das Host-System entscheidet, ob daraus ein Befehl wird. ISO 9241-210:2019 beschreibt menschenzentrierte Gestaltungsaktivitäten über den Lebenszyklus interaktiver Systeme. Bei einer PCAP-HMI sind Erkennung, gesperrte Zustände, optische, akustische oder haptische Rückmeldung und Wiederanlauf deshalb gemeinsam freizugeben.
Freigabe 9: Klebung, Blende, Dichtung und FPC-Austritt als Gehäusegrenze behandeln
Eine durchgehende Glasfläche erleichtert unter Umständen die Reinigung, belegt aber keine Schutzart. Zu definieren sind Glasüberdeckung, Kleber- oder Dichtungsgeometrie, Auflage, Kompression, Ecken, Bohrungen, Displayfenster, Gehäusefuge, FPC-Austritt, Steckverbinderpfad, Befestiger, Entwässerung und Servicekonzept.
IEC 60529 klassifiziert Schutzarten durch Gehäuse. Jede IP-Aussage muss daher das konkrete Gehäuse und die geprüfte Konfiguration nennen. Deckglas, Sensor, Klebering oder FPC-Baugruppe übernehmen keine Schutzart von einem ähnlichen Produkt und auch nicht von einer ebenen Oberfläche.
Vollflächige optische Verklebung ist ebenfalls nicht automatisch die beste Konstruktion. Sie kann für einen beherrschten optischen und mechanischen Aufbau sinnvoll sein, stellt aber höhere Anforderungen an Materialverträglichkeit, Spannung, Sauberkeit, Prozess und Nacharbeit. Randklebung oder ein definierter Displayluftspalt können bei wartungsfreundlichen oder kostensensitiven Geräten passen, sofern Sensorik, Optik, Dichtung und Abstützung in genau diesem Aufbau validiert werden.
Freigabe 10: Repräsentative Aufbauten freigeben und Änderungen lenken
Ein Prototyp beantwortet nur die Frage, für die er gebaut wurde. Ein klares Deckglasmuster kann die Druckfarbe freigeben, sagt aber nichts über Displaystörungen. Ein handlaminierter Sensor kann die grundsätzliche Erfassung zeigen, bildet jedoch weder Serienblasen noch Klebespannung ab. Ein abgestimmtes Einzelmuster beschreibt keine Los-zu-Los-Streuung.
Eine risikoorientierte Prototypenfolge kann so aussehen:
- Sensor-/Schichtcoupon für Kopplung und Controller-Machbarkeit;
- seriennahes Deckglas mit Druck, Klebung, Sensor, FPC und Steckverbinder;
- eingebautes und versorgtes Gerät mit Serienddisplay, Masseführung, Kabeln, Gehäuse und Host-Verhalten;
- mehrere serienrepräsentative Aufbauten mit zulässiger Material- und Prozessstreuung sowie den projektrelevanten Umwelt- oder Lebensdauerbedingungen.
JASPERs Prototyping-Seite ist ein Einstieg für frühe Passform- und Funktionsprüfungen. Der genaue Umfang für Controller, Optik, Klebung, Störungen, Wasser/Handschuh, ESD, Umwelt und Lebensdauer muss im Projekt schriftlich bestätigt werden.

3. Inhalt eines freigabefähigen PCAP-Zeichnungspakets
Ein PCAP-Zeichnungspaket ist ein Satz koordinierter Fertigungs- und Schnittstellendokumente. Nelson Miller fordert 1:1-CAD/PDF und grundlegende Konstruktions- sowie Schnittstellendaten. Ein Serienpaket muss darüber hinaus native Quelldateien, kontrollierte Ansichts-PDFs und eindeutige Revisionsbeziehungen zusammenhalten.
| Datei oder Blatt | Mindestinhalt |
|---|---|
| Mechanikzeichnung Deckglas | Kontur, Dicke/Toleranz, Radien, Bohrungen, Kantenbearbeitung, Beschichtung, Ebenheit/Krümmung, Bezüge, Finish |
| Druck- und Randdatei | Native Vektordatei, Farben, Ebenenreihenfolge, Fenster, Maske, Dead Front, Metallic-/Leitfähigkeitsgrenzen, Register, Prüfbedingungen |
| Geometrieüberlagerung | Deckglasaußenmaß, Display-Sicht-/Aktivbereich, Touchbereich, Ziele, Sensorrand, Blende, Klebung/Dichtung, Gehäuseöffnung, FPC-Austritt an einem Ursprung |
| Dielektrischer Aufbau | Beschichtung, Glas, Druck, Kleber/Spalt, Sensor, Schirm, Display, Abstützung, Sollwerte/Toleranzen und Materialcodes |
| Sensorlayout | Architektur, Elektrodenquelldaten, gegebenenfalls Raster/Spalt, Rand, Routing, Ausrichtung, Controller-/Matrixzuordnung, Sperrzonen |
| FPC und Steckverbinder | Lagenaufbau, Kontur, Kontaktseite, Pinout, Gegenstecker, Versteifung, Biege-/Sperrzonen, Masse/Schirm, Zugentlastung, Prüfpunkte |
| Controller-Schnittstellendokument | Baustein/Familie, Versorgung, Roh-/Digitalsignalgrenze, I2C/SPI/USB oder andere Schnittstelle, Interrupt/Reset, Programmierung, Diagnose, Konfigurations-/Firmwareeigentümer |
| Display-/Störquellenplan | Display und Kabel, Regler, Ladegerät, LEDs, Motoren, Funk, Metall, Chassis, ESD-Zugänge und Masse-/Schirmverbindungen |
| Klebe-/Dichtzeichnung | Materialcode und Geometrie, Oberflächen, Liner, Montagereihenfolge, FPC-Austritt, Aushärtung/Alterung, Prüfung, Nacharbeitsgrenze |
| Prüfplan | Funktionsmaße, Kosmetik, Druck/Register, Durchgang, Pinout, Beleuchtung, Klebefehler, Touch-Funktionsprüfung |
| Validierungsmatrix | Zustände, Gerätemodus, Musterzahl, Wiederholungen, Umgebung, erwartete Reaktion, Nachweis, Verantwortlicher |
| Verpackungs-/Änderungslenkung | Schutzfolien, Trays, FPC-Schutz, Kennzeichnung, Revisionsfreigabe, freigegebene Alternativen und Requalifikationsauslöser |
Funktionale Toleranzketten statt isolierter Maße
Die ungünstigste zulässige Kombination muss montierbar bleiben, optisch passen und die validierte Sensorgeometrie erhalten:
Gehäusebezug
+ Streuung von Öffnung / Blende / Auflage
+ Deckglaskontur und Druckregister
+ Lage und Dicke von Klebung oder Dichtung
+ Sensorregistrierung
+ Displaylage und aktives Bild
+ FPC-Austritt und Steckerweg
= eingebaute optische, mechanische und sensorische Beziehung
Typische Ketten verbinden Symbolmitte und Elektrodenmitte, Displaybild und Sichtfenster, Sensorrand und Metallblende, Kleberkante und Sichtbereich oder FPC-Austritt und Gehäuseschlitz. Funktionskritische Merkmale sind zu kennzeichnen; Toleranz und Messverfahren müssen zum realen Prozess passen. Eine enge Zahl ohne Messmethode ist Dekoration, keine Lenkung.
Digitale Eigentümerschaft genauso sauber einfrieren wie die Mechanik
Zu dokumentieren sind Controllerkonfiguration, Abstimmdatei, Eigentum an Firmware-Binärdatei und -Quellcode, Programmieradapter, Versionskennung, Start-/Resetverhalten, Host-Zuordnung, Diagnoseschnittstelle und Updatepfad. Bleibt der Controller auf der OEM-Leiterplatte, benötigt der Panellieferant seine elektrischen Randbedingungen trotzdem vor Freigabe von Sensor und FPC.
4. Sechs Schritte von der Anfrage bis zur Serienfreigabe
Schritt 1: Eingaben des eingebauten Produkts bereitstellen
Zum Start gehören CAD-Daten von Deckglas und Gehäuse, Displayzeichnung, Bedienziele, Nutzer und Handschuhe, Reinigungs- und Flüssigkeitszustände, gewünschte Sensor-/Controllergrenze, FPC-Weg, Gegenstecker, Metall-/Masse-/Störumgebung, anwendbare Gerätenormen und Produktionskontext. Eine Skizze reicht für eine Machbarkeitsdiskussion, nicht für die Freigabe registrierter Druck- und Elektrodendaten.
Ist die Architektur noch offen, sollten PCAP-Touchpanels und Alternativen vor der Festlegung verglichen werden.
Schritt 2: Umfang, Bezugssystem und Architektur einfrieren
Die Verantwortungsmatrix wird geschrieben. Koordinaten-PCAP, diskrete Tasten, Slider/Rad oder reine Deckglaslieferung werden ausgewählt. Gemeinsamer Ursprung, Display- und Touchbereiche, UI-Drehung, Controllerposition, Host-Schnittstelle und Diagnosebedarf werden festgelegt. Eine offene Controllerwahl ist hier eine technische Abhängigkeit, keine Einkaufsfußnote.
Das Designreview liefert eine Schnittstellenzeichnung und eine Liste offener Punkte. Solange Sensorrand, Druckmaske, FPC-Austritt oder Displaybezug vorläufig sind, darf das Deckglaswerkzeug nicht freigegeben werden.
Schritt 3: Deckglas, Sensor, FPC und Klebeaufbau gemeinsam konstruieren
Der seriennahe dielektrische Aufbau wird vollständig erstellt. Deckglasmaterial und -toleranz, Beschichtung, Druck, Druckstufenprofil, Elektrodenmuster, Sensorträger, OCA/LOCA/PSA oder definierter Spalt, FPC-Weg, Masse/Schirmung und Auflageebenheit gehören in dasselbe Review. Regeln des gewählten Controllerherstellers dürfen nicht mit Einzelmaßen aus Microchip-, Infineon-, TI- und Lieferantenzeichnungen vermischt werden.
Das Ergebnis ist ein revisionsgebundener Zeichnungssatz mit Stückliste, keine Sammlung von Bildschirmfotos aus E-Mails.
Schritt 4: Zuerst die risikoreichsten Schnittstellen prototypisieren
Ist die Kopplung durch den vorgesehenen Aufbau unsicher, kommt vor dem dekorierten Vollglas ein Sensorcoupon. Ist die optische Verklebung über einer hohen Druckstufe das Hauptrisiko, wird ein Prozesscoupon mit den vorgesehenen Substraten und Stufen erstellt. Dominieren Displaystörungen, müssen Serienddisplay, Versorgung, Controller, Masse und FPC früh in den Prototyp.
Die Prototypenreihenfolge folgt dem Risiko, nicht dem Aussehen. Ein makelloses Muster kann eintreffen, nachdem Controller-, Klebe- oder Störkonzept bereits gescheitert sind.
Schritt 5: Die eingebaute, versorgte Baugruppe validieren
Das Panel wird mit Display, Kabeln, Versorgung, Controllerkonfiguration, Host-Firmware, Rückmeldung, Blende, Masseführung, Dichtung und serienrepräsentativem Gehäuse geprüft. Je nach Projekt gehören Mitte, Rand, Ecke, benachbarte Ziele, Halten, schnelle Folgen, ungültige Eingaben, Start, Reset, Sleep/Wake, Displayzustände, Laden, Funk/Störungen, benannte Handschuhe, Flüssigkeit/Reinigung und Erholung in die Matrix.
Bei ESD, Dichtheit, Umwelt, Medizin, Automotive, Marine oder anderen geregelten Geräten bestimmen anwendbare Gerätenormen und Risikoplan Methode, Pegel, Musterzahl und Annahmekriterien. Komponentenfertigung ist keine Zulassung des Endgeräts.
Schritt 6: Nachweise freigeben und Serienänderungen lenken
Muster-IDs werden gegen Zeichnung, Druckdaten, Stückliste, Controller, Firmware/Konfiguration, Display, Gehäuse, Montageprozess und Prüfmatrix freigegeben. Abweichungen und Korrekturmaßnahmen werden dokumentiert. Danach sind Requalifikationsauslöser festzulegen: Lieferant von Deckglas oder Farbe, Beschichtung, Klebstoff, Sensorträger, Elektrodenlayout, FPC-Aufbau, Steckverbinder, Controller, Firmware, Display, Gehäuse, Dichtung, Masseführung oder Prozess.
Das Ziel ist kein Produkt, das sich nie ändern darf. Benötigt wird eine kontrollierte Entscheidung, welche Änderung nur ein Review, eine erneute Musterfreigabe, Teilprüfung oder vollständige Systemvalidierung auslöst.
5. Validierungsmatrix und Fehlerketten für PCAP-Baugruppen
Matrix für Validierung und Musterfreigabe
| Bereich | Repräsentativer Zustand | Vor Freigabe erforderlicher Nachweis |
|---|---|---|
| Geometrie und Passung | Deckglas, Fenster, Sensor, FPC, Stecker, Gehäuse | Messwerte mit Muster-ID und Zeichnungsrevision |
| Druck und Optik | Maske beleuchtet/unbeleuchtet, Farbe, Dead Front, Fenster, Fehler | Freigegebenes Urmuster, Prüfmethode, Beleuchtungs-/Betrachtungsbedingung |
| Klebung und Auflage | Druckstufe, Blasen, Partikel, Ebenheit, Spannung, Aushärtung/Alterung | Prozessprotokoll, Materiallos, Sichtprüfung und Annahmegrenze |
| Elektrische Schnittstelle | Durchgang, Pinout, Versorgung, Reset, Kommunikation | Prüfmittel-/Programmrevision und protokolliertes Ergebnis |
| Touchfunktion | Mitte, Rand, Ecke, Nachbarziel, Halten, schnelle Folge | Roh-/Prozessdaten, Host-Ereignis und akzeptiertes Verhalten |
| Ungültige Eingabe | Handballen, Ärmel, Werkzeug, nasse Zone, Sperrbereich | Ablehnung, Sperre oder Fehlerreaktion mit Ereignisprotokoll |
| Display und Störung | Bildmodi, Helligkeit, Laden, Funk, Motoren, LEDs | Beobachtung ungünstigster Zustände im seriennahen Aufbau |
| Start und Erholung | Einschalten, Brownout, Reset, nasser Start, Trennung | Definierter sicherer Zustand, Rekalibrierregel und Erholungsnachweis |
| Gehäusegrenze | Klebung/Dichtung, Fuge, FPC-Austritt, Steckerpfad | Prüfprotokoll für die exakt benannte Baugruppe |
| Produktionsstreuung | Mehrere Gläser, Sensoren, Klebungen, Controller und Baugruppen | Verteilung gegen Freigabegrenzen und dokumentierte Entscheidung |
| Dokumentation | CAD, Druck, Stückliste, Firmware, Konfiguration, Prüfplan | Ein übereinstimmender freigegebener Revisionsstand |
Von der ausgelassenen Kontrolle zum Feldfehler
| Fehlende Kontrolle | Physikalischer oder systemischer Mechanismus | Wahrscheinliches Symptom | Nachweis zum Schließen der Kette |
|---|---|---|---|
| Gemeinsamer Bezug | Deckglas, Display, Sensor und Blende streuen unabhängig | Versetztes Ziel, abgeschnittenes Bild, schwacher Rand | 1:1-Ebenenüberlagerung und gemessene Registrierung |
| Vollständiger Schichtaufbau | Druck, Kleber, Spalt oder Liner verändert die Kopplung | Empfindlichkeitsstreuung, lokale Tot- oder Fehlzonen | Querschnitt-/Aufbauprotokoll und Rohdatenverteilung |
| Controller-/Musterreview | Matrix, Raster oder Last passt nicht zum Controller | Schlechtes Tracking, Randfehler, Abstimmung ohne Reserve | Gerätespezifisches Review und Serienkonfiguration |
| FPC-/Störquellenplan | Rohsignale koppeln mit Display, Ladegerät, Metall oder Kabel | Betriebsartabhängige Fehl- oder Nichtauslösung | Störprotokoll im eingebauten Worst Case und überarbeitetes Routing/Schirmkonzept |
| Benannte Wasser-/Handschuhzustände | Schwellenänderung löst einen Fall und verschlechtert einen anderen | Fehlauslösung, Sperre, langsame Erholung | Zustandsmatrix mit Annahme-, Ablehnungs- und Erholungsergebnissen |
| Fenster des Klebeprozesses | Druckstufe, Partikel, Ebenheit oder Aushärtung streut | Blasen, Spannung, Ablösung, optische oder sensorische Streuung | Material-/Prozesslos und definierte Sichtkriterien |
| Gehäuseprüfgrenze | Glasfront wird mit abgedichtetem Gerät verwechselt | Eintritt an Rand, FPC-Austritt, Fuge oder Stecker | Falls gefordert: IEC-60529-basierte Geräteprüfung der exakten Grenze |
| Revisionslenkung | Material oder Firmware ändert sich ohne Review | Serie driftet vom freigegebenen Muster ab | Änderungsmitteilung, Auswirkungsanalyse und Requalifikationsprotokoll |
Primärquellen ersetzen keine Projektergebnisse. Microchip, Infineon, Texas Instruments, 3M, IEC und ISO beschreiben Abhängigkeiten und Verfahren. OEM und Lieferkette müssen die Nachweise für den realen Aufbau erzeugen.
Im englischen Quellpaket benannte Kundenreferenzen
Die folgenden Namen, Länder und Branchen werden unverändert aus der freigegebenen englischen Artikelquelle übernommen. Die Nennung belegt weder einen bestimmten PCAP-Aufbau noch ein Prüfergebnis, eine Zulassung, Serienlieferung oder Empfehlung.
| Referenz | Unternehmen und Branche | Grenze der Aussage |
|---|---|---|
| Industriekunde | Rockwell Automation (USA) – OEM für Industrieautomation und Steuerungstechnik | Keine Aussage zu Panelaufbau, Handschuh-/Reinigungszustand, Projektstatus oder Ergebnis |
| Medizinkunde | Roche Diagnostics (Schweiz) – OEM für Diagnostik- und Laborgeräte | Keine Aussage zu Komponentenumfang, Reinigung, Gerätefreigabe oder klinischem Ergebnis |
| Automotive-Kunde | KOSTAL Automobil Elektrik (Deutschland) – Tier-1-Zulieferer für Automobilelektronik und Fahrzeugschnittstellen | Keine Aussage zu Subsystem, Programm, IATF-Status, PPAP oder Serienergebnis |
| Marinekunde | Raymarine (Vereinigtes Königreich / USA) – OEM für Marineelektronik und Navigation | Keine Aussage zu HMI-Aufbau, Dichtheitsprüfung, Typzulassung oder Empfehlung |
Diese Kundennamen bleiben aus Metadaten, FAQ- und Artikel-Schema ausgeschlossen.
6. Wann ein kundenspezifisches PCAP-Panel nicht die beste Wahl ist
Ein kundenspezifischer PCAP-Aufbau ist nicht automatisch die richtige Bedienlösung.
Ein Standardmodul mit Touch und Display ist vorzuziehen, wenn Kontur, Sicht- und Aktivbereich, Controller, Schnittstelle, Deckglas, Betriebsbedingungen, Verfügbarkeit und Lebenszyklus passen. Nur den Blendenaufdruck um ein bewährtes Modul anzupassen, kann Entwicklungs- und Beschaffungsrisiken senken.
Eine taktile Folientastatur oder ein physischer Schalter passt besser, wenn definierte Betätigungskraft, fühlbare Rückmeldung, Bedienung ohne Sichtkontakt, einfacher Kontaktabschluss oder eine fest verdrahtete Sicherheitsfunktion wichtiger sind als eine geschlossene dynamische Oberfläche. Eine kapazitive Taste besitzt weder Hub noch Schnappgefühl aus sich heraus.
Resistive Touchtechnik kann sinnvoll sein, wenn das freigegebene Eingabewerkzeug druckbasiert arbeitet und die optischen, gestischen, Verschleiß- und Integrationsnachteile akzeptiert werden. Für Not-Halt, Schutzeinrichtung oder redundante Sicherheitsfunktion ist eine mechanische oder anderweitig risikobeurteilte Architektur erforderlich, wenn eine Touchfläche allein die Sicherheitsfunktion nicht tragen kann.
Auch eine vollflächige optische Verklebung kann ungeeignet sein, wenn Wartung, Kleinseriennacharbeit, Spannung, Materialverträglichkeit, Sauberkeit oder Prozessverantwortung nicht beherrscht werden. Ein definierter Luftspalt oder eine Randklebung ist legitim, wenn Optik, Touchverhalten, Mechanik und Gehäuseanforderung in dieser Bauweise erfüllt werden.
7. Stopbedingungen vor Werkzeug- oder Serienfreigabe
Die Freigabe muss stoppen, wenn einer der folgenden Punkte offen ist:
- Lieferumfang und Verantwortung für Controller, Firmware und Abstimmung sind nicht schriftlich festgelegt.
- Display-Sichtbereich, aktiver Touchbereich, Bedienziel, Maskenöffnung und Blendengeometrie werden vermischt.
- Sensormuster, Controllerfamilie und seriennaher Frontaufbau wurden nicht gemeinsam geprüft.
- Deckglassubstrat, Beschichtung, Druckaufbau, Beschränkung leitfähiger Dekore, Kleber/Spalt und Sensor bilden keinen gelenkten Schichtaufbau.
- FPC-Pinout, Kontaktseite, Biegung, Gegenstecker, Masse/Schirm und Controllergrenze sind unvollständig.
- Serienddisplay, Versorgung, Metall, Kabel und Störzustände fehlen in der Validierung.
- Handschuh, Wasser, Reinigung, ungültige Eingabe, Rückmeldung, Sperre und Erholung sind nur pauschal beschrieben.
- Eine IP- oder ESD-Aussage wird ohne genaue Geräteprüfgrenze, Norm, Aufbau, Pegel und Annahmekriterium verlangt.
- Prototypen bilden freigegebene Serienmaterialien und -prozesse nicht ab.
- Musterfreigaben besitzen keine IDs, übereinstimmenden Revisionen, Bedingungen, Nachweise, Abweichungen oder Entscheidung.
- Material, Controller, Firmware, Display oder Prozess dürfen ohne Touch-, Optik- und Störungsreview ersetzt werden.
- Im Publikationssatz verbleibt ein redaktioneller Platzhalter oder eine unbelegte Leistungsbehauptung.
9. Panelzeichnung oder Displaykontur zur technischen Prüfung einreichen
Für eine erste Grenzprüfung genügen Deckglas- und Gehäuse-CAD, native Druckdaten, Displaykontur, Bedienziele, mögliche Controller oder Randbedingungen, Schichtkonzept, FPC/Steckverbinder, Masse-/Störquellenplan, Handschuh-, Wasser- und Reinigungszustände, anwendbare Gerätenormen sowie gewünschte Freigabenachweise. Ein vorläufiger Displayumriss kann eine Machbarkeitsprüfung starten; für Werkzeuge ist das oben beschriebene kontrollierte Paket nötig.
JASPER kann als eine Option für eine HMI-Baugruppe oder die Prüfung der physischen Front berücksichtigt werden, wenn der schriftliche Projektumfang passt. Die Anwendung eines kapazitiven Touch-Bedienfelds zeigt, welche Systemgrenzen besprochen werden sollten; sie beweist kein allgemeingültiges Ergebnis. Dateien können über die technische Prüfung oder die Anfrage eingereicht werden.
Quellen
- Microchip Technology, QTAN0080 maXTouch Sensor Design Guide (AN3908), indexiert am 1. August 2022.
- Microchip Technology, MXTAN0208 Design Guidelines for PCB Layouts for maXTouch Controllers.
- Microchip Technology, AN2934 Capacitive Touch Sensor Design Guide.
- Infineon Technologies, Industrial Capacitive Touchscreen Design Made Simpler.
- Texas Instruments, CapTIvate Technology Guide – Design Guide.
- 3M, Optically Clear Adhesive Technical Resources und CEF28XX/OCA 802XX Technical Data Sheet.
- International Electrotechnical Commission, IEC 60529:1989+AMD1:1999+AMD2:2013 CSV, Ausgabe 2.2.
- International Electrotechnical Commission, IEC 61000-4-2:2025, Electrostatic discharge immunity test, Ausgabe 3.0, veröffentlicht am 7. März 2025.
- International Organization for Standardization, ISO 9241-210:2019, 2025 bestätigt.
- Nelson Miller, P-CAP Design Guide,
. - Fannal Electronics, Projected Capacitive Touch Screen Assembling Instructions,
. - Elo Touch Solutions, TouchPro PCAP Integration Guide,
.
Häufig gestellte Fragen
Was gehört in eine Zeichnung für ein kundenspezifisches PCAP-Panel?
Das Paket sollte Mechanikzeichnung des Deckglases, Druckdaten und Randmaske, Geometrieüberlagerung mit gemeinsamem Bezug, vollständigen dielektrischen Aufbau, Sensorlayout, FPC und Steckverbinder, Controllerschnittstelle, Display-/Störquellenplan, Klebe- und Dichtdetails, Prüfplan, Validierungsmatrix sowie Revisions- und Änderungslenkung enthalten. Native CAD-/Vektordaten werden zusammen mit kontrollierten PDF-Ansichten geliefert.
Wann muss der Touchcontroller ausgewählt werden?
Die Controllerfamilie muss vor der Freigabe von Sensormuster und FPC feststehen. Sie beeinflusst Matrix- oder Kanalumfang, Elektrodengeometrie, Last, Routing, Schirmstrategie, Abstimmung, Diagnose, Host-Schnittstelle, Firmwareeigentum und Prüfzugriff. Eine spätere Softwareanpassung kann einen physikalisch unpassenden Aufbau nicht zuverlässig retten.
Wie beeinflusst die Deckglasdicke die kapazitive Erfassung?
Ein größerer dielektrischer Abstand verringert im Allgemeinen die Kopplung zwischen Finger und Elektrode. Deshalb sind Material, Dicke, Druck, Kleber, Spalte, Elektrodengeometrie, Controller, Masse und Störumgebung gemeinsam auszulegen. Microchip AN2934 stützt diese Wirkungsrichtung; eine universelle Maximaldicke für jedes Glas, jeden Kunststoff und jeden Controller gibt es nicht.
Ist eine vollflächige optische Verklebung für jedes PCAP-Display erforderlich?
Nein. Vollflächige optische Verklebung, Randklebung, Sensor-zu-Deckglas-Laminierung und definierter Displayluftspalt können jeweils richtig sein. Die Wahl verändert Optik, Kopplung, Ebenheit, Spannung, Abdichtung, Sauberkeit, Prozessführung, Nacharbeit und Service. Validiert wird mit realem Deckglas, Druckrand, Sensor, Display und Gehäuse.
Kann ein kundenspezifisches kapazitives Touchpanel mit Handschuhen und Wasser funktionieren?
Ja, wenn benannter Handschuh, Flüssigkeitszustand, Frontaufbau, Sensor, Controllerkonfiguration, Masseführung, Gehäuse, Host-Logik und Annahmeplan die geforderte Reaktion unterstützen. Für jeden Zustand ist festzulegen, was angenommen, abgelehnt, gesperrt, gemeldet oder wiederhergestellt werden muss. „Nass bedienbar“ und „handschuhtauglich“ sind keine vollständigen Anforderungen.
Soll der Controller am Panel oder auf der OEM-Hauptplatine sitzen?
Beide Grenzen sind möglich. Ein entfernter Controller setzt Rohsignale der FPC-Länge, dem Steckverbinder, Hostlayout und Störungen aus. Ein lokaler Controller verkürzt empfindliche Leitungen, erweitert die Panelbaugruppe aber um Versorgung, Programmierung, Firmware, Diagnose, Kommunikation, Lebenszyklus und Änderungslenkung. Beide Varianten sind vor Festlegung des FPC-Wegs zu vergleichen.
Erhält ein Gerät durch eine verklebte Glasfront automatisch IP65 oder IP67?
Nein. IEC 60529 bewertet den Schutz durch das Gehäuse. Die geprüfte Konfiguration muss relevante Deckglasklebung oder Dichtung, Gehäuse, Fugen, Bohrungen, Befestiger, FPC-Austritt, Steckverbinderpfad, Ausrichtung und Annahmeziel umfassen. Loses Deckglas, Sensor oder Klebering besitzen aufgrund ihres Aussehens keine Gehäuseschutzart.
Welche Nachweise müssen vor Serienstart freigegeben werden?
Muster-IDs sind gegen übereinstimmende Revisionen von Mechanik, Druck, Schichtaufbau, Sensor, FPC, Stückliste, Controller, Firmware/Konfiguration, Display, Gehäuse, Montageprozess, Prüfung und Validierung freizugeben. Erforderlich sind projektspezifische Nachweise zu Geometrie, Optik, Klebung, Elektrik, Touchfunktion, ungültigen Eingaben, Störung, Start/Erholung, Umwelt, Produktionsstreuung und Abweichungen.
Zeichnung und Anforderungen prüfen lassen
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