Dongguan, Guangdong 523927, China[email protected]+86 136 3262 5290
Startseite / Engineering-Blog / Folientastaturen
FolientastaturenTechnischer Leitfaden

IP65 vs. IP67 bei Folientastaturen: Was die Baugruppe abdichten muss

JASPER EngineeringAktualisiert 4. August 202616 Min. Lesezeit

IP65 vs. IP67 bei Folientastaturen: Strahlwasser, Untertauchen und sechs Dichtpfade nach IEC 60529 für eine prüfbare OEM-Baugruppe.

Technisches Beispiel zu IP65 vs. IP67 bei Folientastaturen: Was die Baugruppe abdichten muss

Für fest installierte Bedienfelder, die Regen, Strahlwasser oder einer moderaten Nassreinigung ausgesetzt sind, ist IP65 meist das passende Wasser-Schutzziel. Kann ein Handgerät, ein Marine-Bedienfeld oder ein anderes Produkt zeitweilig unter Wasser geraten, ist IP67 oder eine Doppelbewertung IP65/IP67 zu spezifizieren. Dabei müssen Folienleiteraustritt, Steckverbinder und Gehäusefuge in der definierten Einbaulage mitgeprüft werden. IP67 schließt IP65 nicht automatisch ein.

Stand: 29. Juli 2026


Bei IP65 vs. IP67 bei Folientastaturen geht es nicht darum, welche Zahl auf einem Datenblatt sicherer klingt. Entscheidend sind die reale Wasserbelastung, der vollständige Prüfling und jede Fuge, die sich im fertigen Gerät öffnen kann. Für Mechanik, Elektronik, Qualität und technische Beschaffung lautet die Kurzregel: Die zweite Kennziffer muss zum Belastungsfall passen. Dieser Vergleich trennt Bauteilsprache von der Gehäusebewertung nach IEC 60529, ordnet die sechs typischen Eintrittswege einer wasserdichten Folientastatur und endet mit den Angaben, die vor Anfrage und Erstmuster feststehen sollten. JASPER fertigt Folientastaturen, Bedienfolien, Silikonschaltmatten und HMI-Baugruppen in Dongguan, Guangdong, und kann einen Dichtpfad anhand konkreter Zeichnungen prüfen. Die folgenden Entscheidungsregeln gelten unabhängig von dieser Prüfung.


1. Kurzentscheidung: IP65 und IP67 im direkten Vergleich

Die Tabelle bewertet eine seriennah montierte Folientastatur-Baugruppe im vorgesehenen Gehäuse. Eine lose Folienprobe auf dem Labortisch ist damit nicht gemeint.

Kriterium Vorteil IP65 Vorteil IP67 Gleichstand / keines allein
Staubschutz, erste Kennziffer 6
Gerichtetes Strahlwasser, Regen, Schlauchreinigung
Zeitweiliges Untertauchen bei definierter Tiefe und Dauer
Konstruktionsaufwand bei fest montierten Außenbedienfeldern
Folienleiter und Steckverbinder unter hydrostatischem Druck
Strahlwasser und Untertauchen im selben Lastenheft Doppelbewertung IP65/IP67
Heißes Hochdruckwasser, etwa am Fahrzeug oder in bestimmten Lebensmittelanlagen IP66 oder passende K-Klasse nach ISO 20653 prüfen

Kurz gesagt: Beide Klassen haben dieselbe Staubkennziffer, aber unterschiedliche Wasserprüfungen. Die zweite Kennziffer folgt der Belastung; anschließend muss jeder Weg geschlossen werden, den diese Prüfung öffnen kann.

2. Was IEC 60529 für IP65 vs. IP67 bei Folientastaturen prüft

IEC 60529 beschreibt Schutzarten, die Gehäuse für elektrische Betriebsmittel bieten. Die IEC-Übersicht zu IP-Schutzarten ordnet das Codesystem öffentlich ein. Der IP-Code bezieht sich daher nicht von selbst auf eine lose Frontfolie oder ein unmontiertes Schaltelement. Der Begriff wasserdicht bleibt ohne Prüfverfahren, Prüfling und Annahmekriterium ungenauer als eine sauber definierte IP-Angabe.

2.1 Zwei Kennziffern mit getrennten Aufgaben

Kennziffer Schutzgegenstand IP65 IP67
Erste Kennziffer Fremdkörper und Zugang zu gefährlichen Teilen 6: staubdicht 6: staubdicht
Zweite Kennziffer Schädliches Eindringen von Wasser bei einem definierten Verfahren 5: Strahlwasser 7: zeitweiliges Untertauchen

Die öffentliche Übersicht zum IP-Code, die die IEC-60529-Klassen zusammenfasst, beschreibt die erste Kennziffer 6 als staubdicht: Unter der festgelegten Staubprüfung darf kein Staub eindringen. Je nach Luftstrom umfasst die zusammengefasste Prüfbeschreibung ein Unterdruckverfahren mit einer Dauer von bis zu acht Stunden. Für IP65 und IP67 ist die Feststoffseite daher gleich, sofern das Gehäuse im geprüften Zustand tatsächlich geschlossen ist.

Der Unterschied liegt in der zweiten Kennziffer.

2.2 IPX5-Strahlwasser und IPX7-Untertauchen belasten andere Stellen

Klasse Öffentliche Beschreibung des Wasserverfahrens Typische Belastung an der Bedieneinheit
IPX5 6,3-mm-Düse; Wasserstrahlen aus jeder Richtung. Übliche Laborpläne nennen etwa 12,5 l/min, 2,5-3 m Abstand und eine mehrminütige Beaufschlagung. Maßgeblich bleiben die verwendete IEC-60529-Ausgabe und die Laboranweisung. Umlaufender Kleberand, Bedienfolienverbund, Fensterauflagen, Ecken und offene Ausschnitte unter dynamischem Strahlwasser
IPX7 Zeitweiliges Untertauchen bei definiertem Druck und definierter Dauer. Als verbreitete Klassenbeschreibung gelten 1 m Wassertiefe und 30 min. Ausrichtung, Wasserart und Annahmekriterium gehören in den Projektprüfplan. Durchgängige Dichtgrenze, Folienleiteraustritt, Steckverbinderraum, Setzverhalten der Dichtung und kapillare Pfade unter statischer Druckhöhe

Genaue Düsenparameter, Abstände und Annahmekriterien stehen in der maßgeblichen IEC-60529-Ausgabe und in der Prüfanweisung für den konkreten Prüfling. Für die Konstruktion ist vor allem eines wichtig: Die Bewegungsenergie eines Wasserstrahls und der statische Wasserdruck beim Untertauchen sind verschiedene Lastfälle.

2.3 Oberhalb IPX6 sind Wasser-Schutzarten nicht kumulativ

IPX7 ist kein automatischer Nachweis für IPX5 oder IPX6. Die öffentliche Zusammenfassung des IP-Codes weist ausdrücklich darauf hin, dass Wasser-Schutzarten oberhalb IPX6 nicht kumulativ sind. Eine Baugruppe kann die Untertauchprüfung bestehen und bei einem gerichteten Wasserstrahl dennoch eine Fuge öffnen. Treten beide Belastungen im Feld auf, sind beide Verfahren nachzuweisen. Die Kennzeichnung lautet nach bestandener getrennter Bewertung beispielsweise IP65/IP67, nicht einfach nur IP67.

Auch IPX8 ist keine kostenlose Höherstufung. Die Bedingungen für dauerhaftes Untertauchen werden vom Hersteller festgelegt und müssen Teil der Aussage sein. Hohe Drücke und Temperaturen bei Fahrzeug- oder Waschprozessen gehören in die ISO-20653- beziehungsweise K-Klassen-Diskussion und nicht in einen vereinfachten Vergleich von IP65 und IP67.

Konstruktions- und Prüfdetails zu IP65 vs. IP67 bei Folientastaturen: Was die Baugruppe abdichten muss

3. Seitengleiche Spezifikation für eine Folientastatur mit IP-Schutzart

Die folgenden Angaben beschreiben die Klassenabsicht, wie sie in Anfragen für eine Folientastatur mit IP-Schutzart verwendet wird. Sie sind kein Zertifikat für ein nicht geprüftes Bauteil.

Merkmal IP65-orientierte Baugruppe IP67-orientierte Baugruppe
Feststoffkennziffer 6: staubdicht 6: staubdicht
Wasserkennziffer 5: Strahlwasser 7: zeitweiliges Untertauchen
Dominante Wasserlast Dynamischer Strahl / Sprühwasser Statische hydrostatische Druckhöhe
Typische IPX5-Düsensprache 6,3-mm-Düse; üblicher Laborplan etwa 12,5 l/min bei 2,5-3 m, anhand Normausgabe und Laboranweisung prüfen Nicht das kennzeichnende Verfahren
Typische IPX7-Untertauchsprache Nicht das kennzeichnende Verfahren Übliche Klassenbeschreibung 1 m / 30 min; Einbaulage und Annahmekriterium festlegen
Primär belastete Dichtstellen Umfangsrand, Fenster, strahlzugewandte Fugen Durchgängiger Umfang plus Folienleiter- und Steckverbindervolumen
Geltungsbereich der Aussage Bewertetes Gehäuse / bewertete Baugruppe Bewertetes Gehäuse / bewertete Baugruppe
Option für Doppelkennzeichnung IP65 oder IP65/IP67 bei zusätzlichem Untertauchnachweis IP67 oder IP65/IP67 bei zusätzlichem Strahlwassernachweis

Eine abgedichtete Folientastatur-Baugruppe bleibt nur so geschlossen wie ihre schwächste Fuge unter dem gewählten Verfahren. Die Auswahl von Polyester (PET) oder Polycarbonat (PC), Hartbeschichtung und rückseitigem Drucksystem beeinflusst Verschleiß und Medienbeständigkeit. Keine Folienmarke erzeugt für sich allein ein IP65- oder IP67-Ergebnis. Der Konstruktionsleitfaden für Folientastaturen ordnet solche Einzelentscheidungen in die komplette HMI-Baugruppe ein.

3.1 Konstruktionsbereiche für die frühe Planung

Diese Bereiche dienen der Diskussion in OEM-Anfragen. Sie sind weder IEC-60529-Grenzwerte noch garantierte Rezepte. Verbindlich werden Zahlen erst in Zeichnung, Materialaufbau und Musterbericht.

Konstruktionselement IP65-orientierter Planungsbereich IP67-orientierter Planungsbereich Grenze der Aussage
Umfangsdichtung Durchgängiger PSA-Kleberand, bei Bedarf dünne Kompressionsdichtung Durchgängiger Rand plus höher belastbare Dichtung oder verklebte Kante Geometrie und Ebenheit des Trägers sind entscheidend
Kompressionsdichtung, falls eingesetzt Häufiger Gesprächsbeginn etwa 1,0-1,5 mm Häufiger Gesprächsbeginn etwa 1,5-2,5 mm Keine allgemeine Dickenregel
Hinterer Kleberand Wo möglich häufig mindestens 3-5 mm umlaufend Gleich breit oder breiter, ohne Unterbrechung an Ecken Tasten und Ausschnitte brauchen selektive Öffnungen
Folienleiteraustritt Bei fest montierten Bedienfeldern häufig Wärme- oder PSA-Abdichtung Häufiger Manschette, Umspritzung, Verguss oder abgedichtete Durchführung Untertauchen legt den Pfad stärker unter Druck
Steckverbinderzustand in der Prüfung Im Feldzustand gesteckt, wenn er im Betrieb gesteckt ist Gesteckt und rückseitiger Hohlraum abgedichtet Offene Folienleiterproben bilden den Einsatz nicht ab
Entlüftung bei taktilen Tasten Kann in einen trockenen rückseitigen Raum führen Muss gezielt geschlossen, gefiltert oder als Pfad nachgewiesen sein Tastenentlüftung und Untertauchen können kollidieren
Aufwand gegenüber einer ungedichteten Ausgangskonstruktion Meist moderater zusätzlicher Rand- und Montageaufwand Häufig zusätzlicher Aufwand am Folienleiter und Steckverbinder Keine Preisangabe; Stückliste und Geometrie entscheiden
Relativer Schritt von IP65 zu IP67 - Häufig zusätzlicher Aufwand, wenn Untertauch-Hardware hinzukommt Größe, Fenster, Beleuchtung und Steckverbinder prüfen

Beide Namen bleiben hier Klartext: Die Seiten dienten der Strukturrecherche, nicht als Nachweis für ein konkretes JASPER-Produkt. In der Praxis liegen die entscheidenden Unterschiede meist an folgenden Punkten:

  1. Breite und Durchgängigkeit des Kleberands: Selektive Öffnungen im Klebstoff dürfen an der Kante keinen Strahlwasser- oder Kapillarweg bilden. Die Auswahl des Klebstoffs muss Gehäusewerkstoff, Oberflächenenergie, Rauheit und Montagepressung berücksichtigen.
  2. Fenster und Ausschnitte: Displayfenster, LED-Öffnungen und Befestigungsbohrungen unterbrechen die Front. Für jede Öffnung braucht es einen benannten Dichtpfad und eine klare Bauteilverantwortung.
  3. Folienleiteraustritt: Unter hydrostatischem Druck ist er ein häufiger Eintrittsweg. Manschette, Umspritzung, Dichtung oder Verguss sind mögliche Ansätze, aber keine universellen Rezepte.
  4. Steckverbinderraum und Gehäusefuge: Eine perfekte Frontkaschierung kann eine offene Kabeldurchführung, eine ungedichtete Rückseite oder ein verzogenes Bedienfeld nicht ausgleichen. Die Auslegung von Folienleiter und Steckverbinder gehört deshalb in denselben Dichtplan.
  5. Entlüftung gegen Abdichtung: Taktile Entlüftungskanäle, die zur Umgebung offen sind, widersprechen einer Untertauchaussage, solange ihr Weg nicht gezielt ausgelegt und geprüft wurde.

4. Was die Baugruppe abdichten muss: sechs Eintrittswege

Eine Folientastatur abzudichten heißt nicht, nur die sichtbare Bedienfolie zu schützen. Wasser folgt dem vollständigen Weg durch das Gerät. Sechs Schnittstellen müssen deshalb getrennt entschieden und anschließend am selben Prüfling bewertet werden.

BEDIENER / UMGEBUNG
        |
        +-- Pfad 1  Front (Bedienfolie, Prägung, Verschleiß der Hartbeschichtung)
        +-- Pfad 2  Umfangskante (Kleberand, Ecken)
        +-- Pfad 3  Fenster und Ausschnitte (Display, LED, Befestigung)
        +-- Pfad 4  Folienleiteraustritt (Biegung, Verstärkung, Manschette/Umspritzung)
        +-- Pfad 5  Steckverbindergrenze (ZIF/LIF/Crimp, rückseitige Abdichtung)
        +-- Pfad 6  Gehäusefuge (Dichtungsverpressung, Ebenheit, Schraubenbild)
                 |
                 +-- Als EIN Prüfling nach dem gewählten IEC-60529-Verfahren
Pfad Wo Wasser ansetzt Vor dem Muster festzulegen Aussagekräftiger Nachweis
Front Reinigungsmedien, Abrieb, stehende Tropfen Folienqualität und Oberfläche, Drucksystem, Fensteraufbau Sicht- und Funktionsprüfung nach definierter Wisch- oder Sprühbelastung
Umfangskante Kapillarer Einzug an der Laminatkante Randgeometrie, durchgängiger Klebstoff, Eckenradius Kantenquerschnitt oder Farbstoffprüfung nach Belastung
Fenster und Ausschnitte Stufen an Klarsichtfenstern und Bohrungen Überlappung, Dichtung, Blende oder Eigentümer der abgedichteten Unterbaugruppe Kontrolle jeder Öffnung am montierten Gerät
Folienleiteraustritt Austritt unter Strahl- oder Wasserdruck Richtung, Dichtverfahren, Biegezone, Zugentlastung Strahl- oder Untertauchprüfung am seriennahen Folienleiter
Steckverbinder Offener Hohlraum hinter der Kontaktseite Steckverbinderfamilie, rückseitige Dichtung, Servicezugang Prüfung im gesteckten Feldzustand
Gehäusefuge Verzug, zu geringe Dichtungsverpressung, Schlitze Ebenheit, Verpressung, Entwässerung, Schraubenbild Prüfung der vollständigen Gehäuse-Baugruppe

Die IP-Aussage gehört zur bewerteten Baugruppe. Eine flache Folientastatur-Probe ohne Seriengehäuse, Folienleiterführung, Montageverfahren und Steckverbinderzustand ist ein Entwicklungsversuch, kein Nachweis für IP65 oder IP67 am Endprodukt.

4.1 Wann das Denkmodell wasserdichte Folientastatur in die falsche Richtung führt

  • Ein trocken eingesetztes Innenraum-HMI braucht womöglich eine IP54-orientierte Spritzschutzbetrachtung oder einfach ein besseres Gehäuse, aber nicht automatisch IP67.
  • Bei heißer Hochdruckreinigung ist eine höhere Strahlwasserklasse wie IP66 oder eine passende K-Klasse nach ISO 20653 zu prüfen. Eine Untertauchbewertung beantwortet die Strahlenergie nicht.
  • Hat das Gehäuse einen offenen Kabelschlitz, den die Folientastatur nicht schließen kann, muss zuerst das Gehäuse geändert werden. Eine dickere Dichtung an der Front löst diesen Weg nicht.

5. Wo IP65 die passendere Wahl ist

IP65 passt häufig zu fest montierten Bedienfeldern, weil deren reales Risiko aus Regen, Spritz- und Strahlwasser oder Reinigung besteht, nicht aus Untertauchen.

5.1 Außenliegende Schaltschränke, HLK und fest montierte Bedieneinheiten

Wand- und türmontierte Tastenfelder sind Windregen, Staub und gelegentlicher Schlauchreinigung ausgesetzt. Die IPX5-Klasse bildet gerichtetes Wasser auf einer geschlossenen Front ab. Zusätzliche Untertauch-Hardware bringt für ein dauerhaft an der Wand montiertes Gehäuse keinen belastbaren Vorteil, wenn dieser Lastfall nicht auftreten kann. Bei HLK-Reglern, Pumpstationen und Industrieschränken sollte die Konstruktionszeit zunächst in umlaufenden Kleberand, Eckenradien und Montageebene fließen. Die lokale Anwendungsseite zu wasserdichten Folientastaturen im Außenbereich zeigt den dafür relevanten Gehäusekontext.

5.2 Nassreinigung und Desinfektionswischen, wenn kein Untertauchen vorgesehen ist

Bedienflächen in Lebensmittel-, Labor- und klinischen Umgebungen können wiederholten Wischzyklen oder moderatem Sprühwasser ausgesetzt sein. IP65 kann die passende Wasserkennziffer sein, wenn das Protokoll auf Wischen und Sprühen begrenzt ist. Die Beständigkeit gegen Reinigungschemikalien bleibt davon getrennt: Öl, Lösemittel, Säuren, Laugen und UV-Strahlung werden durch die Wasserkennziffer nicht nachgewiesen. Ist Nahbereichs-Hochdruckreinigung vorgesehen, muss die Strahlklasse angehoben werden, statt IP67 als allgemeines Synonym für mehr wasserdicht zu verwenden.

5.3 Kosten- und werkzeugsensible Industrie-HMIs in Serie

Bei einem fest montierten Gerät mit trockenem rückseitigem Raum bleibt eine IP65-orientierte Konstruktion am Folienleiteraustritt und an der Steckverbinderdurchführung meist einfacher. Das ist eine Aussage über Aufwand und Risiko, keine allgemeine Preistabelle. Größe, Fensterzahl, Hintergrundbeleuchtung und Steckverbinderfamilie bestimmen die Stückliste. Wer die Belastungsrichtung sauber kartiert, muss kein Untertauch-Hardwarepaket bezahlen, das im Feld keinen Fehler verhindern kann.

IP65 passt nicht, wenn ein Gerät in nasser Umgebung in der Tasche getragen, auf einem Deck überflutet, in stehendem Wasser gelagert oder durch Eintauchen aufbereitet werden kann.

6. Wo IP67 die passendere Wahl ist

IP67 ist die richtige zweite Kennziffer, wenn zeitweiliges Untertauchen ein glaubwürdiges Ereignis ist, auch wenn es nur selten auftritt.

6.1 Tragbare Messgeräte und mobile Bediengeräte

Handmessgeräte, tragbare medizinische Bediengeräte und Servicewerkzeuge können in eine Pfütze gelegt, in einem Becken gespült oder auf einem nassen Deck vergessen werden. Statischer Wasserdruck erreicht ZIF- und LIF-Steckverbinderräume sowie Folienleiteraustritte, die eine Sprühprüfung unter Umständen nicht öffnet. Noch vor der Grafikfreigabe gehören Tiefe, Dauer, Ausrichtung sowie ein- oder ausgeschalteter Zustand in den Untertauch-Prüfplan.

6.2 Marine-, Pool- und Deckausrüstung

Bedieneinheiten an Booten, Stegen und Geräten in Wassernähe können kurzzeitig vollständig von Wasser bedeckt werden. Die vorhandene Anwendungsseite für Folientastaturen in Marine und Pooltechnik ordnet Feuchte, UV-Strahlung, Chemikalien, Randabdichtung und Gehäusepassung gemeinsam ein. Salz und Korrosion brauchen jedoch eigene Werkstoff- und Beschichtungsentscheidungen. IP67 adressiert zeitweiliges Untertauchen; es ersetzt keine Korrosionsauslegung.

6.3 Überflutbare Gehäuse und stehendes Wasser

Außenliegende Anschlusskästen, landwirtschaftliche Steuerungen in Senken und Fahrzeugzonen mit tiefem Spritzwasser sind zuerst Untertauchprobleme. Fahrzeugprojekte ergänzen IEC-Begriffe häufig durch Anforderungen aus der ISO-20653-Familie. Solche Anforderungen sind einzeln zu benennen und nachzuweisen; sie sind kein pauschales IP67 plus.

IP67 passt nicht, wenn der einzige reale Lastfall leichter Regen an einem festen Gehäuse ist und weder Folienleiter noch Steckverbinder oder vollständige Gehäusemuster für Untertauchen ausgelegt werden. Eine höhere Zahl kann dann eine bessere Lösung verdecken: Entwässerung des Gehäuses verbessern und IP65 ehrlich gegen Strahlwasser prüfen.

7. Doppelbewertung und Fälle außerhalb von IP65 oder IP67

7.1 Doppelkennzeichnung IP65/IP67

Treten Reinigungsstrahlen und zeitweiliges Untertauchen beide auf, braucht die Baugruppe zwei getrennte Bewertungen: IP65 und IP67 beziehungsweise die passende Strahlwasserklasse plus Untertauchklasse. Für jedes Verfahren sind Prüfling, Einbaulage, Reihenfolge, Erholungszeit und Annahmekriterium festzulegen. Erst nach beiden Nachweisen ist eine Doppelkennzeichnung belastbar.

7.2 Wann eine andere Richtung sinnvoller ist

Situation Bessere Richtung als IP65 oder IP67 allein
Nur Staub und leichtes Tropfwasser im Innenraum Niedrigere IP-Klasse oder besseres Schrankkonzept
Heißes Hochdruckwasser als Hauptbelastung IP66 und/oder passende K-Klasse nach ISO 20653 prüfen
Dauerhaftes Untertauchen IPX8 mit schriftlich festgelegten Bedingungen
Chemischer Angriff als eigentliche Ausfallursache Werkstoffqualifikation; IP ist keine Chemikalienklasse
Offene Kabeldurchführung oder verzogene Montagefläche Gehäuse überarbeiten, bevor die Tastatur höhergestuft wird
Schnell benötigte, aber nicht geprüfte Marketingaussage Keine IP-Zahl veröffentlichen, solange der Prüfling nicht bewertet ist

JASPER, LuphiTouch, Niceone-Keypad und andere OEM-Fertiger unterliegen derselben Geometrie: Wasser folgt dem offenen Weg. Kein Anbieter kann eine offene Gehäusefuge dadurch IEC-60529-konform machen, dass eine höhere Kennziffer in eine Broschüre geschrieben wird.

8. Entscheidungsmatrix und Projekt-Checkliste

8.1 Auswahl nach dem realen Lastfall

Priorität / Belastung Bevorzugte Richtung
Festes Außenbedienfeld, Regen und gelegentlicher Schlauch, kein Untertauchen IP65
Desinfektionswischen oder moderates Sprühen auf geschlossener Front IP65 plus separate Medienbeständigkeit
Hochdruckreinigung als Hauptlast Strahlwasserklasse, häufig IP66-orientiert; nicht nur IP67
Handgerät, das in Wasser liegen oder in ein Spülbecken geraten kann IP67
Marine- oder Deckgerät mit Überflutungsrisiko Mindestens IP67 plus Korrosionsplan
Sprühreinigung und zeitweiliges Untertauchen Doppelbewertung IP65/IP67 oder passende Kombination
Dauerhaftes Untertauchen IPX8 mit schriftlichen Bedingungen
Noch keine Gehäusezeichnung Keine IP-Schutzart für die lose Tastatur behaupten

8.2 Vor dem Muster festlegen: Belastungsrichtung und Validierungsziel

Diese zwölf Angaben gehören in die Anfrage und in die Prüf- und Validierungsplanung:

  1. Zielkennzeichnung: IP65, IP67, Doppelbewertung oder andere Klasse; Produktkennzeichnung oder internes Entwicklungsziel
  2. Belastungsrichtung: Welche Flächen sehen Strahlwasser, Spritzwasser oder Untertauchen?
  3. Bei IPX7/IPX8: Tiefe, Dauer, Wasserart und ein- oder ausgeschalteter Zustand
  4. Reinigungsmedium, Temperatur und Häufigkeit als separate Werkstoffanforderung
  5. Gehäusewerkstoff, Ebenheit, Dichtung und Entwässerung
  6. Lage, Biegung und Abdichtung des Folienleiteraustritts
  7. Steckverbinderfamilie, Zustand während der Prüfung und Regeln für den rückseitigen Raum
  8. Fenster, LEDs und Befestigungsbohrungen mit klarer Dichtverantwortung
  9. Entlüftung bei taktiler Konstruktion: offen, gefiltert oder geschlossen
  10. Definition des seriennahen Prüflings, nicht nur eines handgefertigten Vorzeigemusters
  11. Annahmekriterien: sichtbarer Wassereintritt, Isolationswiderstand und Funktion
  12. Falls für Nordamerika erforderlich: NEMA-Sprache separat festlegen; Querverweise sind nur näherungsweise

Nächster Schritt: Belastungsrichtung und Validierungsziel auf einer Seite festhalten. Anschließend Gehäusezeichnung, Folienleiterführung, Steckverbinderzustand und vorgesehene IP-Angabe zur technischen Prüfung senden, bevor Werkzeug und Gehäuse einen ungeeigneten Dichtpfad festschreiben.

Technische Quellen

Offenlegung: Dieser Artikel wurde für bestmembraneswitchs.com im Auftrag von JASPER (Jasper Electronics Co., Ltd.) lokalisiert. JASPER fertigt Folientastaturen, Bedienfolien und verwandte HMI-Baugruppen und ist eine mögliche Anlaufstelle für eine zeichnungsgebundene Dichtpfadprüfung. LuphiTouch und Niceone-Keypad sind weitere Anbieter derselben Produktkategorie. Für keine Drittanbieter-Nennung wurde eine Zahlung berücksichtigt. Datenstand: 29. Juli 2026.

Weitere deutschsprachige Konstruktionsbeiträge stehen im Engineering-Blog. Für dieses Projekt bleibt die entscheidende Eingabe jedoch konkret: Belastungsrichtung, Validierungsziel, Gehäusefuge, Folienleiteraustritt und Steckverbinderzustand vor der Werkzeugfreigabe definieren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen IP65 und IP67 bei einer Folientastatur?

Beide Klassen verwenden die erste Kennziffer 6, wenn das geprüfte Gehäuse staubdicht ist. IP65 weist Schutz gegen die IPX5-Strahlwasserbedingungen nach; IP67 weist Schutz bei zeitweiligem Untertauchen nach IPX7 unter definierten Bedingungen nach. Die Verfahren belasten unterschiedliche Fugen und sind nicht austauschbar.

Schließt IP67 automatisch IP65 ein?

Nein. Oberhalb IPX6 sind Wasser-Schutzarten nicht kumulativ. Ein IPX7-Untertauchnachweis ersetzt die IPX5-Strahlwasserprüfung nicht. Wenn das Produkt beiden Belastungen ausgesetzt ist, müssen beide Verfahren bewertet und nach bestandener Prüfung beispielsweise als IP65/IP67 gekennzeichnet werden.

Kann eine lose Folientastatur für sich allein als IP67 bezeichnet werden?

Nicht belastbar. IEC 60529 klassifiziert den Schutz durch Gehäuse. Der Nachweis braucht einen definierten Prüfling mit Seriengehäuse, Folienleiterführung, Steckverbinderzustand und Montageverfahren. Eine lose Probe kann der Entwicklung dienen, belegt aber keine IP67-Schutzart des fertigen Geräts.

Reicht IP65 für eine Folientastatur im Außenbereich?

Häufig ja, wenn das Bedienfeld fest montiert ist, Regen und gelegentlichem Schlauchwasser ausgesetzt wird, aber nicht untertauchen kann. IP67 ist sinnvoll, sobald ein Handgerät, Deckgerät oder überflutbares Gehäuse zeitweilig vollständig unter Wasser geraten kann.

Welche Konstruktionsänderungen sind beim Wechsel von IP65 zu IP67 üblich?

Bei Untertauchen rücken ein durchgängiger Umfangsabschluss, der Folienleiteraustritt, der Steckverbinderraum und die Dichtungsverpressung stärker in den Mittelpunkt. Typische Planungsgespräche reichen etwa von 1,0-1,5 mm zu 1,5-2,5 mm Dichtungsdicke, ergänzt um eine belastbarere Folienleiterabdichtung. Das sind keine Passkriterien; Geometrie und Prüfling entscheiden.

Deckt eine IP-Schutzart Chemikalien, Öl oder UV-Strahlung ab?

Nein. Der IP-Code behandelt Fremdkörper und Wasser unter definierten Verfahren. Beständigkeit gegen Reinigungschemikalien, Öl, Lösemittel und UV-Strahlung braucht eigene Werkstoff- und Anwendungstests. Eine bestandene Wasserprüfung darf nicht als Medien- oder UV-Nachweis ausgelegt werden.

Wie verhalten sich NEMA-Schutzarten zu IP65 und IP67?

NEMA-Gehäusetypen sind eine eigenständige amerikanische Klassifikationssprache. Veröffentlichte Zuordnungstabellen bieten nur eine näherungsweise Orientierung. Eine IP-Prüfung erfüllt nicht automatisch eine NEMA-Typprüfung und umgekehrt. Wenn beide Kennzeichnungen benötigt werden, müssen Lastenheft und Nachweise beide Systeme ausdrücklich nennen.

Wie sollte eine Doppelprüfung für IP65/IP67 geplant werden?

Ein seriennaher Prüfling wird getrennt dem Strahlwasser- und dem Untertauchverfahren unterzogen. Reihenfolge, Erholungsbedingungen, Ausrichtung, Dauer, Steckverbinderzustand sowie Sicht- und Funktionskriterien werden vorab festgelegt. Erst wenn beide Bewertungen bestanden sind, ist die Doppelkennzeichnung IP65/IP67 sachlich gedeckt.

Technische Prüfung

Zeichnung und Anforderungen prüfen lassen

Senden Sie Zeichnung, Einsatzbedingungen und Jahresmenge für eine technische Prüfung.

Weitere technische Leitfäden

wasserdichten FolientastaturKonstruktionsleitfaden für FolientastaturenAuswahl des KlebstoffsAuslegung von Folienleiter und Steckverbinderwasserdichten Folientastaturen im AußenbereichFolientastaturen in Marine und PooltechnikPrüf- und Validierungsplanung