HMI-Displayfenster ausrichten: Randreserve aus Aktivfläche, Toleranzkette, Parallaxe, Blendentiefe und Sichtbereich nachvollziehbar prüfen.

Ein HMI-Displayfenster ist erst dann richtig ausgerichtet, wenn die lichte Öffnung die erforderliche LCD-Aktivfläche aus jeder freigegebenen Augenposition vollständig zeigt. Das muss für die gesamte zulässige Streuung von Verschiebung, Verdrehung, Schichtdicke, Druckbild, Klebstoff und Dichtung gelten. Eine belastbare Freigabe verbindet deshalb zwei Nachweise: eine geometrisch-optische Berechnung und eine Sichtbereichsprüfung am vollständigen Aufbau. Der Betrachtungswinkel im LCD-Datenblatt beschreibt dagegen nur das elektrooptische Verhalten des Moduls unter festgelegten Messbedingungen. Er beweist nicht, dass eine Blende oder eine bedruckte Maske keine Pixel verdeckt.
Stand: 30. Juli 2026
Was die Ausrichtung eines HMI-Displayfensters tatsächlich festlegt
Die Ausrichtung bestimmt die Lage der sichtbaren Pixelgrenze zu jeder physischen Kante, die das Bild verdecken kann. Mit „Displayfenster“ ist hier die transparente Öffnung beziehungsweise die Öffnung einer opaken Druckmaske in Frontplatte, Bedienfolie oder Deckglas gemeint, nicht ein Softwarefenster. Bei HMI-Baugruppen mit Displayfenster beginnt die Prüfung mit den Originalzeichnungen von Display, Frontaufbau, Träger und Gehäuse.
Die Zeichnungsbegriffe dürfen nicht zu einer einzigen „Bildschirmgröße“ zusammengezogen werden. Auch Viewing Area wird von Lieferanten nicht einheitlich verwendet. Deshalb braucht jedes Projekt ein eigenes Begriffs- und Koordinatenblatt.
| Zeichnungsmerkmal | Praktische Bedeutung | Warum es separat bleiben muss |
|---|---|---|
LCD-/TFT-Aktivfläche (AA) |
Pixelbereich, der das Bild erzeugt | Diese Bildkante muss durch die Öffnung sichtbar bleiben. Samsung Display trennt die pixelbasierte Aktivfläche vom Randbereich für Leiterbahnen und Bonding. |
Modul- oder Rahmen-Sichtfläche (VA) |
Durch den Modulaufbau definierte Öffnung beziehungsweise sichtbare Fläche | Sie kann größer als die Aktivfläche und kleiner als die Modulkontur sein. Entscheidend ist die Definition des Displayherstellers. |
| Lichte Öffnung / Sichtfläche im Deckglas | Transparente Öffnung, durch die das Display gesehen werden soll | Vier Kanten, Eckenradien und Bezugsebene bestimmen den physischen Bildbeschnitt. |
| Opake Masken- oder Dekorkante | Gedruckter oder beschichteter Rand zum Abdecken von Leiterbahnen, Klebstoff oder Modulmerkmalen | Häufig ist dies die tatsächlich sperrende Kante, obwohl das Deckglas selbst transparent bleibt. |
| Sensor-Aktivfläche | Bereich, in dem der Touchsensor bestimmungsgemäß arbeitet | Er kann über die LCD-Aktivfläche hinausragen und besitzt eigene Ausrichtungsgrenzen. |
| Modulkontur und Positioniermerkmale | Glas, Rahmen, Bohrungen, Zapfen, Halter oder Trägerflächen für die Montage | Diese Merkmale sind messbare Fertigungsbezüge, aber nicht automatisch zur Pixelmatrix zentriert. |
| UI-Sicherheitsbereich | Teil der Aktivfläche für wichtige Texte, Bedienelemente, Alarme und Symbole | Er verhindert, dass aufgabenkritische Inhalte unmittelbar an einer optischen oder physischen Grenze liegen. |
| Geforderter Sichtbereich | Freigegebene Augenpositionen, Blickrichtungen und Abstände | Er ist eine Systemanforderung und keine Katalogangabe des LCDs. |
Zwei Herstellerzeichnungen zeigen, wie groß die Unterschiede sein können. Das luftgebondete 7,0-Zoll-Modul Riverdi RVT70HSDNWC00 nennt eine TFT-Aktivfläche von 154,21 × 85,92 mm, eine Sichtfläche im Deckglas von 155,01 × 86,72 mm und eine Sensor-Aktivfläche von 156,08 × 88,42 mm. Bei konzentrischen Rechtecken beträgt der nominelle Überstand der Deckglas-Sichtfläche gegenüber der TFT-Aktivfläche nur 0,40 mm je Seite. Dieselbe Zeichnung nennt 1,10 mm Deckglas, 0,20 mm SCA, 0,55 mm Sensor, 0,60 mm DST und einen schwarzen Maskendruck. Höhe des Luftspalts und genaue Maskenebene reichen jedoch nicht aus, um einen neuen Sichtbereich freizugeben. Quelle: Riverdi, Datenblatt RVT70HSDNWC00, Revision 1.0.
Beim 4,3-Zoll-Modul Winstar WF43A3TWAEDNN0 sind eine TFT-Kontur von 105,50 × 67,20 mm, eine Rahmen-Sichtfläche von 98,16 × 56,86 mm und eine Aktivfläche von 95,04 × 53,856 mm getrennt bemaßt. Für nicht eigens tolerierte Maße nennt die Zeichnung ±0,3 mm. Diese Werte sind keine Empfehlung für Fensterzugaben. Sie belegen lediglich, dass Aktivfläche, Sichtfläche, Außenkontur, Versatz und Toleranz eigenständige Eingangsgrößen sind. Quelle: Winstar, Datenblatt WF43A3TWAEDNN0.
HMI-Displayfenster ausrichten: Randreserve und Parallaxe berechnen
Für die Randreserve sind zwei gekoppelte Modelle erforderlich: ein Strahlengang von den geforderten Augenpositionen zur Aktivfläche und eine Lagetoleranzkette von der Aktivfläche bis zur Öffnungskante. Ein nominell perfekt zentrierter Aufbau kann bei schrägem Blick abschatten. Eine große optische Öffnung kann trotzdem schief wirken, wenn die Verdrehung in der Fertigung fehlt.
Zuerst die sperrende Ebene bestimmen
Der Schnitt durch die jeweils geprüfte Kante muss zeigen, auf welcher physischen Ebene die opake Begrenzung liegt.
Auge des Bedieners / äußere Blickrichtung
↓
Vorderfläche von Deckglas oder Gehäuse
transparentes Material vor der sperrenden Kante
OPAKE MASKE ODER ÖFFNUNGSKANTE ← Bezugsebene des Fensters
OCA / Touchsensor / Luftspalt / transparente Zwischenschichten
Frontpolarisator und LCD-Zelle
PIXEL- / AKTIVFLÄCHENEBENE
Infineon beschreibt die Blende eines Touchpanels als opaken Rand, der typischerweise auf der Unterseite, also der zweiten Fläche des Deckglases, gedruckt wird. Bildet dieser Druck die Öffnung, beginnt die optische Schichtbilanz an der Druckebene und nicht automatisch an der Vorderseite des Glases. Schichten vor der Maske bleiben relevant, wenn eine endliche Augenposition auf die Maskenebene projiziert wird. Eine Gehäuseblende auf der ersten Fläche, eine tiefe Senkung, ein gekrümmtes Deckglas oder ein geneigter Aufbau verlangt dagegen den realen Schnitt als Grundlage. Quelle: Infineon, AN234185 Rev. E.
Schichtweise HMI-Parallaxe berechnen
Für ebene, parallele Schichten verknüpft das Snelliussche Brechungsgesetz den Luftwinkel mit dem Winkel im jeweiligen Material:
n_Luft × sin(θ_Luft) = n_i × sin(θ_i)
Der seitliche Strahlversatz zwischen Masken- und Aktivflächenebene lautet:
P = g_Luft × tan(θ_Luft) + Σ[t_i × tan(arcsin((n_Luft / n_i) × sin(θ_Luft)))]
g_Luft ist der Luftabstand unterhalb der Maske. Zu jeder transparenten Schicht im Intervall zwischen Maske und Pixeln gehören eine Dicke t_i und ein Brechungsindex n_i. Der Brechungsindex ist nach der NIST-Definition das Verhältnis der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum zu derjenigen im Material. In der Projektberechnung ist der freigegebene Lieferantenwert bei passender Wellenlänge und Bedingung einzusetzen.
Bei zusammengesetzten Blickrichtungen genügt ein zweidimensionaler Schnitt nicht immer. Entweder wird der Strahl dreidimensional verfolgt oder der Versatz mit dem Azimut φ aufgeteilt: P_x = P cos(φ) und P_y = P sin(φ).
Bei kurzer Betrachtungsentfernung oder großem Display darf nicht nur die Verbindung vom Auge zur Displaymitte betrachtet werden. Jede Randposition des Augenraums ist zu den maßgebenden Kanten und Ecken der Aktivfläche zu verfolgen. Besitzt der Aufbau mehrere opake Öffnungen, etwa eine Druckmaske hinter einer tiefen Gehäuseblende, muss jede Öffnungsebene geprüft werden. Je nach Blickrichtung kann eine andere Kante maßgebend werden.
Die folgende Sensitivitätsrechnung ist keine Empfehlung für eine Klebschicht. Sie zeigt den seitlichen Weg je 1,00 mm Schichtdicke bei drei äußeren Winkeln. Für die OCA-Spalte wird der typische 3M-Wert n = 1,4757 bei 532 nm aus dem Datenblatt der Reihe 817X verwendet. Dort sind für 8171CL und 8172CL außerdem 25 µm beziehungsweise 50 µm reale Klebstoffdicke genannt; 3M kennzeichnet diese Daten als repräsentative Werte und nicht als allgemeine Spezifikation.
| Äußerer Winkel zur Normalen | Luft: Versatz je 1,00 mm | OCA bei n = 1,4757: Versatz je 1,00 mm |
Beitrag von 50 µm OCA |
|---|---|---|---|
| 30° | 0,577 mm | 0,360 mm | 0,018 mm |
| 45° | 1,000 mm | 0,546 mm | 0,027 mm |
| 60° | 1,732 mm | 0,725 mm | 0,036 mm |
Optical Bonding kann einen großen Luftspalt verkleinern und den Brechungsweg verändern. Es beseitigt aber weder Deckglas, Sensor und Polarisator noch Blendenwand, XY-Versatz oder Verdrehung. „Null Parallaxe“ ist deshalb keine belastbare Aussage für die vollständige Baugruppe.
Blendentiefe und Registrierungsstreuung hinzufügen
Eine geradwandige Öffnung kann wie ein Tunnel abschatten, selbst wenn der transparente Stapel dünn ist. Für eine luftgefüllte Wandtiefe h ergibt sich im geprüften Schnitt B_Wand = h × tan(θ_Luft). Bei Fase, Aufweitung, Radius oder gefülltem Hohlraum sind die reale Kontur und der Strahlwinkel im betreffenden Medium anzusetzen.
Für jede linke, rechte, obere und untere Kante e gilt eine gerichtete Reserve:
R_e = C_nom,e − (E_reg,e + |P_e| + B_Wand,e + I_Rand,e)
Die Kante besteht die Prüfung nur, wenn R_e ≥ G_e für jede geforderte Augenposition und jeden freigegebenen Toleranzfall gilt. Maßgebend ist die ungünstigste Kante.
| Term | Bedeutung | Erforderlicher Nachweis |
|---|---|---|
C_nom,e |
Nomineller Überstand der lichten Öffnung über die Aktivflächenkante | Zeichnung in einem gemeinsamen Koordinatensystem mit Grundmaßen |
E_reg,e |
Ergebnis der Registrierungsrechnung: Aktivfläche zum Modul, Positionierer, Druck/Schnitt, Montageverschiebung, Bauteilgröße und Verdrehungsanteil | Deklarierte Worst-Case-, RSS-, Monte-Carlo- oder Fähigkeitsmethode; Eckentransformation eingeschlossen |
P_e |
Optischer Schichtversatz zur geprüften Kante | Freigegebene Dicken, Brechungsindizes, Maskenebene und Blickrichtungen |
B_Wand,e |
Physische Projektion der Blenden- oder Gehäusewand | Schnittgeometrie mit Fase/Radius und zugehörigem Strahlwinkel |
I_Rand,e |
Zulässiges Eindringen von Klebstoff, Dichtung, Schaum, Druckfarbe oder Fremdmerkmal | Sperrflächenzeichnung und Prozess- beziehungsweise Prüfgrenze |
G_e |
Projektspezifischer Sicherheitsabstand hinter der berechneten Grenze | Aufgabenrisiko, UI-Sicherheitsbereich, Messauflösung und Freigabeverantwortlicher |
Dieselbe Streuung darf nicht doppelt eingehen. Enthält eine gemessene Fähigkeit der fertigen Baugruppe bereits Druck- und Platzierungsstreuung, dürfen diese Anteile nicht erneut als unabhängige Summanden auftauchen. Umgekehrt ist RSS nur dann vertretbar, wenn Verteilungen, Unabhängigkeitsannahmen, Ausbeuteziel und Annahmeplan dazu passen. Die Ecken sind als transformierte zweidimensionale Geometrie zu rechnen; eine Messung nur im Zentrum erkennt keine durch Verdrehung verursachte Eckabschattung.
NISTIR 6223, Design for Tolerance of Electro-Mechanical Assemblies, behandelt Worst Case, lineares RSS, nichtlineare Fortpflanzung, numerische Integration und Monte Carlo. Daraus folgt keine pauschal beste Methode. Antwortgeometrie und statistische Annahmen müssen zur gewählten Methode passen.
Eine zusätzliche Machbarkeitsprüfung erkennt Fenster, für die es überhaupt keine gültige Größe gibt. In einem einfachen symmetrischen eindimensionalen Schnitt sei A die maximale Breite der Aktivfläche, V die minimale Breite, innerhalb der Rahmen oder andere unerwünschte Merkmale verborgen bleiben, und R = E_reg + max|P| + B_Wand + I_Rand + G. Dann müssen gleichzeitig W ≥ A + 2R und W ≤ V − 2R gelten. Eine Lösung existiert nur bei V − A ≥ 4R.
Diese Beziehung ist eine konservative Projektableitung und keine Normformel. Verdrehung, Eckenradien, nicht konzentrische Merkmale und asymmetrische Ränder verlangen eine zweidimensionale Einschlussprüfung. Schließt sich das Intervall, hilft eine willkürlich engere Drucktoleranz meist nicht. Dann sind beispielsweise Z-Abstand oder Wandtiefe zu reduzieren, der verdeckbare Rand zu verbreitern, die Positionierung zu verbessern, der Augenraum zu begrenzen oder der Aufbau zu ändern.
Quellegebundene Referenzwerte für die Konzeptprüfung
Die folgenden Werte stammen aus benannten Produktunterlagen. Sie dürfen nur als Sensitivitäts- oder Konzeptfälle mit genau der angegebenen Herkunft verwendet werden. Sie sind weder JASPER-Fähigkeitsdaten noch allgemeine HMI-Grenzwerte. Für eine Freigabe sind ausschließlich die Werte des konkret gewählten Aufbaus maßgeblich.
| ID | Quellegebundener Konzeptwert | Herkunft und Bedingung | Verwendungsgrenze |
|---|---|---|---|
| P1 | ±0,20 mm je X-/Y-Achse für eine konzeptionelle Aktivfläche-zu-Maske-Zuordnung |
Newhaven NHD-7.0-800480AF-LSXP: Blendenöffnung 156,7 ± 0,2 mm; Riverdi und Winstar verwenden in Beispielen ±0,3 mm für nicht spezifizierte Maße. |
Eine Bauteiltoleranz belegt keine fertige Montagefähigkeit. Maßgeblich sind reale Bezüge, Stichprobe und Berechnungsmethode. |
| P2 | 0,50 mm nomineller Überstand der Öffnung über die Aktivfläche je Seite als reiner Modellfall |
TOPWAY LMT070DNCFWD-6 nennt für dieses Modell 0,5 mm je Seite. | Nicht auf andere Displays, Maskenebenen, Augenräume oder Verdeckungsgrenzen übertragen. |
| P3 | 1,0 mm Deckglas und n = 1,50 bei 590 nm für eine Vorrechnung |
Corning nennt für die betreffende Gorilla-Glass-Familie 0,55, 0,70, 1,0, 1,5 und 2,0 mm sowie einen Kernbrechungsindex von 1,50 bei 590 nm. | Produktfamilienwert, keine Materialfreigabe für die Zielbaugruppe. |
| P4 | 50 µm OCA, n = 1,4757 bei 532 nm und 0,3 % Haze auf LCD-Glas |
3M 8172CL, Datenblatt 817X. | Haze gilt für die genannte Prüfkonstruktion, nicht für die komplette HMI-Baugruppe. |
| P5 | Sichtprüfung bei 25 ± 2 °C, 60 ± 10 % r. F., 300–700 lx, 35 ± 5 cm und ±45° in vier Richtungen |
Riverdi RVT70HSDNWC00. | Modulspezifischer Prüfrahmen; Augenraum, Aufgabe, Beleuchtung, Anzeigezustand und Kriterien des Projekts bleiben eigenständig. |
| P6 | Feuchtefall +50 °C, 90 % r. F., 96 h |
Newhaven NHD-7.0-800480AF-LSXP. | Kein Nachweis für Einsatzdauer, Schutzart oder ein anderes Produkt. |
| P7 | Temperaturschock −20 °C für 60 min → +70 °C für 60 min, 20 Zyklen |
Newhaven NHD-7.0-800480AF-LSXP. | Nur als modellspezifischer Vergleichsfall; Schweregrad und Annahmekriterien gehören zum Zielprodukt. |
| P8 | Schwingung 10–50 Hz, 5 G, 30 min je X-/Y-/Z-Achse |
Newhaven NHD-7.0-800480AF-LSXP. | Keine Aussage über Einbauspektrum, Befestigung oder JASPER-Prüffähigkeit. |
| P9 | ESD Luft ±8 kV, Kontakt ±4 kV, jeweils 5 Beaufschlagungen |
Newhaven NHD-7.0-800480AF-LSXP. | Norm, Entladepunkte, Reihenfolge, Betriebszustand und Funktionskriterien sind projektbezogen festzulegen. |
Die Tabelle ist keine Zertifizierungsmatrix. Werte unterschiedlicher Komponenten dürfen nicht zu einer Leistungszusage für die Gesamtbaugruppe zusammengesetzt werden.

Zehn Prüfpunkte für Sichtbereich und Displayfenster-Registrierung
Eine belastbare Prüfung überführt Bedienpositionen in Zeichnungsmerkmale, Prozessgrenzen und Nachweise am Endaufbau. Die Reihenfolge ist wichtig: Begriffe und Nutzungskontext kommen vor Konstruktion und Qualifizierung.
| Nr. | Prüfkriterium | Belastbares Signal | Freigabestopp |
|---|---|---|---|
| 1 | Zeichnungsmerkmale | Aktivfläche, Sichtfläche, lichte Öffnung, Maskenkante, Sensor-Aktivfläche, Modulkontur und UI-Sicherheitsbereich sind getrennt benannt. | Ein einziges Rechteck heißt „Display“, ohne Abgleich der Lieferantenbegriffe. |
| 2 | Geforderter Augenraum | X-/Y-/Z-Grenzen, Abstand, Azimut, Elevation, Aufgabe und Umgebungsbedingungen sind angegeben. | „Großer Betrachtungswinkel“ ersetzt die Nutzungsgeometrie. |
| 3 | Sperrebene | Ein Schnitt kennzeichnet genau den Druck, die Beschichtung, Wand oder Blende, die den Strahl abschattet. | Die gesamte Deckglasdicke wird ohne Bestimmung der opaken Ebene addiert oder ignoriert. |
| 4 | Bezugs- und Registrierkette | Die Aktivfläche ist über messbare Positionierer mit der Frontöffnung verknüpft. | Zentrierung nur zur LCD-Außenkontur oder zu einem Bildschirmfoto. |
| 5 | Verschiebung und Verdrehung | X/Y, Teilegröße, Spiel, Druck/Schnitt, Platzierung, Aushärtung und Eckverdrehung sind in der deklarierten Methode enthalten. | Nur Nominallage oder Mittelpunktmessung. |
| 6 | Optik und Wandgeometrie | Jede geforderte Richtung besitzt Schichtstrahlrechnung und Öffnungsschnittprüfung. | Gesamte Z-Höhe wird mit einem Luftwinkel multipliziert; Wandtiefe fehlt. |
| 7 | Luftspalt oder Bonding | Optik, Touch-Störabstand, Spannung, Service, Reparatur und Prozessfolgen sind dokumentiert. | Optical Bonding wird als allgemeine Lösung gewählt. |
| 8 | Randeintritt und Z-Führung | Druckausbreitung, Klebstoff, Dichtung, Schaum, Wölbung, Kompression und Überstand haben Sperr- und Prüfgrenzen. | Weiche Materialien werden nur mit Nenndicke und ohne seitliches Eindringen modelliert. |
| 9 | Messbedingungen | Bildmuster, Leuchtdichtezustand, Beleuchtung, Abstand, Winkel, Temperatur, Musterzustand und Kriterien sind festgeschrieben. | Der Betrachtungswinkel des nackten Panels wird zur HMI-Spezifikation. |
| 10 | Musterfreigabe und Änderung | Grenzmuster, Berichte, Quellenrevisionen und Revalidierungsauslöser sind genehmigt. | Nur ein nominelles Golden Sample wird freigegeben oder Substitutionen bleiben ungeprüft. |
Prüfpunkte 1 bis 3: Koordinaten- und Blicksystem festlegen
Die Ausgangszeichnung braucht ein eindeutiges Koordinatenglossar. Der Microchip maXTouch Sensor Design Guide trennt in Abbildung 2-9 Aktivflächenkante des Displays, Aktivflächenkante des Sensors, Dekordruckkante, Leiterbahn-zu-Dekor-Toleranz und Display-zu-Dekor-Toleranz. Daraus folgt keine universelle Zugabe; die Abbildung zeigt vielmehr, dass diese Grenzen konstruktiv verschieden sind.
Der Augenraum ist im Produktkoordinatensystem zu beschreiben. Eine wandmontierte Steuerung, ein Fahrzeugdisplay für sitzende Personen und ein handgehaltenes Servicegerät erzeugen unterschiedliche Höhen, Abstände und Quersichten. Jede Grenzposition wird an der relevanten Öffnungsebene in eine Blickrichtung umgerechnet. Müssen mehrere Personen ablesen können, erhält jede erforderliche Augenbox eine Aufgabe und eigene Kriterien.
Ebenso konkret ist die Maskenebene. Zweitflächiger Druck, eine geformte Gehäuseöffnung und eine Metallblende können in der Vorderansicht dieselbe XY-Öffnung besitzen und dennoch verschiedene Strahlengänge erzeugen. Der Schnitt entscheidet.
Prüfpunkte 4 bis 6: Die Registrierung fertigbar machen
Die Displayfenster-Registrierung benötigt einen visuellen Bezug und eine physische Fertigungskette. Das Auge beurteilt Pixelkante und Randsymmetrie; die Montage positioniert reale Merkmale. Die Aktivfläche muss daher mit ihrer Toleranz zur Displaykontur oder zu definierten Positioniermerkmalen bekannt sein. Anschließend folgt die Kette über Träger, Halter, Gehäuse und Frontteil bis zur Druckmaske.
Die Methode ist auf der Zeichnung oder im Berechnungsbericht zu benennen. Worst Case schützt gegen bestimmte Kombinationen, kann aber konservativ sein. RSS oder Monte Carlo verlangt dagegen belastbare Verteilungen, Abhängigkeiten und ein Ausbeuteziel. Gemessene Prozessfähigkeit kann stärker sein als angenommene Einzelstreuungen, gilt aber nur für die dokumentierte Konstruktion, Prozesslage und Stichprobe.
Eine Rotation wirkt an den Ecken am stärksten. Deshalb werden alle Aktivflächen- und Öffnungsecken bei positiver und negativer Winkelgrenze transformiert. Eine Mittenmessung kann trotz abgeschnittener Ecke bestehen.
Für allgemeine Toleranz- und Bezugsplanung verweist die Baugruppe auf die technische HMI-Konstruktionsprüfung. ISO 5459:2024 beschreibt Begriffe und Regeln für Bezüge und Bezugssysteme; ISO 1101:2017 und ASME Y14.5-2018 (R2024) sind alternative Zeichnungssprachen. Das Projekt muss ein System eindeutig verwenden und darf Symbole nicht beiläufig vermischen.
Prüfpunkte 7 und 8: Aufbau und weiche Ränder beherrschen
Luftspalt, Randverklebung und vollflächiges Optical Bonding sind Konstruktionsvarianten, keine Qualitätsrangfolge. Ein kleinerer Luftspalt senkt häufig den geometrischen Versatz und innere Reflexionen. Ein definierter Luftspalt kann in einem kapazitiven Touchaufbau aber Störeinkopplung reduzieren und Service oder Reparatur erleichtern. Vollflächige Verklebung verändert Spannungen, Aushärtung, Reparaturweg und Qualifizierungsbedarf.
Der Aufbau ist deshalb zusammen mit Touchpanels mit Displayfenster und der übergeordneten HMI-Baugruppenarchitektur zu prüfen. Der Zielartikel entscheidet nur über den Einfluss auf Z-Abstand, Strahlweg und Randreserve; eine allgemeine Bonding-Auswahl bleibt außerhalb seines Umfangs.
Klebstoff, Dichtung und Schaum sind keine idealen Rechtecke. Fließen, Kompression, Rückstellung, Wölbung und Aushärtung können die freie Fläche seitlich und in Z verändern. Die Zeichnung braucht deshalb Innenkanten-Sperrflächen, min./max. komprimierte Dicken, zulässige Druckausbreitung und einen prüfbaren Bezug nach der Endmontage.
Prüfpunkte 9 und 10: Endaufbau messen und Änderungen kontrollieren
Ein Datenblattwinkel ist kein Sichtbereichsnachweis. Beim Winstar WF43A3TWAEDNN0 sind 80° minimum und 85° typisch in vier Richtungen an CR ≥ 10, 25 ± 2 °C, 50 cm Abstand, 1,0° Messfeld und Dunkelraum gebunden. Riverdi definiert für RVT70HSDNWC00 ebenfalls einen Kontrastkriteriums-Winkel am Displayzentrum, während die Sichtprüfung andere Abstände, Beleuchtungen und Winkel nutzt.
IEC 61747-30-1:2012 behandelt transmissive LCD-Module und schließt Kombinationen mit Touchpanel oder Frontlicht ausdrücklich aus, weil solche Schichten vor der Messung entfernt werden. Das ist der entscheidende Grenzfall: Moduldaten wählen einen Kandidaten aus, die fertige HMI-Baugruppe muss separat nachgewiesen werden.
ISO 9241-303:2011 liefert einen Rahmen für Anforderungen an die Bildqualität elektronischer Anzeigen. ISO 9241-306:2018 beschreibt Feldbewertung im Nutzungskontext. Aufgabe, Umgebung, Augenraum, Stichprobe und Annahmekriterien bleiben dennoch Verantwortung des OEM. Änderungen an Display, Deckglas, Maskenzeichnung, Klebstoff, Dichtung, Positionierer, Gehäuse oder UI-Sicherheitsbereich lösen eine erneute Prüfung der betroffenen Merkmale aus.
Sechs Schritte von den Zeichnungsdaten bis zur Serienfreigabe
Die Freigabe schließt zuerst Geometrie, dann Aufbau und schließlich Prüfung. So wird verhindert, dass ein optisch überzeugender Prototyp zur einzigen Spezifikation wird.
Schritt 1: Originaldaten und Nutzungskontext sammeln
Erforderlich sind native Displayzeichnung und Datenblatt statt Diagonale oder Bildschirmfoto. Hinzu kommen Deckglas-/Folienzeichnung, Maskenkante, Touchzeichnung, Träger- und Gehäuse-CAD, Klebstoff- oder Dichtungsspezifikation, UI-Sicherheitsbereich, Einbaulage und Servicegrenze. Jede Augenposition beziehungsweise Augenbox wird mit Abstand, Aufgabe, Beleuchtung und Temperatur dokumentiert. Unbekannte Größen bleiben offene technische Risiken und werden nicht mit „typischen“ Werten gefüllt.
Schritt 2: Merkmale, Einheiten, Bezüge und Revisionen normalisieren
Eine gemeinsame Koordinatentabelle enthält Aktivfläche, Modulkontur, Positionierer, Sensor-Aktivfläche, Maskenöffnung, Gehäuseöffnung und kritische UI-Inhalte. Lieferantenursprünge, 90°-Drehungen, Vorder-/Rückansicht und Millimeter-/Pixelbezug müssen eindeutig sein. Der Schnitt kennzeichnet die physische Maskenebene. Teilenummer, Revision und Datum jeder Quelle verhindern, dass eine spätere Substitution unbemerkt zur genehmigten Geometrie erklärt wird.
Schritt 3: Jede Kante und Ecke berechnen
Maximale Aktivfläche und minimale Öffnung werden durch die gewählte Bezugskette transformiert. Die erklärte Worst-Case- oder statistische Methode schließt Eckverdrehung ein. Danach werden alle Grenzaugenpositionen durch den Schichtstapel projiziert; Wandprojektion und zulässiger Randeintritt kommen hinzu. Das Ergebnis weist Restreserve, ungünstigste Augenposition und größten Beitrag getrennt für links, rechts, oben und unten aus.
Schritt 4: Aufbau wählen und Grenzmuster fertigen
Luftspalt, Randverklebung oder Optical Bonding wird erst festgelegt, wenn Schritt 3 die Z- und Randabhängigkeit zeigt. Grenzmuster verwenden reale Maske, Deckglas, Display, Sensor, Klebstoff/Dichtung, Positionierer, Klemmkraft und Gehäuse. Die Kombinationen decken XY-Verschiebung, positive und negative Verdrehung, minimales/maximales Z, Öffnungs- und Aktivflächengrenzen sowie maximal zulässigen Randeintritt ab.
Schritt 5: Die vollständige HMI-Baugruppe validieren
Angezeigt werden Randbalken, Eckenmarken, feine Schrift, Zielfarben, kontrastarme Zustände und kritische UI-Inhalte. Jede geforderte Augenposition wird unter freigegebener Beleuchtung und Temperatur geprüft. Aufzuzeichnen sind physischer Beschnitt, Randsymmetrie, Farb- oder Kontrastverlust, Reflexion, Klebstoff-/Dichtungseintritt und gegebenenfalls Touchkoordinaten. Nach relevanter Umwelt- oder Mechanikbelastung werden die betroffenen Prüfungen wiederholt.
Schritt 6: Zeichnung, Musterbericht und Änderungsgrenzen freigeben
Zur Serienunterlage gehören Koordinatenzeichnung, Toleranzrechnung, Masken- und Schichtschnitt, Stücklistenrevisionen, Arbeitsanweisung, Prüfvorrichtung beziehungsweise Augenpositionsdefinition, Annahmekriterien und unterschriebener Musterbericht. Die Änderungslenkung umfasst mindestens LCD, Deckglas/Bedienfolie, Maskenzeichnung, Touchsensor, Klebstoff, Dichtung, Positionierer, Gehäusewand, Montagefolge und UI-Sicherheitsbereich.
Fehlerketten und Prüfmatrix für den HMI-Sichtbereich
Fehler lassen sich schneller eingrenzen, wenn Eingangsfehler, physischer Mechanismus, sichtbares Symptom und Nachweis verbunden bleiben. Ein Verschieben des Druckbilds kann das Symptom eines Musters kaschieren, ohne die Ursache in Bezugskette oder Z-Aufbau zu beheben.
| Eingangs- oder Prozessfehler | Physischer Mechanismus | Sichtbares Symptom | Vorbeugung / Nachweis |
|---|---|---|---|
| Aktivfläche und Sichtfläche werden gleichgesetzt | Fenster wird auf das falsche Rechteck ausgelegt | Pixel werden abgeschnitten oder Rahmenmerkmale sichtbar | Aktivfläche, Sichtfläche, Kontur und Versätze in einer Koordinatenzeichnung vergleichen |
| Zentrierung nur zur Modulkontur | Aktivfläche-zu-Kontur-Versatz geht in die Baugruppe ein | Ungleichmäßiger sichtbarer Rand trotz passender Außenkontur | Aktivfläche durch die Positionierkette führen; Endlage Aktivfläche zu Maske messen |
| Verdrehung fehlt | Fehler wächst mit Abstand vom Drehzentrum | Eine Ecke wird verdeckt, die diagonale Ecke zeigt zu viel Öffnung | Alle Ecken bei beiden Winkelgrenzen transformieren |
| Maskenebene ist falsch | Falsche optische Dicke geht in die Rechnung ein | Berechnete Parallaxe stimmt nicht mit dem Muster überein | Schichtaufbau schneiden und genaue opake Oberfläche kennzeichnen |
| Luftspalt oder Wandtiefe fehlt | Strahlfußpunkt verlässt bei Schrägsicht die Restreserve | Bild ist frontal vollständig, seitlich aber abgeschnitten | Jede Augenraumgrenze verfolgen und Wandprojektion aufnehmen |
| Klebstoff-, Dichtungs- oder Druckeintritt fehlt | Weiches oder gedrucktes Merkmal ragt in die Öffnung | Lokaler dunkler Rand oder chargenabhängige Asymmetrie | Innere Eintrittsgrenzen freigeben und nach Endmontage/Kompression prüfen |
| LCD-Winkel wird zur HMI-Anforderung | Elektrooptik und physischer Beschnitt werden vermischt | Kontrast bleibt erhalten, Blende verdeckt trotzdem Inhalt | Gesamtaufbau validieren; Panelwinkel nur als Komponentennachweis verwenden |
| Display- oder Maskenrevision ohne Revalidierung | Aktivflächenversatz, Sichtkegel, Druckkante oder Dicke ändert sich | Früher freigegebene Reserve verschwindet | Zeichnungsdifferenz, Berechnung und Grenzmuster erneut prüfen |
Die Projektprüfung kann auf HMI-Prüf- und Validierungsplanung aufsetzen. Ein Link auf eine Leistungsseite ist jedoch kein Prüfnachweis. Der Bericht muss Bauzustand, Musterrevision, Bedingung, Instrument/Vorrichtung, Ergebnis und Annahmekriterium benennen.
| Prüftor | Muster und Bedingungen | Methode / Nachweis | Projektentscheidung |
|---|---|---|---|
| Maßliche Registrierung | Minimale Öffnung, maximale Aktivfläche, XY-/Verdrehungsgrenzen, komprimierter Aufbau | Vision- oder Koordinatenmessung von freigegebenen Bezügen; vier Rand- und Eckenreserven | Jedes R_e erreicht den Sicherheitsabstand; keine unkontrollierte Bezugskette oder Doppelzählung |
| Erscheinungsbild frontal | Endaufbau an nomineller Augenposition und in relevanten Bildzuständen | Randsymmetrie, Randmuster, UI-Sicherheitsbereich | Kein unzulässiger Beschnitt oder sichtbares Innenmerkmal; Asymmetrie innerhalb der Projektgrenze |
| Grenzen des Augenraums | Jede X-/Y-/Z-Grenze sowie kleinster und größter Abstand | Feste Vorrichtung oder vermessene Augenkoordinaten; Kanten-/Eckenmuster | Erforderliche Inhalte bleiben an jeder Position sichtbar und lesbar |
| Optische Leistung | Freigegebene Beleuchtung, Temperatur, Displayansteuerung, Deckglaszustand und Bildsatz | Leuchtdichte/Kontrast/Farbe am Endaufbau oder aufgabenbezogene visuelle Methode | Projektgrenzen erfüllt; kein Ersatz durch Datenblattwinkel |
| Touchverhalten, falls vorhanden | Gleiche Blickpositionen sowie erforderliche Finger, Handschuhe, Feuchte und Erdung | Koordinatenziele, Randgenauigkeit, Rauschen/SNR und Fehlauslösung | Sichtbares Ziel und Touchpunkt bleiben nach Touch-Spezifikation ausreichend registriert |
| Prozess des Randeintritts | Maximale Druckausbreitung, Klebstofffluss, Dichtungs-/Schaumkompression und Wölbung | Schnitt-, Foto- oder Vision-Nachweis nach Aushärtung und Klemmung | Kein Material überschreitet die Sperrfläche; Z-Aufbau bleibt freigegeben |
| Umweltdelta | Vorher/nachher für Bedingungen aus dem realen Nutzungsprofil | Registrierung, Optik, Touch, Blasen/Delamination und Sichtbereich wiederholen | Keine Änderung über projektbezogene Maß-, Optik-, Kosmetik- oder Funktionsgrenze |
| Änderungsqualifizierung | Alternatives Display, Druckbild, Deckglas, Klebstoff, Dichtung oder Positionierer | Rotstiftvergleich, aktualisierte Rechnung und repräsentative Grenzmuster | Freigabe erst nach erneutem Bestehen der betroffenen Anforderungen |
IEC 60068-2-14:2023 behandelt Temperaturwechsel. IEC 60068-2-78:2025 behandelt konstante feuchte Wärme ohne Kondensation. Beide liefern Methoden, aber weder Schweregrad und Stichprobe noch Betriebszustand, Lebensdauer oder Annahmegrenzen des HMI. Ebenso beschreibt ASTM D1003-21 Haze und Lichttransmission an im Wesentlichen transparenten ebenen Kunststoffen; ein Klebstoff- oder Foliencoupon qualifiziert nicht den fertigen Sichtbereich.
Liegt eine gemessene Restreserve nahe an der Spezifikationsgrenze, muss der Annahmeplan den Einfluss der Messunsicherheit festlegen. Ein Foto, das „gut aussieht“, kann ein Randbudget im Submillimeterbereich ohne kontrollierte Perspektive, Maßstab und Messmethode nicht auflösen.
Zeichnungs- und Mustercheckliste für HMI-Displayfenster
Eine Prüfung kann beginnen, sobald Aktivfläche, Öffnung, Schichtstapel, Positionierkette und Augenraum rekonstruierbar sind.
Display- und UI-Daten
- [ ] Displayhersteller, genaue Teilenummer, Datenblattrevision und native Mechanikzeichnung
- [ ] Breite/Höhe der Aktivfläche, Eckenform, X-/Y-Lage zu den Modulbezügen und Lagetoleranz beziehungsweise Messnachweis
- [ ] Modulkontur, Rahmen-/Sichtflächendefinition, Polarisatorgrenzen, FPC-Verlauf und zulässige Klemm-/Kontaktzonen
- [ ] UI-Auflösung, Orientierung, kritische Randinhalte und markierter UI-Sicherheitsbereich
- [ ] Optische Bedingungen des Displays: Winkelkriterium, Leuchtdichtezustand, Ansteuerung, Temperatur und Messverfahren
Fenster-, Masken- und Schichtdaten
- [ ] CAD und Druckzeichnung von Deckglas/Bedienfolie mit Öffnungskanten, Radien, Maskenebene, Drucktoleranz und Revision
- [ ] Schichtfolge von der Vorderfläche bis zur Aktivfläche mit min./max. Dicke, Wölbung, Kompression und verwendeten Brechungsindizes
- [ ] Luftspalt- oder Bonding-Aufbau, Klebstoff-/Dichtung-/Schaum-Teilenummern, Sperrflächen, zulässiger Eintritt und Servicegrenze
- [ ] Gehäuse- oder Blendenschnitt mit Wandtiefe, Entformung, Fase, Radius und Positioniergeometrie
- [ ] Sensor-Aktivfläche, Dekor-/Leiterbahn-Sperrflächen, Controller-/Erdungsgrenzen und finaler Abstimmzustand bei Touch
Nutzungs- und Annahmedaten
- [ ] Produkteinbaulage und begrenzte Augenbox für jede Bedien- oder Serviceposition
- [ ] Kleinster/größter Betrachtungsabstand, Azimut, Elevation und geforderte Quersicht
- [ ] Aufgabenkritischer Inhalt, Beleuchtung, Temperatur, Reinigungszustand, Bewegung sowie Handschuh-/Feuchtebedingungen
- [ ] Kriterien für Beschnitt, sichtbare Innenmerkmale, Randsymmetrie, Bildqualität, Touchregistrierung und kosmetische Fehler
- [ ] Toleranzmethode, statistisches Ausbeuteziel, Messunsicherheitsregel, Stichprobe und Freigabeverantwortung
Freigabe- und Änderungsnachweise
- [ ] Vierkanten-/Eckenrechnung mit Annahmen und ungünstigstem Beitrag je Augenposition
- [ ] Grenzmusterplan für Verschiebung, Verdrehung, Z-Aufbau, Öffnungs-/Aktivflächengröße und Randeintritt
- [ ] Endaufbau-Prüfbericht mit Musterkennung, Vorrichtung, Bild-/Messdaten, Abweichung und Entscheidung
- [ ] Freigegebene Druckvorlage, Ausgangszeichnungen, Stückliste, Arbeitsanweisung und Prüfplan
- [ ] Revalidierungsauslöser für Display, Deckglas, Maske, Touchsensor, Klebstoff, Dichtung, Positionierer, Gehäuse, Prozess und UI
Die Konstruktionsprüfung für OEM-Zeichnungen benötigt als kleinstes sinnvolles Datenpaar die Aktivflächenzeichnung und den geforderten Augenraum. Ohne beides lassen sich Einbau und Erscheinungsbild beurteilen, aber Parallaxe und Reserve gegen Beschnitt nicht schließen.
Acht rote Linien vor der Freigabe
Jede der folgenden Bedingungen kann eine Freigabe ungültig machen, auch wenn der nominelle Prototyp mittig aussieht:
- Keine beherrschte Lage der Aktivfläche. Die Displayzeichnung nennt zwar die Außenkontur, aber keinen Aktivflächenversatz, keine Toleranz und keinen Messweg am Endteil.
- Keine physische Definition der Öffnungskante. Die Druckzeichnung zeigt ein Fenster, der Schnitt aber keine opake Druck- oder Blendenebene.
- Katalogwinkel statt Augenraum. Bedienposition, Aufgabe, Umgebung und Beschnittprüfung fehlen.
- Keine Verdrehung in der Toleranzrechnung. Nur X/Y-Mittenversatz wird budgetiert, obwohl die Ecken freigaberelevant sind.
- Übernommene Universalzugabe. Ein modellspezifischer Wert wie 0,5 mm ersetzt die aktuelle Geometrie- und Sichtbereichsrechnung.
- Weiche Werkstoffe ohne Grenzwerte. Dichtungskompression, Klebstofffluss, Schaumrückstellung oder Druckeintritt können die Öffnung verbrauchen.
- Optical Bonding als Allzwecklösung. XY-Fehler, Glas-/Sensordicke, Wandtiefe, Service, Spannung und Touchverhalten bleiben offen.
- Änderungslenkung nur nach Außenmaß. Alternatives Display, Deckglas, Druckbild oder Klebstoff kann passen und trotzdem Aktivfläche, Strahlweg oder sichtbare Kante verschieben.
Häufige Fragen
Was bedeutet es, ein HMI-Displayfenster auszurichten?
Ein HMI-Displayfenster auszurichten bedeutet, die LCD-Aktivfläche kontrolliert zur lichten Öffnung oder opaken Maske der fertigen Frontbaugruppe zu positionieren. Eine vollständige Spezifikation umfasst Nominallage, Reserve an allen vier Kanten, Verdrehung, Schichthöhe, Strahlversatz bei Schrägsicht, Randeintritt und den geforderten Augenraum.
Wie wird HMI-Parallaxe berechnet?
HMI-Parallaxe wird berechnet, indem der Blickstrahl von der opaken Maskenebene durch jede Zwischenschicht bis zur Aktivflächenebene verfolgt wird. Das Snelliussche Gesetz liefert den Winkel im jeweiligen Material; Dicke mal Tangens dieses Winkels ergibt den seitlichen Beitrag. Für einen Luftspalt kommt g × tan(θ_Luft) hinzu.
Wie viel größer muss das Displayfenster als die LCD-Aktivfläche sein?
Es gibt keine universelle Zugabe. Jede Kante braucht genügend nominellen Überstand für Registrierungsstreuung, Strahlversatz, Blendenwandprojektion, zulässigen Klebstoff- oder Dichtungseintritt und den projektspezifischen Sicherheitsabstand. Gleichzeitig muss die Öffnung klein genug bleiben, um Rahmen, Leiterbahnen und andere unerwünschte Merkmale aus allen freigegebenen Blickrichtungen zu verdecken.
Ist der LCD-Betrachtungswinkel dasselbe wie der Sichtbereich des fertigen HMI?
Nein. Der LCD-Betrachtungswinkel ist ein elektrooptisches Komponentenergebnis mit einem Kriterium wie Kontrastverhältnis, einer Messposition und festgelegten Bedingungen. Zum Sichtbereich des fertigen HMI gehören zusätzlich Deckglas, Touchschicht, Luftspalt oder Bonding, Maske, Blendentiefe, Umgebung, UI-Aufgabe und physischer Bildbeschnitt aus den geforderten Augenpositionen.
Beseitigt Optical Bonding die HMI-Parallaxe vollständig?
Nein. Optical Bonding kann den Abstand verkleinern und den Brechungsweg gegenüber einem großen Luftspalt verändern. Es beseitigt jedoch weder Deckglas- und Sensordicke noch Blendenwand, XY-Versatz, Verdrehung oder Randeintritt. Ein kontrollierter Luftspalt kann außerdem die bessere Konstruktion sein, wenn Touch-Störabstand, Service, Spannung oder Prozessqualifizierung dafür sprechen.
Welcher Bezug soll die Displayfenster-Registrierung steuern?
Zu verwenden ist eine messbare funktionale Bezugskette, die die Aktivflächenlage mit Displaypositionierern, Träger oder Halter, Frontplatte und Maskenöffnung verbindet. Die Pixel sind der visuelle Bezug; physische Merkmale positionieren in der Regel die Teile. Eine abschließende Vision-Prüfung kann nötig sein, um Fertigungsbezug und sichtbare Aktivfläche zu schließen.
Wie muss die Verdrehung eines HMI-Displayfensters geprüft werden?
Die Verdrehung wird geprüft, indem alle Ecken von Aktivfläche und Öffnung bei beiden Winkelgrenzen transformiert werden; eine Mittelpunktmessung reicht nicht. Der Verdrehungsfehler wächst mit dem Abstand vom Drehzentrum, sodass häufig eine Ecke bei schräger Augenposition maßgebend ist. Der Musterplan muss positive und negative Grenzverdrehung enthalten.
Welche Daten benötigt ein Hersteller für die Prüfung eines HMI-Displayfensters?
Benötigt werden Displayteilenummer und Originalzeichnung, Aktivflächenmaße und -versätze, Deckglas- oder Folienzeichnung, Öffnungs- und Maskenebene, vollständiger Schichtstapel, Positionierer und Gehäuseschnitt, Klebstoff- oder Dichtungsgrenzen, Touchzeichnung, UI-Sicherheitsbereich, Augenpositionen, Umgebung, Toleranzmethode und Annahmekriterien. Aktivflächenzeichnung und Augenraum sind das unverzichtbare Ausgangspaar.
Aktivfläche und Augenraum für die Prüfung bereitstellen
Der nutzbare HMI-Sichtbereich ist die Schnittmenge zweier Bereiche: der geometrischen Sichtlinie durch alle physischen Öffnungen und der optischen Displayleistung bei der geforderten Aufgabe und Umgebung. Beide müssen bestehen. Vor dem Einfrieren von Gehäuse oder Druckbild sollten deshalb native Displayzeichnung, Masken-/Öffnungszeichnung mit Schnitt, Schichtmaße, Positionierkonzept, UI-Sicherheitsbereich und begrenzte Augenpositionen vorliegen.
JASPER ist eine mögliche Stelle für diese Prüfung. Welche Partei die stärkste Verantwortung übernehmen kann, hängt von der Datenhoheit ab: Der Displayintegrator kann die Aktivflächenstreuung beherrschen, der Touchspezialist die Controller-Störung und Abstimmung, der Frontplattenhersteller Maskenregistrierung und Endprüfung. Zuständig sollte die Partei sein, die die vollständige Bezugskette schließen und Endaufbau-Nachweise liefern kann. Weitere technische Beiträge sind im deutschen Engineering-Blog gebündelt.
Genannte Kunden nach Display-HMI-Markt
| Kunde | Land | Branche |
|---|---|---|
| Schneider Electric | Frankreich | OEM für Industrieautomatisierung und Steuerungstechnik |
| Royal Philips | Niederlande | OEM für Patientenüberwachung und Medizintechnik |
| Visteon | Vereinigte Staaten | Tier-1-Zulieferer für Fahrzeugelektronik und Benutzerschnittstellen |
| Navico Group | Vereinigte Staaten / Norwegen | OEM für Marineelektronik und Navigationsgeräte |
| Rohde & Schwarz | Deutschland | Mess- und Prüftechnik |
Diese Namen, Länder und Branchen wurden vom JASPER-Geschäftsteam bereitgestellt. Daraus folgen keine Aussagen über ein bestimmtes Displaymodell, einen gelieferten HMI-Aufbau, optische Kriterien, PPAP, Umweltergebnisse, Produktionszeiträume, Medizin- oder Fahrzeugfreigaben oder eine Empfehlung durch die genannten Unternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet es, ein HMI-Displayfenster auszurichten?
Ein HMI-Displayfenster auszurichten bedeutet, die LCD-Aktivfläche kontrolliert zur lichten Öffnung oder opaken Maske der fertigen Frontbaugruppe zu positionieren. Eine vollständige Spezifikation umfasst Nominallage, Reserve an allen vier Kanten, Verdrehung, Schichthöhe, Strahlversatz bei Schrägsicht, Randeintritt und den geforderten Augenraum.
Wie wird HMI-Parallaxe berechnet?
HMI-Parallaxe wird berechnet, indem der Blickstrahl von der opaken Maskenebene durch jede Zwischenschicht bis zur Aktivflächenebene verfolgt wird. Das Snelliussche Gesetz liefert den Winkel im jeweiligen Material; Dicke mal Tangens dieses Winkels ergibt den seitlichen Beitrag. Für einen Luftspalt kommt g × tan(θ_Luft) hinzu.
Wie viel größer muss das Displayfenster als die LCD-Aktivfläche sein?
Es gibt keine universelle Zugabe. Jede Kante braucht genügend nominellen Überstand für Registrierungsstreuung, Strahlversatz, Blendenwandprojektion, zulässigen Klebstoff- oder Dichtungseintritt und den projektspezifischen Sicherheitsabstand. Gleichzeitig muss die Öffnung klein genug bleiben, um Rahmen, Leiterbahnen und andere unerwünschte Merkmale aus allen freigegebenen Blickrichtungen zu verdecken.
Ist der LCD-Betrachtungswinkel dasselbe wie der Sichtbereich des fertigen HMI?
Nein. Der LCD-Betrachtungswinkel ist ein elektrooptisches Komponentenergebnis mit einem Kriterium wie Kontrastverhältnis, einer Messposition und festgelegten Bedingungen. Zum Sichtbereich des fertigen HMI gehören zusätzlich Deckglas, Touchschicht, Luftspalt oder Bonding, Maske, Blendentiefe, Umgebung, UI-Aufgabe und physischer Bildbeschnitt aus den geforderten Augenpositionen.
Beseitigt Optical Bonding die HMI-Parallaxe vollständig?
Nein. Optical Bonding kann den Abstand verkleinern und den Brechungsweg gegenüber einem großen Luftspalt verändern. Es beseitigt jedoch weder Deckglas- und Sensordicke noch Blendenwand, XY-Versatz, Verdrehung oder Randeintritt. Ein kontrollierter Luftspalt kann außerdem die bessere Konstruktion sein, wenn Touch-Störabstand, Service, Spannung oder Prozessqualifizierung dafür sprechen.
Welcher Bezug soll die Displayfenster-Registrierung steuern?
Zu verwenden ist eine messbare funktionale Bezugskette, die die Aktivflächenlage mit Displaypositionierern, Träger oder Halter, Frontplatte und Maskenöffnung verbindet. Die Pixel sind der visuelle Bezug; physische Merkmale positionieren in der Regel die Teile. Eine abschließende Vision-Prüfung kann nötig sein, um Fertigungsbezug und sichtbare Aktivfläche zu schließen.
Wie muss die Verdrehung eines HMI-Displayfensters geprüft werden?
Die Verdrehung wird geprüft, indem alle Ecken von Aktivfläche und Öffnung bei beiden Winkelgrenzen transformiert werden; eine Mittelpunktmessung reicht nicht. Der Verdrehungsfehler wächst mit dem Abstand vom Drehzentrum, sodass häufig eine Ecke bei schräger Augenposition maßgebend ist. Der Musterplan muss positive und negative Grenzverdrehung enthalten.
Welche Daten benötigt ein Hersteller für die Prüfung eines HMI-Displayfensters?
Benötigt werden Displayteilenummer und Originalzeichnung, Aktivflächenmaße und -versätze, Deckglas- oder Folienzeichnung, Öffnungs- und Maskenebene, vollständiger Schichtstapel, Positionierer und Gehäuseschnitt, Klebstoff- oder Dichtungsgrenzen, Touchzeichnung, UI-Sicherheitsbereich, Augenpositionen, Umgebung, Toleranzmethode und Annahmekriterien. Aktivflächenzeichnung und Augenraum sind das unverzichtbare Ausgangspaar.
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