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Sitzbelegungssensor: Funktionsweise von Druckmatten, FSR und Auswertelogik

JASPER EngineeringAktualisiert 4. August 202615 Min. Lesezeit

Sitzbelegungssensor Funktionsweise: 5 Stufen von Druckmatte und FSR bis Auswertelogik, Einbau, ISO-Normen und Validierung für OEM-Projekte.

Real flexible seat occupancy sensor family with multiple sensing zones

Ein Sitzbelegungssensor ist ein in den Sitz integriertes Sensorelement, dessen elektrisches Verhalten sich ändert, sobald eine Last den Sitzaufbau belastet. Eine Auswerteelektronik ordnet dieses Signal anschließend einem Zustand wie leer, belegt, im Übergang, unbekannt oder fehlerhaft zu.

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026

Wie funktioniert ein Sitzbelegungssensor? Bezug und Schaum übertragen die Last eines Insassen auf eine Druckmatte, einen kraftabhängigen Widerstand (Force-Sensing Resistor, FSR) oder ein anderes Sensorelement. Die Elektronik erfasst Kontakt, Widerstand, Spannung oder das Muster mehrerer Messzonen, verwirft unplausible Eingänge und wendet Schwellenwerte sowie Zeitbedingungen an. Erst danach meldet sie einen Belegungszustand. Dieser Fachartikel unterstützt Sitz-, Elektronik- und Validierungsteams bei der Wahl des Messprinzips und der Schnittstelle. Er enthält weder Reparatur- oder Umgehungsanleitungen noch ein pauschales Auslösegewicht oder eine Kalibrierung für das Rückhaltesystem eines bestimmten Fahrzeugs.

Was ein Sitzbelegungssensor erkennt - und was nicht

Ein Sitzbelegungssensor erfasst eine physikalische oder elektrische Änderung, die mit einer Belastung des Sitzes zusammenhängt. Die Bezeichnung beschreibt seine Aufgabe im System, nicht eine einheitliche Konstruktion. Eine Druckmatte kann Kontakte in mehreren Zonen schließen. Ein FSR liefert eine kontinuierliche Widerstandsänderung. Ein kapazitiver Sensor zur Insassenanwesenheit reagiert auf eine Änderung des elektrischen Feldes statt auf die Sitzlast. Kamera und Innenraumradar können Insassen beobachten, ohne ein Sensorelement in das Polster einzubauen.

Diese Trennung verhindert einen kostspieligen Spezifikationsfehler: Das Sensorelement trifft die endgültige Sicherheitsentscheidung nicht selbst. Es liefert einen Eingang. Signalaufbereitung, Zustandslogik, Diagnose, Kommunikation und die nachgelagerte Reaktion liegen beim Sitz- oder Fahrzeugsteuergerät.

Wenn der geforderte Sitzstatus und der Bauraum bereits feststehen, zeigen die kundenspezifischen Optionen für Sitzbelegungssensoren den Komponentenrahmen von JASPER für Druckmatten und FSR. Die Produktseite ist ein Beschaffungsweg, aber kein Nachweis dafür, dass eine Konstruktion für jeden Sitz und jede Funktion passt.

Der eingebaute Sitzaufbau gehört zur Messkette

Ein sitzintegrierter Drucksensor liegt an einer definierten Stelle im Lastpfad zwischen Insasse und tragender Struktur. Die Patentliteratur beschreibt beispielsweise Drucksensoren zwischen Bezug und Schaum sowie über die Sitzfläche verteilte Messelemente. IEE dokumentiert A- und B-seitige Integrationen folienbasierter Sensormatten. Das sind mögliche Architekturen, kein allgemeingültiger Serienaufbau. Die jeweiligen Anordnungen sind in EPO EP 1531093 A1 und im IEE-Datenblatt Vehicle Occupant Sensing Solutions beschrieben.

Beispielhafter Lastpfad von oben nach unten:

Insasse oder Gegenstand
        │
        ▼
Sitzbezug / Polsterung ─── Spannung und Nähte verteilen die Last um
        │
        ▼
Komfortschaum ──────────── Dicke, Steifigkeit, Kontur und Alterung wirken mit
        │
        ▼
Sitzheizung oder Lüftung, falls vorhanden ── kann Kräfte überbrücken oder umlenken
        │
        ▼
Schutzfolie / Klebeträger ─ verändert lokale Steifigkeit und Vorspannung
        │
        ▼
Druckmatte oder FSR-Zonen ─ Kontakt beziehungsweise Widerstand reagiert
        │
        ▼
Stützschaum / Filz / Sitzwanne ─ definiert die Reaktionsfläche

Sensorfahne → Zugentlastung → Steckverbinder → Sitz-ECU oder Fahrzeugsteuergerät

Der Schaum ist keine passive Verpackung. Er verteilt eine konzentrierte Last, erzeugt Vorspannung und beeinflusst die Rückstellung, nachdem der Insasse den Sitz verlassen hat. Bezugsspannung, Heizergeometrie, Polsternuten und Stützfläche verschieben die Signalverteilungen für „leer“ und „belegt“. Ein Druckversuch am nackten Sensorelement zeigt daher nur, ob das Element reagiert. Er weist keine zuverlässige Sitzbelegungserkennung im eingebauten Sitz nach.

Sitzbelegungssensor: Funktionsweise vom Lastpfad bis zum Zustand

Die Funktionsweise umfasst fünf getrennte Stufen: Lastübertragung, Sensorreaktion, elektrische Wandlung, Entscheidungslogik und Systemausgang. Diese Trennung erleichtert Entwurfsprüfungen und Fehleranalysen.

1. Der Sitz wandelt Körperlast in lokale Kräfte um

Das Gesamtgewicht eines Insassen wirkt nicht gleichmäßig auf einen Messpunkt. Haltung, Kleidung, Sitzkontur, auf dem Boden abgestützte Füße, Lehnenwinkel und seitliche Position verändern die Kraftverteilung. Bezug und Schaum verteilen diese Kräfte auf die Messzonen. Die Forderung „eine Person mit 40 kg erkennen“ wäre deshalb unvollständig. Die Zeichnung muss auch Sitzaufbau, Körperhaltung, Lastkörper oder Prüfersatz, Zone, Verweilzeit und Umgebungsbedingung festlegen.

2. Kontaktmatte oder FSR erzeugen eine elektrische Änderung

Eine Kontaktschlussmatte nutzt leitfähige Strukturen, die durch einen Abstandshalter oder einen definierten Spalt getrennt sind. Genügend lokale Kompression bringt die Leiter zusammen. Der Ausgang ist meist je Zone offen oder geschlossen; trotzdem müssen Grenzwerte für den Widerstand im unbetätigten und betätigten Zustand festgelegt werden.

Ein FSR arbeitet resistiv statt rein binär. Ohne oder bei geringer Kraft ist sein Widerstand hoch und sinkt mit zunehmender Belastung. In einem produktspezifischen Integrationsbeispiel nennt Tekscan mehr als 2 MΩ im unbelasteten Zustand und etwa 25 kΩ bei der maximalen Messlast des dort betrachteten Sensors. Die Werte zeigen Richtung und Größenordnung für genau diesen Sensor und diese Schaltung. Sie sind weder JASPER-Daten noch ein Sitzschwellenwert. Der Tekscan-Leitfaden Best Practices in Electrical Integration of the FlexiForce Sensor verlangt außerdem eine Kalibrierung an der fertigen Baugruppe oder an einer möglichst seriennahen Ausführung.

Sensorelement Rohverhalten Sinnvoll, wenn Wesentliche Grenze
Kontaktschlusszone Offener Stromkreis wird zum geschlossenen Kontakt ein stabiler Zustand „belegt/unbelegt“ genügt Schwelle ist weitgehend mechanisch und an den Sitzaufbau gebunden
Einzonen-FSR Widerstand sinkt mit der Kraft eine einstellbare analoge Grenze oder ein relativer Lasttrend benötigt wird Ergebnis hängt von Kraftverteilung, Schaltung, Verweilzeit und Kalibrierung ab
Mehrzonen-Kontaktmatte mehrere unabhängige offene oder geschlossene Zustände Abdeckung oder ein einfaches räumliches Muster wichtig ist mehr Leiterbahnen, Pins, Kombinationen und Fehlerfälle
Mehrzonen-FSR mehrere Analogkanäle oder resistives Array Lastverteilung ausgewertet werden soll Kanalabgleich, Kalibrierdaten und Softwareaufwand steigen

Der FSR 400 Series Integration Guide von Interlink weist darauf hin, dass Kraftverteilung, Betätigerfläche, Material und Lage die Antwort deutlich verändern können. Er grenzt einen FSR außerdem von einer Wägezelle oder einem Präzisionsdruckaufnehmer ab. Eine stabile Mechanik kann ein gut nutzbares Signal liefern; ein unkontrollierter Sitzaufbau kann dagegen einen scheinbar präzisen Widerstandswert bedeutungslos machen.

3. Die Schnittstellenschaltung erzeugt ein auswertbares Signal

Eine Kontaktmatte kann einen geschützten Digitaleingang oder ein diagnostizierbares Widerstandsnetzwerk speisen. Ein FSR wird häufig in einen Spannungsteiler, eine Transimpedanz- oder Leitwertschaltung, einen Verstärker und einen Analog-Digital-Wandler eingebunden. Mehrzonenmatten benötigen getrennte Kanäle oder ein Abtastnetzwerk. Ein konditioniertes Modul kann stattdessen einen digitalen Zustand und Diagnosedaten über eine definierte Fahrzeugschnittstelle senden.

Der Schnittstellenvertrag muss Versorgungs- und Referenztoleranzen, Pull-up- oder Rückkopplungsbauteile, Eingangsschutz, Abtastrate, Filter, ADC-Bereich, Steckerbelegung, Erkennung von Unterbrechung und Kurzschluss sowie zulässige Leckströme nennen. „Analogausgang“ ist keine vollständige elektrische Spezifikation.

4. Schwellenwerte, Hysterese und Zeitbedingungen bilden einen Zustand

Nur ein Schwellenwert führt leicht zum Flattern, wenn das Signal nahe an der Entscheidungsgrenze liegt. Zwei Schwellenwerte erzeugen eine Hysterese:

Wenn Zustand LEER und Signal ≥ T_ein für t_ein: Kandidat → BELEGT
Wenn Zustand BELEGT und Signal ≤ T_aus für t_aus: Kandidat → LEER

Für ein mit der Last steigendes Signal gilt: T_aus < T_ein

T_ein und T_aus trennen die Entscheidung nach der Signalamplitude. t_ein und t_aus qualifizieren sie zeitlich. Beide Maßnahmen lösen unterschiedliche Probleme. Getrennte Ein- und Ausschaltschwellen verringern die Empfindlichkeit an einer verrauschten Grenze; Texas Instruments erläutert dieses Komparatorprinzip in How to solve comparator noise problems with hysteresis. Eine Zeitbedingung verwirft kurze Ereignisse durch Kontaktprellen, Fahrbahnanregung, Ein- und Aussteigen oder eine Lageänderung. Microchip AN1450 beschreibt das verwandte Entprellprinzip mit getrennten Verzögerungen für steigende und fallende Flanken.

Zustand Mindestbedeutung Typische nächste Prüfung
Leer gültiger Eingang bleibt im freigegebenen Leerbereich Diagnose fortsetzen und auf Aktivierungskandidat prüfen
Belegt gültiges Signal oder Zonenmuster erfüllt die Belegungsregel nach Programmvorgabe mit Gurtschloss, Sitzposition oder weiteren Eingängen kombinieren
Übergang Eingang ändert sich oder erfüllt seine Zeitbedingung noch nicht bisherigen sicheren Zustand halten oder definierte Übergangsstrategie anwenden
Unbekannt Startphase oder unzureichende Daten verhindern eine Entscheidung Initialisierung und Plausibilitätsprüfung abschließen
Fehler elektrische oder logische Prüfung verwirft den Eingang Diagnose melden und Sicherheitsreaktion des Systems ausführen

Ein abgezogener Sensor darf nicht stillschweigend als „leer“ gelten. Unterbrechung, Kurzschluss, analoge Werte außerhalb des Bereichs, feststehende Zonen, unplausible Kombinationen und Kommunikationsverlust brauchen eine ausdrückliche Behandlung. Die Rückfallebene ergibt sich aus dem Sicherheitskonzept des Systems, nicht aus einer pauschalen Blogregel.

5. Das Steuergerät veröffentlicht einen begrenzten Ausgang

Der Ausgang kann ein Bit, eine Zustandsaufzählung, ein relativer Lastwert, ein Datensatz je Zone, ein Diagnosecode oder eine konditionierte Nachricht sein. Er kann einen Gurtwarner, eine Beifahrerairbag-Unterdrückungslogik, die Fahreranwesenheit oder eine Komfortfunktion unterstützen. „Unterstützen“ ist entscheidend: Die nachgelagerte Logik kann weitere Eingänge und eine eigenständige Validierung benötigen.

Seat occupancy signal chain from occupant load through controller state and diagnostics

Bauarten der Sitzbelegungserkennung und ihre Entscheidungsgrenzen

Die Architekturwahl beginnt mit der Entscheidung, die das System tatsächlich treffen muss. Eine Druckmatte eignet sich gut für eine flache, sitzintegrierte Anwesenheitserkennung. Sie ist jedoch nicht automatisch die beste Lösung für kalibriertes Gewicht, Lebenszeichenerkennung oder eine detaillierte Insassenklassifikation.

Architektur Verfügbare Information Geeigneter Ausgangspunkt Ungeeignet, wenn
Kontakt-Druckmatte eine oder mehrere binäre Zonen definierter Zustand „belegt/unbelegt“ in einem festgelegten Sitzaufbau kontinuierliche Lastinformation benötigt wird oder sich Leer- und Belegtmuster überlappen
FSR-Sitzsensor relative analoge Last je Element oder Zone einstellbarer Schwellenwert, Trend oder grobe Verteilung absolutes Gewicht mit enger, rückführbarer Fehlergrenze gefordert ist
Mehrzonen-Druck- oder FSR-Matte räumliche Aktivierung oder Analogmuster größere Abdeckung, Haltungshinweise oder Zonenplausibilität zusätzliche Kanäle und Kalibrierung die Entscheidung nicht verbessern
Strukturelle Kraft- oder Dehnungsmessung Last über Schiene, Halter oder Rahmen kontrolliertere Kraftmessung Lastpfad mechanisch nicht isolierbar ist oder der Bauraum keine Strukturänderung zulässt
Kapazitiver Sensor zur Insassenanwesenheit elektrisches Feld in Verbindung mit Insasse oder Kinderrückhaltesystem Klassifikation, die nicht nur auf Polsterkraft beruht leitfähige Materialien, Massebezug, Feuchte oder Sitzoptionen nicht beherrscht werden
Kamera oder Innenraumradar Position, Personen-/Objektmerkmale, Bewegung oder funktionsabhängig Lebenszeichen Lebenszeichenerkennung, Fehlposition oder gesamte Kabine Datenschutz, Sichtlinie, Rechenaufwand, Bauraum oder Funktionsumfang einen einfachen Sitzeingang begünstigen

Die begutachtete Studie zu einer Sitzbelegungserkennung mit einem einzelnen FSR behandelt strukturelle und resistive Ansätze und nennt Grenzen bei Genauigkeit, Linearität, Austauschbarkeit und zeitlicher Drift. IEE beschreibt ein kapazitives Klassifikationssystem; Bosch stellt Kamera-, Radar- und Fusionsarchitekturen für den Innenraum dar. Diese Quellen zeigen den Entscheidungsraum. Sie begründen keine allgemeine Überlegenheit einer Technik.

Wann eine Druckmatte nicht die empfohlene Konstruktion ist

Eine Druckmatte ist nicht der richtige Standard, wenn absolutes Insassengewicht über breite Haltungs- und Temperaturbereiche gemessen, ein atmendes Kind außerhalb der Sitzfläche erkannt, die Körperhaltung optisch klassifiziert oder die gesamte Kabine mit einem Sensorknoten abgedeckt werden soll. Strukturelle Lastmessung, kapazitive Klassifikation, Kamera, Radar oder Sensorfusion können diese Entscheidungen besser abbilden. Die dünne Matte bleibt sinnvoll, wenn geforderter Zustand, Lastpfad, Kostenrahmen und Validierungsplan zu ihrer beobachtbaren Größe passen.

Wie Messzonen und Sitzeinbau das Ergebnis verändern

Messzonen legen fest, wo das System Last beobachten kann. Eine große Zone vereinfacht die Leitungsführung, liefert aber kaum räumliche Information. Mehrere kleinere Zonen können hinteren, mittleren und vorderen Polsterbereich getrennt erfassen. Jeder weitere Kanal erzeugt jedoch eine zusätzliche Leiterbahn, einen Pin, Toleranzen, Diagnosefälle und Zustandskombinationen.

Die Zonengeometrie muss aus Lastverteilungsdaten repräsentativer Sitzaufbauten entstehen. Eine flache Katalogmatte ist keine Vorlage für den Seriensitz. Die veröffentlichte EPO-Architektur verteilt Elemente über eine größere aktive Fläche und berücksichtigt außermittige Belastung. Das ist ein Konstruktionsprinzip, keine Produktionszeichnung für ein anderes Programm. Siehe EP 1531093 A1.

Fehlerkette Beobachtbarer Effekt Korrekte technische Reaktion
Bezug oder Schaum spannt eine Zone vor Leerbasis nähert sich dem Belegtbereich Lage oder Schichtaufbau ändern; Vorspannung vor Softwareabgleich charakterisieren
Polsternut umgeht eine Zone geforderter Belegtfall erzeugt zu wenig Signal Zone anhand kartierter Lastdaten versetzen oder vergrößern
Heizer, Klebstoff oder harter Träger überbrückt die aktive Fläche Kraft gelangt uneinheitlich zum Element Schichtgeometrie beherrschen und seriennahen Aufbau prüfen
Leer- und Belegtverteilungen überlappen Schwellenwert verschiebt nur das Verhältnis aus Fehlbelegung und Nichterkennung Lastpfad, Zonen oder Messarchitektur ändern; Filter erzeugen keine fehlende Trennung
Sensorfahne knickt an der Polsterkante intermittierende Unterbrechung oder Widerstandsänderung bei Sitzbewegung Biegeradius, Zugentlastung, Fixierpunkte und Bewegungstest festlegen
Lange Belastung verschiebt die FSR-Antwort Zustandsreserve ändert sich trotz gleichbleibender Last Verweil- und Erholungsfälle prüfen; Sensor und Logik passend zur Anforderung wählen

Eine Druckmatte für die Sitzbelegung wird über Bezugspunkt, Orientierung, Klebegrenze und zulässige Falten oder Knicke positioniert, nicht mit dem unbestimmten Hinweis „unter dem Schaum“. Produktionsvorgaben müssen außerdem die Sensorfahne bei Bezugsmontage und Sitzverstellung schützen.

Ausgänge, Anwendungen und OEM-Integrationsgrenzen

Bauteilzeichnung und Schnittstellenkontrolldokument des Steuergeräts müssen denselben Ausgang beschreiben. Übliche Varianten sind potentialfreier Kontakt, diagnostizierbares Kontaktnetzwerk, Widerstandsbereich, konditionierte Spannung, getrennte Zonenkanäle oder digitaler Zustand. Für jede Variante gehören Leer-/Belegtgrenzen, ungültige Bereiche, Timing, Steckerbelegung, Versorgungs- und Referenzbedingungen sowie die Kalibrierverantwortung in die Spezifikation.

Belegungseingang für den Gurtwarner

Ein Gurtwarner kombiniert die Belegungsinformation mit Gurtschlossstatus und Warnlogik. IEE beschreibt folienbasierte Drucksensoren für diese Aufgabe. Die NHTSA-Regelsetzung von 2024 behandelt außerdem praktische Schwierigkeiten durch Gepäck, Tiere, Klappsitze und durchgehende Rücksitzbänke. Die Matte legt die Warnung nicht allein fest. Das IEE-Datenblatt Vehicle Occupant Sensing Solutions und die NHTSA Final Rule von 2024 liefern den Technik- beziehungsweise Regelungskontext.

Beifahrerairbag-Unterdrückung und Insassenklassifikation

In den USA bewertet 49 CFR 571.208 die automatische Unterdrückungsfunktion des Fahrzeugs mit festgelegten Rückhaltesystemen, Dummys, Sitzpositionen und Prüfabläufen. Unter der zitierten Option muss der Airbag in bestimmten Kinderrückhaltesystem-Fällen deaktiviert und im Fall einer erwachsenen Frau des 5. Perzentils aktiviert werden. Das ist ein Nachweis auf Fahrzeugsystemebene, kein universeller Sensorschwellenwert und kein Komponentenzertifikat. Siehe 49 CFR 571.208, S19 bis S22.

Fahreranwesenheit und Komfortfunktionen

Ein Fahreranwesenheitssignal kann eine programmspezifische Funktion freigeben oder das Energiemanagement unterstützen. Sitzbelegung kann auch Heizung, Lüftung oder Innenraumkonfiguration beeinflussen. Dennoch braucht jede Anwendung ein definiertes Fehlerverhalten. Ein Komfortsteuergerät kann einen unsicheren Zustand anders behandeln als eine sicherheitsbezogene Funktion; der Systemverantwortliche muss diese Grenze im Automotive-Integrationsprozess dokumentieren.

Normen und Validierung für die Sitzbelegungserkennung

Keine einzelne Norm liefert einen sofort verwendbaren Druckmatten-Schwellenwert. Das Fahrzeugprogramm bestimmt die einschlägigen Vorschriften und leitet Bauteilanforderungen aus Einbauort, Funktion, Sicherheitsanalyse und Validierungsplan ab.

Referenz Relevanter Anwendungsbereich Was sie nicht nachweist
49 CFR 571.208 Anforderungen der Vereinigten Staaten an den Insassenschutz, einschließlich bestimmter Unterdrückungs- und Aktivierungsprüfungen Konformität einer nackten Matte oder einen universellen Auslösewert
ISO 16750-1:2023 und Teile 2 bis 5 einbauortbezogene elektrische, mechanische, klimatische und chemische Belastungen für Kfz-E/E-Ausrüstung unveränderte Anwendbarkeit jedes Tests und Schärfegrads; EMV liegt außerhalb der Reihe
ISO 20653:2023 IP-Schutzarten und Bestätigungsprüfungen für Straßenfahrzeug-Gehäuse IP-Schutzart einer ungeprüften Folie, eines Steckers oder einer geänderten Baugruppe
ISO 26262:2018 Lebenszyklus der funktionalen Sicherheit für sicherheitsbezogene Kfz-E/E-Systeme pauschalen ASIL für jeden Sitzsensor oder automatische Freigabe der Fahrzeugfunktion

Prüfmatrix für den eingebauten Sitzaufbau

Prüffamilie Variieren Messen Abnahmenachweis
Basistrennung mehrere Sensoren, Polster, Bezugsaufbauten und Sitzpositionen Leer- und Belegtverteilung, Reserve freigegebene Grenzen mit Stichprobengröße und statistischer Begründung
Position und Haltung Mitte, Kante, Ein-/Ausstieg, geforderte Insassen- oder Lastersatzkörper Zonenmuster, Aktivierung, Freigabe und Übergänge keine unzulässige Überlappung; definiertes Übergangsverhalten
Elektrische Fehler Unterbrechung, Kurzschluss, Leckstrom, Steckunterbrechung, Versorgungsgrenzen Diagnosezustand und Wiederanlauf Schnittstellen- und Sicherheitsanforderungen erfüllt
Mechanische Dauerprüfung wiederholte Belastung, Bewegung der Sensorfahne, Montage/Demontage Drift, Schäden und intermittierende Fehler programmspezifisches Zyklusprofil und Grenzwerte nach der Prüfung
Umwelt Temperatur, Feuchte, Temperaturwechsel und relevante Flüssigkeiten Basisverschiebung, Zustandsreserve, Isolation und Erholung anwendbarer ISO-16750- oder OEM-Schärfegrad mit Berichtsrückverfolgbarkeit
Gehäuseschutz exakt abgedichtete Baugruppe, Steckverbinder und Kabelausgang Eindringen und Funktion nach der Prüfung ISO 20653 oder OEM-Verfahren für die geprüfte Konfiguration

Die Kalibrierung muss an der fertigen Baugruppe oder an einem möglichst seriennahen Aufbau erfolgen. Tekscan fordert dies für die FSR-Integration ausdrücklich, weil Bauteilstreuung und Mechanik die Kraft-Signal-Beziehung beeinflussen. Komponentenprüfungen lassen sich über JASPERs Prüf- und Qualitätskapazitäten planen; die Validierung auf Sitz- und Fahrzeugebene bleibt beim OEM, Tier 1 oder benannten Systemverantwortlichen.

Referenzwerte, keine JASPER-Spezifikationen. Ein TE-Connectivity-Sitzpositionssensor nennt einen Betriebstemperaturbereich von −40 °C bis +85 °C. Ein Tekscan FlexiForce A201 nennt mindestens 3.000.000 Betätigungen bei 22 N senkrechter Last und Raumtemperatur. Beide Angaben gelten nur für die jeweilige fremde Sensorkonstruktion und deren Prüfbedingungen. Sie dürfen ohne verifizierte Zeichnung, Vorrichtung, Stichprobe, Methode und Abnahmebericht nicht auf eine fertige JASPER-Matte übertragen werden.

Welche Projektdaten ein OEM vor dem Sensordesign festlegen sollte

Ein brauchbares Anfragepaket ersetzt den Satz „einen Passagier erkennen“ durch prüfbare Eingaben:

  1. Sitzposition, Fahrzeugklasse, Zielmärkte und Systemfunktion;
  2. geforderter Ausgang: Kontakt, Widerstand, Spannung, getrennte Zonen oder konditionierte Nachricht;
  3. Definitionen für leer, belegt, Übergang, unbekannt und Fehler;
  4. Sitzzeichnung sowie Schnitte durch Bezug, Schaum, Heiz-/Lüftungslagen, Stütze und Sensorbezugspunkt;
  5. geforderte Insassen- oder Lastersatzkörper, Haltung, Position, Verweilzeit und Entlastungsfälle;
  6. Zonenabdeckung, Sperrflächen, Verlauf der Sensorfahne, Biegeradius, Steckverbinder und Pinbelegung;
  7. Steuergeräteschaltung, Abtastrate, Schwellenwerte, Hysterese, Zeitbedingungen und Diagnose;
  8. Umwelt-, Chemikalien-, Dichtheits-, Dauerhaltbarkeits-, Montage- und Änderungsanforderungen;
  9. Stichprobengröße, Sitzaufbauvariation, Prüfvorrichtung, Abnahmemethode und Berichtsformat; sowie
  10. Verantwortung für Bauteilkalibrierung, Sitzvalidierung, Fahrzeugkonformität und funktionale Sicherheit.

Teams, die zwischen Analog- und Kontaktverhalten wählen, können die lokalisierten Komponentenwege Sitzbelegungsmatte und FSR-Sitzdrucksensor vergleichen. Weitere technische Inhalte stehen im deutschen Blog. Sobald die zehn Eingaben belastbar sind, kann das kontrollierte Zeichnungspaket an das JASPER Engineering-Team übergeben werden; die kundenspezifischen Sensoroptionen sind bereits im ersten Abschnitt verlinkt.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert ein Sitzbelegungssensor im Autositz?

Bezug und Schaum übertragen die Sitzlast auf eine Kontaktmatte, einen FSR oder ein anderes Sensorelement. Die Elektronik wandelt die Reaktion in ein Signal um, verwirft ungültige Eingänge und wendet Schwellenwerte, Hysterese sowie Zeitbedingungen an, bevor sie leer, belegt, im Übergang, unbekannt oder fehlerhaft meldet.

Ist ein Sitzbelegungssensor dasselbe wie ein Gewichtssensor?

Nein. Für die Sitzbelegung genügt gegebenenfalls ein zuverlässiger Zustand; Gewichtsmessung verlangt dagegen einen kalibrierten Lastwert und ein definiertes Fehlerbudget. Druckmatte oder FSR können relative Lastentscheidungen unterstützen. Für absolute Messungen kann ein kontrollierter struktureller Lastpfad mit anderer Sensorarchitektur nötig sein.

Worin unterscheiden sich Kontakt-Druckmatte und FSR-Sitzsensor?

Eine Kontaktmatte schließt nach ausreichender Kompression einen oder mehrere Strompfade. Ein FSR ändert seinen Widerstand kontinuierlich mit der Kraft. Kontaktmatten vereinfachen binäre Erkennung; FSR erlauben eine einstellbare analoge Grenze, verlangen aber mehr Aufwand für Schaltung, Kalibrierung, Drift und Lastverteilung.

Kann ein Sensor zur Insassenanwesenheit eine Person von Gepäck unterscheiden?

Nicht allein aufgrund seiner Bezeichnung. Die Trennung hängt von Messprinzip, Zonen, Signalauflösung, Sitzmechanik, gefordertem Objektsatz und Klassifikationslogik ab. Überlappen sich die Muster von Insassen und Gepäck, braucht das Programm eine andere Zonierung, eine weitere Sensortechnik oder zusätzliche Eingänge.

Wo wird eine Druckmatte zur Sitzbelegung eingebaut?

Mögliche Positionen liegen zwischen Bezug und Schaum, innerhalb des Polsteraufbaus oder an einer anderen kontrollierten A- oder B-Seite. Der richtige Bezugspunkt hängt von Schaum, Heizung, Lüftungslagen, Stützsteifigkeit, Montagefolge, Schutz der Sensorfahne und gemessener Lastverteilung ab.

Gibt es ein universelles Auslösegewicht für die Sitzbelegungserkennung?

Nein. Das Körpergewicht verteilt sich über Haltung, Bezug, Schaum und Tragstruktur. Das Programm muss Insassen- oder Lastersatzkörper, Sitzpositionen, Umgebung, Verweilzeit, Reserve und Steuergerätetiming festlegen und daraus Grenzwerte an repräsentativen Sitzaufbauten ableiten.

Welche Normen gelten für einen Sitzbelegungssensor im Fahrzeug?

Die Auswahl ist programmspezifisch. Häufige Referenzen sind 49 CFR 571.208 für den Insassenschutz in den Vereinigten Staaten, ISO 16750 für Umweltbelastungen von Kfz-E/E-Ausrüstung, ISO 20653 für IP-Prüfungen an Gehäusen und ISO 26262 für den Lebenszyklus der funktionalen Sicherheit. Keine davon zertifiziert eine nackte Matte automatisch.

Wann ist eine Druckmatte nicht die beste Lösung?

Eine Druckmatte ist meist nicht die richtige Ausgangswahl, wenn das System rückführbares Absolutgewicht, eine Erfassung der gesamten Kabine, Lebenszeichenerkennung außerhalb des Polsters oder eine detaillierte Haltungsklassifikation benötigt. Strukturelle Sensorik, kapazitive Erkennung, Kamera, Radar oder Sensorfusion können diese Entscheidungen besser erfüllen.

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