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Gedruckte medizinische ElektrodenTechnischer Leitfaden

EMG-Elektrodenplatzierung für flexible gedruckte Patches

JASPER EngineeringAktualisiert 4. August 202620 Min. Lesezeit

EMG-Elektrodenplatzierung für flexible Patches: 20-mm-Ausgangspunkt, Arraygeometrie, Leiterbahnen, Anschluss und Systemvalidierung.

Real JASPER printed electrode sample for Surface EMG Electrode Layout Guide | JASPER

Eine belastbare EMG-Elektrodenplatzierung entsteht aus Zielmuskel, Messaufgabe, Bewegung und Erfassungssystem, nicht aus der freien Fläche eines Patches. Für konventionelle bipolare Oberflächen-EMG empfiehlt SENIAM 20 mm Mittenabstand. Dichte Arrays folgen anderen Regeln und müssen zusammen mit Leiterbahnführung, Anschluss, Mechanik und vollständiger Systemvalidierung ausgelegt werden.

Stand: 3. August 2026

Ein flexibles Patch kann zwei Elektroden oder ein dichtes Raster tragen. Die Kanalzahl allein sagt jedoch nicht, ob die Anordnung die technische Frage beantwortet. Dieser Leitfaden zeigt OEM-Teams, wie sie ein bipolares Paar oder Array auswählen, Geometrie und Orientierung festlegen, gedruckte Leiterzüge für Körperbewegung auslegen, den Anschluss definieren und die körpergetragene Messkette validieren.

Der Artikel gibt keine klinische Platzierungsanweisung für ein bestimmtes Produkt, stellt keine Diagnose und belegt weder Sicherheit noch Wirksamkeit eines Medizinprodukts. Diese Nachweise gehören in das Programm des rechtlichen Herstellers des Endprodukts.

1. Die EMG-Messaufgabe bestimmt die Patchgeometrie

Eine Elektrodenanordnung für Oberflächen-EMG beschreibt die kontrollierte räumliche Lage von Ableitelektroden, Referenz- oder Massemerkmalen, Leiterzügen und Anschlüssen auf der Haut über einem Zielmuskel. Dazu gehören nicht nur die sichtbaren Kontaktflächen. Auch Mittenabstand, freiliegende Fläche, anatomische Ausrichtung, Klebstofföffnungen, Leiterbahnverlauf, Austritt der Anschlussfahne und Pinbelegung prägen die tatsächlich umgesetzte Montage.

Vor der Zeichnung der EMG-Elektroden sollte die Messaufgabe in einem Satz stehen. „Bilaterale Aktivität des M. biceps brachii während einer kontrollierten Ellenbogenflexion vergleichen“ benennt Muskel, Körperseite, Aufgabe und Vergleich. „Muskelsignale messen“ lässt dagegen offen, welche Position, Kanalarchitektur und Validierung erforderlich sind.

SENIAM veröffentlicht Positions- und Orientierungsempfehlungen für 30 einzelne Muskeln. Diese Empfehlungen bilden eine nützliche anatomische Ausgangsbasis, ersetzen aber keine projektspezifische Entscheidung. Population, benachbarte Muskeln, Sehnen- und Innervationszonen, Bewegung, Hautvorbereitung, Wiederholplatzierung und Auswertevariable müssen weiterhin festgelegt werden. Mesin, Merletti und Rainoldi zeigen, warum diese Festlegung relevant ist: sEMG-Messgrößen können sich ändern, wenn das Ableitesystem über dem Muskel verschoben wird.[1]

Auch die Komponentengrenze muss vor der Konstruktion klar sein. Ein Hersteller gedruckter Komponenten kann leitfähige Merkmale, dielektrische Öffnungen, Klebstofflaminate, Anschlussfahnen und Steckverbinderübergänge nach einer freigegebenen Zeichnung fertigen. Eine Durchgangsprüfung belegt jedoch nicht die Signalgüte des fertigen Systems. Analoges Frontend, Gleichtaktverhalten, Abtastung, Filter, Software, Kabelmanagement, Gebrauchstauglichkeit und Verwendungszweck bleiben Teil der Systemvalidierung.

2. Bipolares Paar, Mehrkanalanordnung oder HD-sEMG-Array auswählen

Drei Layoutfamilien decken die meisten frühen Entwurfsentscheidungen ab: ein konventionelles bipolares Paar, eine gezielte Mehrkanalanordnung und ein hochdichtes Raster. Sie beantworten unterschiedliche Fragen. Ein Array nur deshalb zu wählen, weil es technisch anspruchsvoller wirkt, erhöht Kanalzahl, Anschlussvolumen, Kreuzungen, Datenmenge und Validierungsaufwand, ohne zwangsläufig einen zusätzlichen Erkenntniswert zu schaffen.

Layoutfamilie Geeignete Aufgabe Geometrischer Ausgangspunkt Vorteil Wesentliche Grenze
Konventionelles bipolares Paar Ein definierter Muskel, Vergleich von Timing oder relativer Amplitude, wenige Kanäle SENIAM empfiehlt für seine bipolare Platzierung 20 mm Mitte zu Mitte Einfache Montage, kompakte Anschlussfahne, geringer Kanalaufwand Begrenzte räumliche Information; Position und Orientierung bleiben kritisch
Gezielte Mehrkanalanordnung Mehrere Muskeln oder ausgewählte räumliche Positionen, Klassifikationsmerkmale Jedes Paar und jede Position aus Anatomie und Algorithmus ableiten Kanäle nur dort, wo sie Information liefern Referenzstrategie, Wiederholplatzierung und Kanalbenennung werden komplexer
HD-sEMG-Elektrodenarray Räumliche Kartierung, Leitungseigenschaften, Motor-Unit-Forschung oder dichte algorithmische Abtastung Studienspezifisch; Yang et al. nannten für einen Entwurf unter 5 mm Elektrodenabmessung und unter 10 mm Abstand[2] Dichte räumliche Stichprobe und nachträgliche Kanalauswahl Mehr Leiterzüge, größere Steckverbinder, Registrierungsaufwand, Datenvolumen und Validierung

Die Werte 20 mm und unter 10 mm sind keine konkurrierenden Regeln. SENIAM adressiert konventionelle bipolare Sensoren. Yang et al. beschrieben ein Ziel für eine bestimmte hochdichte Metall-Polymer-Arrayarchitektur aus dem Jahr 2023. Vor einer Übernahme muss geprüft werden, ob Montage, Anatomie, Frontend und Auswertung zum jeweiligen Quellenumfang passen.

Ein kundenspezifisches gedrucktes Elektrodenarray rechtfertigt seine Komplexität, wenn räumliche Information eine Entscheidung oder einen Algorithmus verändert. Reicht ein einzelner bipolarer Kanal, kann ein dichtes Raster die falsche Konstruktion sein. Ein flexibles Patch passt ebenfalls nicht, wenn die Zielfläche für eine zuverlässige Trennung zu klein ist, die Hautstelle keine dauerhafte Haftung zulässt, die Anwendung verschiebbare Einzelelektroden erfordert oder ein starrer aktiver Sensor direkt an der Elektrode sitzen muss. Dann können diskrete Gel-Elektroden, eine textile Manschette, ein aktives Modul oder ein anderes Messprinzip geeigneter sein.

Engineering decision map for Surface EMG Electrode Layout Guide | JASPER

3. EMG-Elektrodenplatzierung: Geometrie und Elektrodenabstand festlegen

3.1 Messzweck und anatomische Grenze definieren

Vor dem Layout sollten vier Eingaben feststehen: Zielmuskel oder Muskelgruppe, Ausgabemerkmal, Bewegung oder Körperhaltung und vorgesehene Population. Das Ziel kann Aktivierungszeitpunkt, relative Amplitude unter einer definierten Normalisierung, räumliche Verteilung, Leitungsauswertung oder ein Merkmalsvektor für Klassifikation sein. Jede Zielgröße stellt andere Anforderungen an Elektrodenfläche, Abstand, Kanalzahl und Wiederholbarkeit.

Eine Körperkarte muss benannte anatomische Landmarken und Ausschlusszonen zeigen. Sie ist keine dekorative Anwendungsgrafik, sondern das Koordinatensystem für Patchzeichnung und Applikationsanweisung. Bei bilateralen Messungen muss zusätzlich festgelegt sein, ob die Geometrien gespiegelt oder gleich orientiert werden. Kann ein Patch unbemerkt um 180 Grad gedreht oder über einen Nachbarmuskel verschoben werden, ist die Zeichnung noch nicht freigabefähig.

Gutes Zeichen: Die Anforderung nennt Muskel, Aufgabe, Landmarken, erwartete Patchrotation, benachbarte Störquellen und den abgedeckten Körpergrößenbereich.

Warnsignal: Die Anfrage enthält nur eine Hautkontur und überlässt dem Komponentenhersteller die „Optimierung der EMG-Position“.

3.2 Paar- oder Arrayarchitektur aus der Informationsanforderung ableiten

Ein bipolares Paar erzeugt aus zwei Ableitflächen einen Differenzkanal. Eine gezielte Mehrkanalanordnung wiederholt diese Architektur über mehrere Muskeln oder Positionen. Ein HD-sEMG-Array erfasst viele räumlich benachbarte Stellen; die eigentlichen Kanäle entstehen anschließend in der Erfassungs- oder Verarbeitungskette. Das sind Systemarchitekturen, keine bloßen Varianten derselben Druckzeichnung.

Jeder Kanal benötigt eine Anforderungsbegründung. Eine einfache Prüffrage lautet: Welche Information ginge verloren, wenn dieser Kanal entfällt? Dadurch werden redundante Positionen sichtbar. Gleichzeitig zeigt sich, ob Steckverbinder und Elektronik rechtzeitig ausgewählt wurden. Ein Patch mit 32 Elektroden und ein Frontend mit 16 Eingängen benötigen eine explizite Multiplex- oder Kanalauswahlstrategie; das Leiterbild kann diesen Systemwiderspruch nicht nachträglich auflösen.

Das CEDE-Projekt behandelt Montage, Elektrodentyp, Konfiguration, Position, Orientierung, Analyse und Interpretation als gekoppelte Entscheidungen.[3] Dasselbe Prinzip gehört in den OEM-Designreview. Eine Benennung wie CH01+, CH01- und REF sollte früh festgelegt und unverändert durch Artwork, Steckerzeichnung, Schaltplan, Firmware, Datensatz und Validierungsbericht geführt werden.

Gutes Zeichen: Jede Elektrode besitzt Kanalrolle, Polarität oder Koordinate, anatomischen Zweck und einen zugeordneten Eingang.

Warnsignal: Die Elektrodenzahl füllt lediglich die verfügbare Fläche, während Algorithmus und analoges Frontend noch offen sind.

3.3 Freiliegende Fläche, Form und Mittenabstand gemeinsam spezifizieren

Bei einem konventionellen bipolaren Paar wird der Elektrodenabstand zwischen den Mittelpunkten der leitfähigen Flächen gemessen. Deshalb muss neben dem Abstand auch die freiliegende Kontaktgröße in der Zeichnung stehen. Die Angabe „20 mm Abstand“ ist unvollständig, wenn offenbleibt, ob sie Mitte zu Mitte, Rand zu Rand oder zwischen den Öffnungen gilt.

Die Elektrodenfläche beeinflusst räumliche Mittelung und Grenzflächenverhalten. Der Abstand beeinflusst erfasstes Volumen, Korrelation benachbarter Positionen und Empfindlichkeit gegenüber räumlichen Änderungen. Kleinere Merkmale ermöglichen eine dichtere Abtastung, verschärfen aber Anforderungen an Druckregistrierung, Öffnungsausrichtung, Leiterbahndichte, Steckverbinder und Inspektion. Größere Flächen können Kontakt und Fertigung vereinfachen, mitteln jedoch über einen größeren Bereich. Keine einzelne Abmessung ist ohne Gegenwirkung.

Für gedruckte EMG-Elektroden sollten mindestens folgende Punkte kontrolliert sein:

  • Form und X-/Y-Abmessungen der freiliegenden Elektrodenfläche;
  • Mittelpunktkoordinate und Mittenabstand;
  • Leiterfläche unter dem Schnittstellenmaterial;
  • Öffnungsmaße von Klebstoff und dielektrischer Abdeckung;
  • Registrierungstoleranz zwischen Leiter, Dielektrikum, Klebstoff und Stanzkontur;
  • Mindestabstand zur Außenkante des Patches;
  • Annahmekriterien für Druckausfall, Verschmutzung, Pinholes und Öffnungsversatz.

Gutes Zeichen: Die Zeichnung verbindet Abstand und Kontaktfläche mit einer benannten Montage und enthält prüfbare Fertigungstoleranzen.

Warnsignal: Eine Literaturabbildung wird auf eine andere Körperfläche skaliert; dabei ändern sich Elektrodenfläche und Abstand, ohne das Signalmodell neu zu validieren.

3.4 Ableiteachse, Orientierung und Referenzstrategie kontrollieren

Für ein konventionelles Paar empfiehlt SENIAM, den bipolaren Sensor um die empfohlene Position und parallel zur relevanten Muskelfaserrichtung anzuordnen.[8] Diese Orientierung muss als Zeichnungsbezug oder formschlüssiges Merkmal erkennbar sein. Der Hinweis „parallel zu den Fasern“ reicht nicht, wenn das Serienbauteil weder proximal/distal noch eine anatomische Pfeilrichtung kennzeichnet.

Ein Array benötigt zwei Achsen. Zeilen, Spalten und Ursprung werden eindeutig beschriftet; außerdem wird festgelegt, welche Achse der erwarteten Faserrichtung folgt. Bei dehnbaren Patches muss das Team entscheiden, ob Koordinaten den unbelasteten Zustand, die applizierte Geometrie oder einen bildregistrierten Zustand auf der Haut beschreiben. Diese Unterscheidung ist unverzichtbar, wenn der räumliche Abstand in den Algorithmus eingeht.

Auch die Referenz- oder Masseelektrode ist eine Systementscheidung. Position, Fläche, Leiterweg und Verbindung zum Frontend beeinflussen Gleichtaktverhalten und Bewegungsempfindlichkeit. Sie gehört nicht automatisch in eine übrig gebliebene Ecke. Die Dokumentation muss festhalten, ob sie integriert oder separat angebracht wird, welche Gewebe- und Bewegungsbedingungen sie sieht und wie Anwender sie erkennen.

Gutes Zeichen: Artwork und Applikationsmethode enthalten eine eindeutige Orientierung, Arrayursprung, Zeilen-/Spaltenkennzeichnung und Referenzanschluss.

Warnsignal: Drehung, Spiegelung oder Polaritätsvertauschung bleibt für Anwender und Software unsichtbar.

4. Schichtaufbau und Leiterbahnführung müssen der Körperbewegung folgen

4.1 Die Hautschnittstelle als kontrollierten Schichtaufbau behandeln

Ein flexibles EMG-Patch besteht aus gekoppelten Grenzflächen. Die konkreten Werkstoffe hängen vom Verwendungszweck und Prozessfenster ab; ihre Funktion im Aufbau muss dennoch eindeutig sein.

Konzeptioneller Aufbau von der Haut zur Außenseite:

KÖRPER / HAUT
│
├─ Elektroden-Haut-Schnittstelle
│  └─ Nassgel, Hydrogel, trockene leitfähige Oberfläche oder validierte Alternative
├─ Hautklebstoffmuster
│  └─ registrierte Öffnungen, Entlüftungs- und Randgeometrie
├─ Gedruckte Kontakt- und Elektrodenschicht
│  └─ Leiter oder elektrochemische Oberfläche passend zum Erfassungssystem
├─ Flexibles oder dehnbares Substrat
│  └─ PET, Polyimid, TPU, Elastomer oder qualifizierte Trägerfolie
├─ Gedruckte Leiterzüge und optionale Kreuzungs-/Schirmmerkmale
├─ Dielektrische Abdeckung oder Deckfolie
│  └─ schützt Leiterzüge und lässt Elektroden sowie Kontaktpads frei
├─ Anschlussfahne, Versteifung und Steckverbinder
│
ERFASSUNGSELEKTRONIK

Materialnamen belegen keine Systemleistung. Ag/AgCl, Silber, Kohlenstoff, Gold, PEDOT:PSS, Hydrogele, trockene Kontaktflächen, PET, Polyimid und TPU bezeichnen jeweils nur einen Teil der Konstruktion. Formulierung, Aushärtung, Schichtdicke, Oberflächenbehandlung, Träger, Klebstofföffnung, Schweiß, Bewegung und Eingangsstufe wirken zusammen.

Die Studie von Yang et al. aus dem Jahr 2023 verdeutlicht diese Kopplung. Das untersuchte Metall-Polymer-Array verwendete eine Tanninsäure/PEDOT:PSS/Polyvinylalkohol-Elektrode und strukturierbare Flüssigmetallleiterzüge.[2] Damit wurde eine bestimmte dehnbare Forschungsarchitektur realisiert, keine allgemeine Materialspezifikation für Serienprodukte.

Bei einem Medizinprodukt ist auch die biologische Bewertung konstruktionsspezifisch. Die FDA wendet ISO 10993-1 risikobasiert an und berücksichtigt Werkstoff, Gewebekontakt und Kontaktdauer.[4] Weder eine Lieferantenerklärung noch ein vertrauter Polymername ersetzt diese Bewertung. Formulierungsänderungen, Prozessrückstände, Druckfarben unter Öffnungen, Klebstoffe, Trennliner, Verpackung sowie gegebenenfalls Reinigung oder Sterilisation gehören in die Betrachtung des rechtlichen Herstellers.

Gutes Zeichen: Die kontrollierte Stückliste identifiziert jede direkt und indirekt hautberührende Schicht, Revision, Bezugsquelle, Prozessbedingung und zulässige Alternative.

Warnsignal: „Medizinischer Klebstoff“ oder „biokompatibles TPU“ steht ohne genaue Werkstoffdefinition, Kontaktkategorie, Kontaktdauer und Endproduktbegründung.

4.2 Dehnungszonen vor der Leiterbahnführung kartieren

Haut dehnt sich in mehreren Richtungen; Anschlussfahne und Steckverbinder erzeugen dagegen steife Zonen. Diese Verhältnisse gehören auf die Körperkarte, bevor Leiterzüge verlegt werden. Eine belastbare mechanische Zeichnung kennzeichnet Bereiche geringer Dehnung, Hauptdehnungsrichtungen, Hautfalten, abhebegefährdete Patchkanten und wahrscheinliche Kabelzugrichtungen.

Eine flexible Folie kann sich biegen, ohne nennenswerte Dehnung in der Ebene zu tolerieren. PET, Polyimid, TPU und elastomere Träger dürfen daher nicht allein anhand des Wortes „flexibel“ verglichen werden. Yang et al. nennen für ein kommerzielles Polyimidarray einen Elastizitätsmodul von ungefähr 3 GPa und diskutieren serpentinenförmige Geometrien als einen Weg zu besserer Anpassung an die Haut.[2] Eine spätere Vergleichsstudie untersuchte Open-Mesh-, Closed-Mesh- und Island-Bridge-Geometrien auf goldbeschichtetem Polyimid und bestätigt, dass Mustergeometrie und Substratmechanik zusammen geprüft werden müssen.[5]

Ein gerader Leiterzug über einer Falte konzentriert Dehnung. Eine Serpentine verteilt die Längenänderung, benötigt aber Fläche und verändert Leiterwiderstand, Linienbreite, Druckauflösung und Abstände. Eine Island-Bridge-Struktur kann die Elektrodeninseln entlasten, macht jedoch die Brückenansätze zu kritischen Ermüdungsstellen. Solche Fragen werden zuerst an Coupons beantwortet, nicht erst nach einem Ausfall am Körper.

Gutes Zeichen: Das CAD-Overlay zeigt Dehnungsrichtungen, steife Inseln, Mindestbiegeradien, Biegeverbotszonen und die vorgesehene applizierte Form.

Warnsignal: Alle Leiterzüge folgen dem geometrisch kürzesten Weg zum Stecker, unabhängig von Hautbewegung und Versteifung.

4.3 Differenzkanäle als Signalpfad führen

Elektrode und Leiterzug bilden einen hochohmigen Eingangspfad, bevor das Signal den Verstärker erreicht. Dieser Pfad sollte, soweit die Architektur es erlaubt, kurz bleiben. Beide Seiten eines Differenzkanals sollten vergleichbare Geometrie und Umweltexposition aufweisen. Unnötige Unterschiede bei Länge, Nachbarleitern, Kreuzungen und Bewegung sind zu vermeiden. Gleicher Gleichstromwiderstand allein bedeutet nicht gleiches Verhalten unter Bewegung.

Der Routing-Review behandelt Leiterbreite und -abstand, Widerstandsgrenzen, Kreuzungsaufbau, dielektrische Abdeckung, Schirm- oder Driven-Reference-Konzept, gegebenenfalls Guard-Strukturen, Kontaktwiderstand des Steckverbinders sowie Reinigungs- und Kontaminationskontrollen. Ob eine Schirmung hilft, hängt von Frontend und Rückstrompfad ab. Eine elektrisch schwebende Schirmfläche kann Kapazität hinzufügen, ohne die Störung zu beherrschen.

IPC-2223 ist relevant, wenn die Verbindung als flexible oder starr-flexible Leiterplatte konstruiert und beschafft wird. Die Norm definiert keine EMG-Platzierung und keine klinische Leistung. Siebgedruckte Leiterzüge können zusätzliche prozessspezifische Regeln benötigen. Deshalb muss die Zeichnung die tatsächlich geltenden Leiter-, Dielektrikum-, Registrierungs- und Prüfgrenzen nennen.

Gutes Zeichen: Ein Schaltplan-zu-Artwork-Review verfolgt jeden Kanal von der freiliegenden Elektrode bis zum Steckerkontakt und definiert Prüfpunkte oder Prüfnetze.

Warnsignal: Der Lieferant erhält nur eine Vektorgrafik und soll Polarität, Schirmanschluss, Leiterwiderstand und Kreuzungsregeln selbst ableiten.

4.4 Den Steckverbinderübergang als Teil des Wearables auslegen

Der Anschluss ist häufig der dickste und am wenigsten nachgiebige Bereich. Er sollte dort liegen, wo Körperbewegung, Kleidung und Kabelzug beherrschbar sind. Vor der Freigabe der Elektrodenpositionen werden Austrittswinkel und Länge der Anschlussfahne, Leiterorientierung, Versteifung, Biegeradius, Gegenstecker, Pinnummerierung, Einstecktiefe, Kontaktoberfläche und Zugentlastung festgelegt.

ZIF-FPC, Board-to-Board-Stecker, Crimp, Snap, leitfähige Klebeverbindung oder fest angeschlossene Leitung verändern Montage und Anwendung jeweils anders. Ein lösbarer Stecker ermöglicht wiederverwendbare Elektronik, bringt aber Steckverschleiß und eine steife Übergangszone mit. Ein festes Kabel entfernt die Steckstelle, kann jedoch Kabelbewegung direkt in die Elektrodenfläche übertragen. Keine Anschlussart ist mechanisch neutral.

Eine typische Fehlerkette beginnt mechanisch und endet elektrisch:

Kabelzug oder wiederholte Körperbewegung
-> Dehnung konzentriert sich am Übergang von Anschlussfahne zu Versteifung
-> Leiterzug oder gedruckte Kreuzung bildet einen Mikroriss
-> Kanalwiderstand wird unter Bewegung intermittierend
-> Differenzsymmetrie verschiebt sich und Artefakte nehmen zu
-> Algorithmus verwirft den Kanal oder klassifiziert die Aufgabe falsch

Eine flache Durchgangsmessung auf dem Tisch erkennt diese Kette nicht. Der Übergang muss mit dem vorgesehenen Gegenstecker unter Biegung und definierter Last geprüft werden.

Gutes Zeichen: Die Zeichnung definiert Flexzone, Biegeverbotszone, Zugrichtung, Steckerdatum und dynamisches Annahmekriterium.

Warnsignal: Der Stecker wird erst nach dem Einfrieren des Elektrodenartworks gewählt und zwingt die Anschlussfahne durch die höchste Dehnungszone.

5. Freigabezeichnung und Validierungsmatrix für EMG-Elektrodenarrays

5.1 Inhalt einer fertigungsgerechten Zeichnung

Ein anfragefähiges Paket muss Physiologie, Elektronik, Mechanik, Fertigung, Qualität und Regulatory dieselbe Revision beurteilen lassen. Eine Grafik mit Elektrodenkreisen reicht dafür nicht.

Zeichnungsinhalt Kontrollierte Mindestangabe Zweck
Anatomische Platzierungskarte Zielmuskel, Landmarken, proximal/distal, Applikationsursprung, Ausschlusszonen Verbindet Artworkkoordinaten mit dem Körper
Elektrodengeometrie Form, X-/Y-Maß, freiliegende Fläche, Mittelpunkt, Mittenabstand Definiert Schnittstelle und Prüfgrundlage
Arraykoordinaten Ursprung, Zeilen-/Spalten-IDs, Polarität, Referenzmerkmal Verhindert Drehung, Spiegelung und Kanaltausch
Schichtaufbau Werkstoff/Funktion je Lage, erforderliche Dicke, direkter/indirekter Hautkontakt Kontrolliert mechanische, elektrische und biologische Eingaben
Leiterbild Breite/Abstand, Kreuzungen, Schirm/Guard, Prüfnetze, Widerstandsgrenzen Macht Routing fertigbar und prüfbar
Dielektrikum und Klebstoff Öffnungen, Dämme, Entlüftung, Randabschluss, Registrierung Schützt Leiterzüge und erhält die Kontaktfläche
Mechanische Kontur Stanzlinie, Radien, Laschen, Handhabungszonen, Dehnungs-/Faltenrichtung Definiert Konvertierung und On-Body-Mechanik
Anschlussfahne und Stecker Austritt, Pinmap, Versteifung, Kontaktpads, Biege- und Verbotszonen, Gegenstück Schließt die Komponentenschnittstelle
Kennzeichnung Teil-/Revisionsstand, Losbezug, Seite, anatomischer Pfeil, Applikationshinweis Unterstützt Anwendung und Rückverfolgbarkeit
Annahmeplan Visuell, maßlich, Durchgang/Widerstand, Mechanikcoupon, Stichprobe Übersetzt Anforderungen in Freigabenachweise

Vektordaten oder Gerberdateien ergänzen die bemaßte PDF-Zeichnung, ersetzen sie aber nicht. Die PDF trägt Bezüge, Toleranzen, Notizen, Revision und Annahmekriterien. Die native Elektrikdatei bewahrt die exakte Geometrie. Eine separate Kanalliste ordnet jede Elektroden-ID einem Steckerpin und Erfassungseingang zu. Der Abgleich mit dem Schaltplan findet Fehler, die eine rein visuelle Prüfung übersieht.

5.2 Vom Coupon bis zum vollständigen System validieren

Die Validierung sollte von einfachen, gut isolierbaren Prüfkörpern zu zunehmend repräsentativen Aufbauten fortschreiten. Ein einziger „Prototypentest“ vermischt zu viele Fehlerquellen und erschwert die Ursachenanalyse.

Phase Prüfkörper und Bedingung Primäre Ergebnisse Typische Verantwortung
Material-/Leitercoupon Leiter, Dielektrikum, Schnittstelle und Substrat; begründete Ausgangs- und Alterungszustände Linienwiderstand, Durchgang, Registrierung, Haftung, Biege-/Dehnungsverhalten Komponentenentwicklung / Lieferantenqualität
Mechanischer Übergangscoupon Anschlussfahne, Versteifung, Stecker und definierte Biege-/Zugrichtung Unterbrechung unter Bewegung, Zugreaktion, Kontaktstabilität, sichtbarer Schaden Mechanik und Verbindungstechnik
Elektrischer Laboraufbau Patch mit seriennaher Eingangsstufe und Kabel Eingangsbezogenes Rauschen, Sättigungserholung, Kanalsymmetrie, Übersprechen, Steckereinfluss Analog-/Elektronikentwicklung
Kontrollierte On-Body-Machbarkeit Definierte Platzierung, Hautvorbereitung, Haltung, Aufgabe und Bedienperson Signalgüte und Artefakte im festgelegten Protokoll; Wiederholplatzierung Biomedizin / Human Factors im genehmigten Rahmen
Repräsentative Bewegung und Nutzung Zielbewegung, begründete Schweiß-/Temperaturbedingungen, Kleidung und Kabelzug Kanalausfall, Basislinienbewegung, Randablösung, Anwendungsfehler Systemverifikation
Endproduktprogramm Seriennahes Gerät, Software, Kennzeichnung, Verpackung, Zielpopulation und Verwendung Sicherheit, wesentliche Leistung, Usability, biologische Bewertung, Risikokontrollen, regulatorische Evidenz Rechtlicher Hersteller des Produkts

ASTM D3330/D3330M kann kontrollierte Schälhaftungsvergleiche druckempfindlicher Konstruktionen unterstützen, darunter eine 180-Grad-Methode auf einer definierten Platte.[6] Die Methode simuliert weder Hautbewegung noch Schweiß, Haare, Applikationstechnik, Tragedauer oder Entfernung vom Menschen. Werden solche Daten verwendet, müssen Methode, Oberfläche, Verweilzeit, Konditionierung, Probenbreite, Geschwindigkeit, Winkel und Versagensart dokumentiert sein. Eine repräsentative Anwendungsprüfung beantwortet anschließend eine andere Frage.

IEC 60601-2-40:2024 behandelt Basissicherheit und wesentliche Leistungsmerkmale von Elektromyographen und Geräten für evozierte Potentiale.[7] Eine passive gedruckte Komponente ist nicht eigenständig „IEC-60601-2-40-konform“, nur weil sie mit einem entsprechenden Gerät verbunden wird. Anwendbarkeit, Kollateralnormen, Risikokontrollen und Nachweise gehören in den Normenplan des Endprodukts.

Die Komponenten- und Baugruppenprüfung muss daher in Ebenen spezifiziert werden. Der Komponentenlieferant kann Maße, Sichtqualität, Durchgang, Widerstand, Registrierung und vereinbarte Couponergebnisse bestätigen. Das Kundensystem muss Signalaufnahme, Bewegungsartefakte, Referenzverhalten, Algorithmus, Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit und regulatorische Akzeptanz validieren.

Gutes Zeichen: Jeder Test nennt Prüflingsrevision, Aufbau, Zustand, Stichprobenbegründung, Annahmekriterium, Rohdatenformat und verantwortliche Stelle.

Warnsignal: „EMG-Test bestanden“ steht ohne Frontend, Bandbreite, Platzierung, Bewegung und Annahmegrenze im Bericht.

6. Sechsstufiger Entwicklungsprozess für flexible EMG-Patches

Schritt 1 - Körperkarte und Kanalbedarf einfrieren

Zielmuskel, Landmarken, erwartete Faserachse, Bewegung, Patchhülle, Ausschlusszonen und Kabelrichtung werden markiert. Für jeden Kanal steht der Messzweck fest. Das Team entscheidet bewusst zwischen bipolarem Paar, gezielten Positionen und dichter räumlicher Abtastung. Die Körperkarte erhält eine eigene Revision.

Schritt 2 - Elektrische und mechanische Architektur gemeinsam aufbauen

Elektrodenschnittstelle, Kanalzahl, Referenzkonzept, Erfassungsstecker, Substratklasse und grober Schichtaufbau werden zusammen gewählt. Die Dehnungskarte liegt über Elektroden- und Leiterzugplan. Konstruktionen, die einen steifen Übergang über eine Falte legen oder mehr Kanäle vorsehen als das Frontend verarbeiten kann, werden vor dem Detailartwork verworfen.

Schritt 3 - Material- und Geometrierisiken mit Coupons reduzieren

Leiter- und Dielektrikumcoupons dienen zur Prüfung von Widerstand, Registrierung, Biege-/Dehnungsverhalten und Schnittstellenverträglichkeit. Der Übergang aus Anschlussfahne, Versteifung und Stecker erhält einen eigenen Coupon. Ein Verfahren wie ASTM D3330/D3330M kann Klebstoffkandidaten unter kontrollierten Bedingungen vergleichen; die Frage der Nutzung auf bewegter Haut bleibt separat.

Schritt 4 - Integriertes Alpha-Patch aufbauen

Kontrolliertes Artwork und Kanalliste werden freigegeben. Elektrodenöffnungen, Registrierung, Routing und Steckermontage werden geprüft. Danach wird jeder Weg von der Elektrode bis zum Pin verifiziert, während Anschlussfahne und Stecker bewegt werden. Abweichungen werden dokumentiert, bevor die Geometrie geändert wird.

Schritt 5 - Mit der seriennahen Erfassungskette validieren

Das Patch wird mit vorgesehenem Frontend, Kabel oder wiederverwendbarem Modul, Firmware, Filtern und Auswerteweg betrieben. Platzierung, Hautvorbereitung, Haltung, Bewegung und Wiederholapplikation folgen einem definierten Protokoll. Der Vergleich muss alle Kanäle und Ausfallarten abbilden, nicht nur die beste Kurve.

Schritt 6 - Musterfreigabepaket gemeinsam sperren

Zeichnung, native Daten, Stückliste, Pinmap, Golden Sample, Prüfmethoden, Annahmegrenzen, Verpackung, Kennzeichnung und Änderungsregeln werden als zusammengehöriges Paket freigegeben. Die Prototypenentwicklung für Elektroden-Patches ist erst abgeschlossen, wenn das genehmigte Muster eindeutig auf dieses Paket zurückgeführt werden kann.

7. Acht Warnsignale stoppen die Layoutfreigabe

  • Kein benannter Muskel oder keine Aufgabe: Aus einer Patchkontur lässt sich keine Physiologie ableiten.
  • Abstand ohne Quellenumfang kopiert: 20-mm-Bipolarrichtlinie und engere HD-sEMG-Studien beantworten andere Fragen.
  • Keine anatomische Orientierung: Drehung oder Spiegelung kann die Montage unbemerkt verändern.
  • Referenzelektrode als Restfläche: Position und Anschluss gehören zur Frontendarchitektur.
  • Hautkontaktmaterial nur generisch beschrieben: Eine biologische Bewertung benötigt Formulierung und Prozesskontrolle.
  • Gerade Leiterzüge durch maximale Dehnung: Eine flache Durchgangsprüfung erkennt dynamischen Ausfall nicht.
  • Stecker oder Pinmap noch vorläufig: Solange die Kanalreihenfolge wandert, ist das Artwork nicht freigabefähig.
  • Komponentenprüfung als Systemvalidierung bezeichnet: Durchgang, Haftung und Sichtprüfung belegen keine Leistung des fertigen EMG-Systems.

8. Projektdaten für den nächsten Konstruktionsschritt

Eine erste technische Prüfung braucht noch kein finales Serienartwork. Sie benötigt jedoch genügend Angaben, um offene Systementscheidungen sichtbar zu machen:

  1. Zielmuskelbereich und anatomische Landmarken;
  2. Messzweck und Bewegung oder Aufgabe;
  3. bipolares, gezieltes Mehrkanal- oder HD-Arraykonzept;
  4. Elektrodenzahl, vorläufige Kontaktabmessungen und Mittenabstand;
  5. Patchhülle, Körperkrümmung und Dehnungsrichtungen;
  6. Nass-/Trockenschnittstelle und Klebstoffkonzept;
  7. Austritt der Anschlussfahne, Gegenstecker, Pinmap und Eingangszahl;
  8. vorgesehene Kontaktdauer und Zielmärkte;
  9. erwartete Prototypen- und Jahresmengen als Planungsangabe; sowie
  10. kundeneigene Annahme- und Validierungskriterien.

JASPER kann nach Definition dieses Pakets als eine Option für Entwicklung und Fertigung gedruckter Komponenten betrachtet werden. OEM-Teams können den Zielmuskelbereich und die Kanalbelegung übermitteln, um die Fertigbarkeit der Zeichnung zu prüfen. Der rechtliche Hersteller des Endprodukts bleibt für Verwendungszweck, Leistungs- oder klinische Aussagen, biologische Bewertung, elektrische Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit, Risikomanagement und regulatorische Freigabe verantwortlich.

Quellen

  1. Mesin L, Merletti R, Rainoldi A. „Surface EMG: The issue of electrode location.“ Journal of Electromyography and Kinesiology (2009).
  2. Yang S, Cheng J, Shang J, et al. „Stretchable surface electromyography electrode array patch for tendon location and muscle injury prevention.“ Nature Communications 14, 6494 (2023).
  3. Consensus for Experimental Design in Electromyography (CEDE); ISEK EMG Reporting Standards. und
  4. U.S. Food and Drug Administration. „Use of International Standard ISO 10993-1.“
  5. Khan AA, Ban S, Yeo W-H, Kim J-H. „A comparative study of flexible electrode design on the performance of flexible wearable electronics.“ Frontiers in Nanotechnology (2025).
  6. ASTM International. ASTM D3330/D3330M, „Standard Test Method for Peel Adhesion of Pressure-Sensitive Tape.“
  7. International Electrotechnical Commission. IEC 60601-2-40:2024, „Particular requirements for the basic safety and essential performance of electromyographs and evoked response equipment.“
  8. SENIAM. „Placement and fixation of the sensor“, „Inter Electrode Distance“ und „Sensor Locations“. ; ;
  9. Varghese RJ, Pizzi M, Kundu A, et al. „Design, Fabrication and Evaluation of a Stretchable High-Density Electromyography Array.“ Sensors 24(6), 1810 (2024).

Häufig gestellte Fragen

Welcher Elektrodenabstand ist ein sinnvoller Ausgangspunkt für bipolare Oberflächen-EMG?

SENIAM empfiehlt für seine konventionelle bipolare sEMG-Platzierung 20 mm Abstand von Mittelpunkt zu Mittelpunkt. Die 20 mm sind ein dokumentierter Ausgangspunkt, kein universelles Optimum. Zielmuskel, Elektrodenfläche, benachbarte Muskeln, Orientierung, Frontend, Bewegung und Auswertung müssen vor der Artwork-Freigabe geprüft werden.

Sollte ein flexibles EMG-Patch ein bipolares Paar oder ein Elektrodenarray verwenden?

Ein bipolares Paar ist passend, wenn ein definierter Muskelkanal die Messfrage beantwortet. Ein gezieltes Mehrkanal- oder HD-sEMG-Array ist nur sinnvoll, wenn räumliche Information, mehrere Muskeln, Kanalauswahl oder der Algorithmus sie benötigen. Zusätzliche Elektroden erhöhen Aufwand für Routing, Stecker, Erfassung, Verarbeitung und Validierung.

Verbessert ein kleinerer Elektrodenabstand die Oberflächen-EMG immer?

Nein. Ein kleinerer Abstand kann die räumliche Abtastdichte erhöhen, verändert aber auch Erfassungsvolumen, Kanalkorrelation, Merkmalsgröße, Registrierungstoleranz, Leiterbahndichte und Anschlussbedarf. In HD-sEMG-Studien berichtete Werte unter 10 mm sind architekturspezifisch und ersetzen ohne Systemvalidierung keine konventionelle Platzierungsempfehlung.

Wie werden gedruckte EMG-Elektroden über dem Muskel ausgerichtet?

Bei einer konventionellen bipolaren Ableitung liegt die Ableiteachse parallel zur relevanten Muskelfaserrichtung an einer definierten anatomischen Position, sofern eine muskelspezifische Quelle wie SENIAM anwendbar ist. Proximal-/Distalrichtung und ein eindeutiges Orientierungsmerkmal gehören auf die kontrollierte Patchzeichnung und in die Applikationsmethode.

Wo wird die Referenzelektrode angeordnet?

Es gibt keine universelle Restflächenposition. Die Referenz- oder Masseelektrode wird zusammen mit Frontend, Zielmuskel, Bewegung, Kabelweg und Gleichtaktkonzept festgelegt. Dokumentiert werden integrierte oder separate Ausführung, Kontaktfläche, anatomische Position, elektrische Verbindung und erwartete Bewegungsbelastung.

Welches Substrat eignet sich am besten für ein flexibles EMG-Patch?

Kein Substrat ist für jedes Patch am besten. PET und Polyimid eignen sich für viele flexible Schaltungen, tolerieren aber nur begrenzte Dehnung in der Ebene. TPU und elastomere Systeme können mehr Bewegung aufnehmen, stellen jedoch andere Anforderungen an Druckprozess, Maßhaltigkeit und Anschluss. Entscheidend sind Dehnungskarte, Leitersystem, Schichtaufbau und Validierungsprotokoll.

Was muss nach bestandener Durchgangsprüfung des Patches validiert werden?

Zu validieren sind unter anderem Stecker unter Last, Kanalsymmetrie, Frontendrauschen und Sättigung, Übersprechen, Referenzverhalten, Bewegungsartefakte, Wiederholplatzierung, repräsentative Nutzung, Softwareverarbeitung und Anwendung durch den Nutzer. Bei Medizinprodukten kommen die einschlägigen Sicherheits-, Usability-, biologischen, Risikomanagement- und regulatorischen Nachweise des Endprodukts hinzu.

Welche Dateien werden für die Prüfung eines kundenspezifischen EMG-Elektrodenlayouts benötigt?

Erforderlich sind eine bemaßte Zeichnung, native Vektor- oder Gerberdaten, anatomische Platzierungskarte, Kanal- und Pinmap, Schaltplan oder Eingangsdefinition, Schichtaufbau, Material- und Schnittstellenkonzept, mechanische Dehnungskarte, Steckverbinderspezifikation, Kontaktdauer, Zielmärkte, Mengenrahmen sowie Annahme- und Validierungskriterien.

Technische Prüfung

Zeichnung und Anforderungen prüfen lassen

Senden Sie Zeichnung, Einsatzbedingungen und Jahresmenge für eine technische Prüfung.

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